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Thematic ETFs für Circular Economy: Recycling & Upcycling

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Circular‑Economy‑ETFs bündeln Unternehmen, die Ressourcen schließen – von Recycling über Up‑cycling bis nachhaltiges Design. Mit EU‑Taxonomie‑Filtern investierst du in Firmen, die Abfall in Wert verwandeln, und profitierst vom wachsenden Marktvolumen.

Thematic ETFs für Circular Economy: Recycling & Upcycling

Was steckt hinter Circular‑Economy‑ETFs?

Ein Circular‑Economy‑ETF sammelt Unternehmen, die Ressourcen schließen statt zu öffnen. Das bedeutet: Recycling‑Modelle, Up‑cycling‑Lösungen, Wiederverwendung und nachhaltiges Design. Der ETF nutzt dabei meist die EU‑Taxonomie als Filter, um sicherzugehen, dass die Titel wirklich kreislaufwirtschaftlich aktiv sind. Kurz gesagt: Du investierst in Firmen, die Abfall in Wert verwandeln – und das mit einem Klick.

Marktvolumen im Aufschwung

Im ersten Halbjahr 2025 flossen weltweit 8,73 Mrd. USD in thematische ETFs, die sich auf Nachhaltigkeit konzentrieren. Das ist ein Plus von rund +12 % gegenüber dem Vorjahr, als noch Nettoabflüsse zu verzeichnen waren. Der Trend zeigt, dass Anleger nicht nur grün, sondern gezielt kreislaufwirtschaftlich denken wollen.

Fonds, die du im Blick haben solltest

Einige Produkte haben bereits einen festen Platz im Portfolio vieler Privatanleger gefunden:

  1. Rize Circular Economy Enablers UCITS ETF (ISIN IE00BF2M3M37, Kürzel CYCL). Der Fonds deckt vier Geschäftsmodelle und sieben Wertschöpfungsketten ab – von Sortiertechnik bis zu Biokraftstoffen. Mehr über nachhaltige Produktionsmethoden erfahren Sie bei Vertikale Landwirtschaft.
  2. VanEck Circular Economy UCITS ETF (ISIN IE00BFY0GT14, Kürzel REUS). Fokus liegt stark auf Recycling‑Technologien und nachhaltigen Verpackungen.
  3. L&G Clean Water UCITS ETF (ISIN IE00B4L5Y983). Enthält zwar Wasser‑Assets, aber ein signifikanter Teil der Titel arbeitet an Aufbereitungslösungen, die eng mit Up‑cycling verknüpft sind.

Wie werden die Titel ausgewählt?

Die meisten Fonds setzen auf eine Kombination aus ESG‑Ratings und konkreten Geschäftsmodellen. Dabei wird geprüft, ob das Unternehmen:

Ein weiterer Filter ist die Gewichtung von Unternehmen, die eigene Produkte wiederverwenden können – das reduziert das Risiko von Green‑Washing.

Performance‑Check: Zahlen, nicht Gerüchte

Im zweiten Quartal 2025 erzielte der Rize‑ETF eine Rendite von +9,38 %. Einzelne Titel wie Verbio (ISIN DE000A2E0R55) stiegen im gleichen Zeitraum um über +50 %. Doch Vorsicht: Die Volatilität liegt bei etwa 22 % – deutlich höher als bei einem breiten MSCI‑World‑Index, der bei rund 12 % schwankt.

Risiken im Fokus

Die größten Risikofaktoren lassen sich in drei Kategorien einteilen:

  1. Marktrisiko: Wie bei allen Aktienfonds können Kursrückgänge die Rendite schmälern.
  2. Sektorkonzentration: Viele ETFs gewichten Recycling‑Technologie stark, sodass ein schlechtes Quartal in dieser Nische den Gesamtwert drückt.
  3. Währungsrisiko: Globale Fonds halten oft US‑Dollar‑ und Euro‑Assets. Wechselkursschwankungen können die Endperformance um bis zu ±1,5 % verändern.

Global oder regional – was passt besser zu dir?

Die meisten Circular‑Economy‑ETFs sind global ausgerichtet. Das liefert Diversifikation über Ländergrenzen hinweg, birgt aber das Risiko politischer Eingriffe, z. B. wenn ein Land seine CO₂‑Steuer erhöht. Regional Fonds, etwa ein reiner EU‑Fokus, sind weniger von solchen Schwankungen betroffen, bieten dafür aber weniger Exposure zu Wachstums‑Märkten wie Asien, wo Recycling‑Technologien stark expandieren.

Regulatorischer Rahmen: Die EU‑Taxonomie als Game‑Changer

Seit 2023 ist die EU‑Taxonomie für nachhaltige Aktivitäten verbindlich. Sie definiert klare Schwellenwerte für Recycling‑ und Up‑cycling‑Prozesse. Fonds, die sich an dieser Taxonomie orientieren, erhalten ein stärkeres Vertrauen von institutionellen Investoren. Gleichzeitig erhöht sich die Nachfrage nach transparenten Daten – ein Trend, der sich in den nächsten Jahren weiter beschleunigen wird.

Gebühren im Überblick

Die Gesamtkostenquote (TER) liegt bei den meisten Circular‑Economy‑ETFs zwischen 0,35 % und 0,65 % pro Jahr. Der höhere Aufwand für die Titelrecherche rechtfertigt diese Spanne im Vergleich zu klassischen Indexfonds, die oft bei 0,10 % liegen.

Unternehmen, die du kennen solltest

Ein Blick auf die Top‑Holdings zeigt, welche Branchen die größten Profiteure sind:

  1. Waste Management Inc. – US‑Riese im Abfallmanagement, stark im Recycling von Haushaltsabfällen.
  2. Tomra Systems ASA (ISIN NO0010096985) – Führend bei Pfandautomaten und Sortiertechnik, treibt das Up‑cycling in der Getränkeindustrie voran.
  3. Verbio Vereinigte BioEnergie AG – Produziert Biokraftstoffe aus Reststoffen, ein Paradebeispiel für chemisches Recycling.
  4. Amcor plc – Arbeitet an wiederverwendbaren Verpackungen und reduziert damit den Plastik‑Müll.

Alle vier Unternehmen gehören zu den am stärksten gewichteten Titeln in den führenden Circular‑Economy‑ETFs und zeigen, dass Technologie und Innovation das Rückgrat des Themas bilden.

Wie du das Thema in dein Portfolio einbaust

Du willst von der Kreislaufwirtschaft profitieren, ohne das Risiko zu überladen? Dann prüfe, ob dein bestehendes Portfolio bereits eine Basis‑Diversifikation bietet. Wenn nicht, könnte ein kleiner Anteil von 5‑10 % in einen der genannten ETFs ein sinnvoller Schritt sein. So nutzt du das Wachstumspotenzial, behältst aber genügend Spielraum für andere Anlageklassen.

Bleib am Ball

Die Branche entwickelt sich rasant: Neue Sortiertechnologien, chemisches Recycling und digitale Lieferketten verändern die Spielregeln ständig. Wenn du regelmäßig die Quartalsberichte der Fonds prüfst und die regulatorischen Updates der EU im Auge behältst, bist du immer einen Schritt voraus. Und wer weiß – vielleicht entdeckst du das nächste Up‑cycling‑Juwel, bevor es zum Mainstream wird .

Handels‑ und Liquiditätsaspekte von Circular‑Economy‑ETFs

Für aktive Anleger zählen tägliche Handelsvolumen und Spread. Die meisten Circular‑Economy‑ETFs weisen ein durchschnittliches tägliches Handelsvolumen von 1,2 Mio. EUR auf, was für Orders bis 50 k EUR einen engen Geld‑/Brief‑Spread von rund 0,2 % ermöglicht.

Die ETFs sind an den wichtigsten europäischen Börsen gelistet – Xetra, Börse Frankfurt und London Stock Exchange – und können über reguläre Ordertypen (Market, Limit, Stop‑Loss) gehandelt werden. Wer in fremdwährungs‑exponierte Fonds investiert, sollte das Währungsrisiko im Blick behalten; die meisten Anbieter bieten zudem eine physische oder synthetische Replikation, die sich unterschiedlich auf die Tracking‑Differenz auswirkt.

Ein weiterer Punkt: Die Ausschüttungsmodalität. Einige ETFs zahlen quartalsweise Dividenden, andere thesaurieren Erträge. Die Wahl beeinflusst die Wiederanlage‑Rate und damit die langfristige Rendite, insbesondere im Kontext von ESG‑Integration bei nachhaltigen Fonds.

Steuerliche Behandlung und Kostenoptimierung

In Deutschland gelten Dividenden aus thesaurierenden ETFs als ausschüttungsrelevante Erträge und unterliegen der Abgeltungssteuer von 25 % zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer. Bei physisch replizierenden Fonds wird die Quellensteuer im Herkunftsland häufig automatisch einbehalten; ein Teil lässt sich über die Anrechnung im deutschen Steuerbescheid zurückholen.

Thesaurierende Varianten reduzieren die jährliche Steuerlast, weil keine Zwischengewinne realisiert werden. Das kann besonders bei höheren persönlichen Steuersätzen attraktiv sein. Gleichzeitig sollten Anleger die TER im Blick behalten: Ein Unterschied von 0,20 % bei einer Jahresrendite von 8 % reduziert den Nachsteuersatz um rund 0,16 %. Volatilitäts‑Targeting‑ETFs bieten dabei eine Möglichkeit, das Risiko gezielt zu steuern.

Einmal jährlich empfiehlt sich ein Rebalancing, um das Gewicht der Circular‑Economy‑ETFs im Portfolio wieder auf das gewünschte Ziel (z. B. 7 %) zu bringen und mögliche Steueroptimierungen durch Verlustverrechnung zu nutzen.

Fazit

Circular‑Economy‑ETFs eröffnen Anlegern Zugang zu wachstumsstarken Recycling‑ und Upcycling‑Sektoren und profitieren von steigenden Marktvolumina. Die wichtigsten Fonds zeichnen sich durch strenge Auswahlkriterien aus, die nachhaltige Unternehmen und echte Kreislaufwirtschaft betonen. Leistungssicherheit lässt sich anhand transparenter Performance‑Daten beurteilen, die langfristig solide Renditen versprechen.

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