Ist die Berkshire-Hathaway-Aktie der bessere ETF?
steuernberkshire hathawaywarren buffettETFETFsIndexfondsAktietaxesvanguard
Berkshire Hathaway: Ein Fonds getarnt als Aktie
Berkshire Hathaway ist nicht einfach ein Unternehmen, sondern eine Beteiligungsholding mit Dutzenden Töchtern und einem Aktienportfolio von Weltrang. Über Jahrzehnte hat Warren Buffett daraus eines der erfolgreichsten Anlagevehikel der Geschichte geformt. Seit dem 1. Januar 2026 führt allerdings nicht mehr Buffett das operative Geschäft, sondern sein langjähriger Stellvertreter Greg Abel. Buffett bleibt Chairman und größter Anteilseigner. Genau dieser Übergang macht die alte Frage neu interessant: Ist die Berkshire-Aktie für dich der bessere ETF?
Das Portfolio ist bekannt für seine Schwergewichte, darunter Apple, Coca-Cola und American Express. Diese Investments spiegeln Buffetts Fokus auf bewährte, wertorientierte Unternehmen wider. Unter Abel zeichnet sich seit 2026 ab, dass er teils anders akzentuiert, etwa mit einer aufgestockten Alphabet-Position. Wie stark sich der Stil langfristig verschiebt, ist noch offen.
Ein Vorteil von Berkshire: Mit einer einzigen Aktie investierst du in ein breit aufgestelltes Beteiligungsportfolio, ohne die laufende Verwaltungsgebühr (TER) eines ETFs zu zahlen. Der Preis dafür ist eine Konzentration auf wenige Entscheidungsträger und auf den US-Markt. Bei einem breit gestreuten Welt-ETF trägst du dagegen das Marktrisiko vieler tausend Unternehmen statt das Klumpenrisiko einer einzelnen Aktie.
Berkshire investiert überwiegend in US-amerikanische Unternehmen, was die geografische Streuung begrenzt. Ein MSCI-World- oder S&P-500-ETF bietet hier mehr Flexibilität, gerade wenn du gezielt über Sektoren und Regionen streuen willst.
Hier ein kurzer Überblick über einige Eckpunkte von Berkshire Hathaway (Stand Juni 2026):
| Merkmal | Detail |
|---|---|
| Gründungsjahr | 1839 (ursprünglich als Textilunternehmen) |
| CEO | Greg Abel (seit Januar 2026); Warren Buffett bleibt Chairman |
| Marktkapitalisierung | rund 1,1 Billionen USD |
| Rendite 1965-2025 | Ø 19,7 % p.a. (S&P 500: Ø 10,5 % p.a.) |
Im Kern ist die Firma ein Mischkonzern, der in unterschiedliche Geschäftsbereiche und Aktien investiert. Diese Struktur nennt man Konglomerat (umgangssprachlich: Beteiligungsgesellschaft). Steigen die gehaltenen Beteiligungen, steigt auch der Wert von Berkshire. Inzwischen liegt die Marktkapitalisierung bei rund 1,1 Billionen USD, womit Berkshire zu den größten Konzernen im S&P 500 gehört. Auffällig ist die hohe Cash-Reserve von zuletzt rund 380 Milliarden USD, die Abel schrittweise investiert.
Wer am Erfolg von Berkshire teilhaben möchte, kann die Aktie direkt kaufen (ISIN US0846707026) oder in Fonds investieren, die bekannte Star-Investoren nachbilden. Großinvestoren sind in den USA verpflichtet, ihre Positionen regelmäßig offenzulegen. Manche Fonds versuchen, diese Käufe nachzukaufen. Zwischen dem Einstieg eines Investors wie Carl Icahn oder Buffett und der Veröffentlichung liegen aber oft Wochen oder Monate. Ob dieses Nachahmen auf Dauer funktioniert, ist fraglich. Hinzu kommt: Solche Fonds lassen sich ihr Promi-Investor-Tracking oft fürstlich bezahlen. Die Total Expense Ratio (TER) ist dann meist deutlich höher als bei schlichten Index-ETFs auf den S&P 500 oder den DAX. Die Berkshire-B-Aktie selbst kannst du dagegen kostengünstig über einen Broker wie Trade Republic kaufen.
Performance: Berkshire Hathaway vs. Vanguard S&P 500 ETF
Vergleicht man die reine Kursentwicklung von Berkshire Hathaway (B-Aktie) mit einem populären S&P-500-ETF, sieht man je nach Zeitraum eine Outperformance der Aktie. Wichtig ist dabei: Solche Vergleiche hängen stark vom gewählten Startpunkt ab. Über sehr lange Zeiträume lag Berkshire vorn, in einzelnen Jahren aber auch deutlich dahinter.

Berkshire hat über viele Jahre stark abgeschnitten, ein Vanguard S&P 500 ETF bietet dafür mehr Stabilität und Streuung. Deine Wahl hängt also davon ab, ob du eher auf höhere mögliche Renditen oder auf breite Risikostreuung setzt. Einen S&P-500- oder MSCI-World-ETF kannst du bequem per Sparplan, etwa bei Scalable Capital, besparen.

Seit 2010 hat Berkshire den iShares Core MSCI World ETF im Chart deutlich hinter sich gelassen. Ob sich das unter dem neuen CEO Greg Abel fortsetzt, muss sich erst zeigen.
Fakten über Berkshire Hathaway und Warren Buffett
Berkshire Hathaway ist unter Warren Buffett zur Investment-Ikone geworden. Buffett hat zwar Anfang 2026 die operative Führung an Greg Abel abgegeben, prägt das Unternehmen als Chairman und größter Aktionär aber weiter. Hier einige Fakten, die dir bei deiner Anlageentscheidung helfen:
- Gründung und Historie: Ursprünglich 1839 als Textilunternehmen gegründet, übernahm Buffett 1965 die Kontrolle und baute es zum heutigen Investment-Konglomerat um.
- Führung: Seit Januar 2026 ist Greg Abel CEO. Warren Buffett, einer der erfolgreichsten Investoren aller Zeiten, bleibt Chairman.
- Rendite: Von 1965 bis 2025 lag die durchschnittliche jährliche Wertsteigerung bei 19,7 Prozent, beim S&P 500 (inkl. Dividenden) bei 10,5 Prozent. Also fast das Doppelte über sechs Jahrzehnte.
- Beteiligungen: Berkshire hält Anteile an Dutzenden Firmen, darunter Apple, Coca-Cola und American Express.
Abseits der Zahlen gibt es weitere Aspekte, die Berkshire prägen:
- Anlagestil: Buffett steht für einen langfristigen Ansatz und das „Value Investing": Er kauft gern Unternehmen mit stabilen Erträgen und gutem Management. Abel knüpft daran an, setzt 2026 aber teils eigene Akzente.
- Unternehmensstruktur: Berkshire agiert dezentral, die einzelnen Töchter haben viel Autonomie.
Wenn du eine Anlage suchst, die unternehmerische Führung mit einer starken Langfristbilanz verbindet, kann Berkshire eine Alternative zum breiten Index-ETF sein. Der Preis dafür ist das Konzentrationsrisiko, dazu unten mehr.
| Merkmal | Detail |
|---|---|
| Gründungsjahr | 1839 (als Textilunternehmen) |
| CEO | Greg Abel (seit 2026) |
| Chairman | Warren Buffett |
| Durchschnittliche Rendite | 19,7 % p.a. (1965-2025) |
Wie Buffett solche Erfolge an der Börse erzielt hat, beschreibt die Biografie Das Leben ist wie ein Schneeball.
Steuern: Werden ETFs benachteiligt?
Seit der Investmentsteuerreform 2018 gilt in Deutschland: Auch thesaurierende ETFs, also Indexfonds, die Erträge wieder anlegen, werden laufend besteuert (über die sogenannte Vorabpauschale). Vor der Reform zahlten Anleger erst beim Verkauf Steuern und profitierten in der Zwischenzeit stärker vom Zinseszinseffekt.
Auf Ausschüttungen und Verkaufsgewinne fällt die Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer an. Im Gegenzug gibt es eine Teilfreistellung: Bei Aktien-ETFs bleiben 30 Prozent der Erträge steuerfrei, bei Misch-ETFs 15 Prozent und bei Renten-ETFs 10 Prozent.
Beispiel: Du erzielst 1.000 Euro Ertrag mit einem Aktien-ETF. Nach der Teilfreistellung von 30 Prozent bleiben 700 Euro steuerpflichtig. Die Abgeltungsteuer inklusive Soli beträgt darauf rund 185 Euro. Diese Regeln gelten genauso für Gewinne aus Einzelaktien wie Berkshire, nur dass dort die Teilfreistellung nicht greift.
So sieht die Teilfreistellung je nach ETF-Typ aus:
| ETF-Typ | Teilfreistellung |
|---|---|
| Aktien-ETF | 30 % |
| Misch-ETF | 15 % |
| Renten-ETF | 10 % |
Steuern auf Aktien und ETFs lassen sich bis zum Sparer-Pauschbetrag (seit 2023: 1.000 Euro pro Person, 2.000 Euro bei gemeinsam veranlagten Paaren) per Freistellungsauftrag vermeiden. Bei hohen Kapitalerträgen kann sich zudem die Gründung einer Holding lohnen.
Liquidität und Handelbarkeit: Berkshire vs. ETFs
Neben der Performance spielt die Liquidität eine Rolle. ETFs wie der Vanguard S&P 500 ETF werden an Börsen gehandelt und sind während der Handelszeiten jederzeit kauf- und verkaufbar. So kannst du flexibel reagieren.
Berkshire-Aktien sind ebenfalls gut handelbar, es gibt sie aber in zwei Klassen. Die A-Aktie ist mit rund 730.000 US-Dollar (Stand Juni 2026) die teuerste Aktie der Welt und für Privatanleger praktisch unzugänglich. Die wirtschaftlich gleichwertige B-Aktie kostet dagegen nur rund 486 US-Dollar und ist damit auch für kleine Depots erschwinglich. Wer gezielt an der US-Börse handeln möchte, kann das über einen Broker mit US-Börsenzugang wie Interactive Brokers tun.
Insgesamt bleibt die Flexibilität von ETFs hoch: Du kannst kleine wie große Positionen ein- und aussteigen, oft zu niedrigen Transaktionskosten und per Sparplan ab kleinen Beträgen.
Investitionsempfehlung: ETF oder Berkshire-Aktie?
Die zentrale Frage lautet: besser ein breiter ETF oder die Berkshire-Hathaway-Aktie? Eine ehrliche Antwort: Für die meisten Anleger, die einfach langfristig Vermögen aufbauen wollen, ist der breit gestreute ETF die solidere Basis. Berkshire ist und bleibt eine Einzelaktie mit Klumpenrisiko.
ETFs streuen über hunderte bis tausende Unternehmen. Das senkt das Risiko, weil deine Rendite nicht an einem einzigen Unternehmen oder einer einzigen Person hängt. Dazu kommen niedrige Kosten und die Möglichkeit, gezielt über Sektoren und Regionen zu streuen.
Berkshire Hathaway bietet im Gegenzug ein aktiv gemanagtes Beteiligungsportfolio mit einer außergewöhnlichen Langfristbilanz und ohne laufende Fondsgebühr. Über 1965 bis 2025 lag die Rendite mit 19,7 Prozent p.a. fast doppelt so hoch wie beim S&P 500. Der Haken: Du bist auf wenige Entscheidungsträger angewiesen, die geografische Streuung ist eng auf die USA begrenzt, und mit dem Wechsel von Buffett zu Greg Abel im Jahr 2026 kommt ein Übergangsrisiko hinzu. Niemand weiß, ob die Bilanz der Buffett-Ära unter neuer Führung fortgeschrieben werden kann.
| Merkmal | ETF | Berkshire Hathaway |
|---|---|---|
| Diversifikation | Sehr hoch (weltweit möglich) | Hoch, aber stark US-lastig |
| Laufende Kosten | Gering (TER), aber vorhanden | Keine Fondsgebühr |
| Abhängigkeit | Breites Marktrisiko | Wenige Entscheidungsträger, jetzt Greg Abel |
| Klumpenrisiko | Niedrig | Hoch (Einzelaktie) |
Unterm Strich: Wer eine pflegeleichte, breit gestreute Basis sucht, fährt mit einem Welt- oder S&P-500-ETF gut. Berkshire kann eine Beimischung für Anleger sein, die der Strategie des Hauses vertrauen und das Einzelaktien-Risiko bewusst tragen. Beides zu kombinieren ist ebenfalls möglich.
Unser Tipp: Bei Scalable Capital kannst Du rund 1700 PRIME ETFs - darunter iShares, Xtrackers und Amundi - von 7:30 bis 23 Uhr gebührenfrei handeln und dauerhaft kostenlos besparen. Monatliche Sparraten schon ab 1 €.
Mehr zum Thema:
steuernberkshire hathawaywarren buffettETFETFsIndexfondsAktietaxesvanguard