Baillie Giffords ETF vs. Ark Innovation: Besser für Tech?

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Baillie Gifford und ARK Innovation stehen beide für teures, aktives Tech-Wachstum. Was deutsche Anleger wirklich handeln können (ARK jetzt als UCITS-ETF), was nicht, und welche günstigen Alternativen es gibt.

Baillie Giffords ETF vs. Ark Innovation: Besser für Tech?

Stand: Juli 2026. Dieser Beitrag wurde umfassend überarbeitet und faktisch korrigiert. Er ersetzt frühere Angaben, die einen so nicht existierenden „Baillie Gifford Global Technology ETF“ beschrieben. Keine Anlageberatung.

Worum es wirklich geht: aktives Tech-Wachstum, nicht passiver Vergleich

Wer tech-affin ist und nach Wachstum sucht, stößt schnell auf zwei Namen: Baillie Gifford und ARK Invest (Cathie Wood). Beide stehen für konzentriertes, aktives Wetten auf disruptive Unternehmen. Wichtig vorab und ehrlich: Es handelt sich in beiden Fällen um aktiv gemanagte Strategien mit vergleichsweise hohen Kosten, hoher Konzentration und hoher Schwankungsbreite. Das ist kein Ersatz für ein breites Weltportfolio, sondern bestenfalls ein spekulativer Satellit. Frühere Versionen dieses Artikels stellten Baillie Gifford als billigen, passiven Index-ETF dar. Das ist falsch, und wir korrigieren das hier.

Baillie Gifford: aktiver Wachstumsmanager, kein günstiger Index-ETF

Baillie Gifford ist ein schottisches Fondshaus, das ausschließlich aktiv und mit langem Anlagehorizont investiert. Einen passiven „Baillie Gifford Global Technology ETF“ mit einer TER von 0,30 Prozent gibt es nicht. Was existiert:

  • US-notierte aktive ETFs (zum Beispiel Baillie Gifford US Growth oder International Concentrated Growth). Diese sind an US-Börsen gelistet und damit für deutsche Privatanleger in der Regel nicht als UCITS handelbar (kein Basisinformationsblatt/KID).
  • In Europa vertriebene aktive Fonds, etwa der Baillie Gifford Worldwide Long Term Global Growth Fund (ISIN IE00BK5TW727), ein konzentrierter globaler Wachstumsfonds mit hoher Technologie-Gewichtung. Das ist ein klassischer aktiver Fonds mit laufenden Kosten deutlich über 1 Prozent pro Jahr, kein kostengünstiger ETF.

Fazit zum Punkt Kosten: Wer bei Baillie Gifford „0,30 Prozent TER“ erwartet, wird enttäuscht. Die aktiven Baillie-Gifford-Vehikel sind vielfach teurer.

ARK Innovation: seit 2024 auch als UCITS-ETF in Deutschland

Der bekannte aktiv gemanagte ARK Innovation ETF von Cathie Wood existiert in zwei Welten, und das wird oft verwechselt:

  • US-Original (ARKK, ISIN US00162Q3531): US-domiziliert, kein UCITS, kein KID, für deutsche Privatanleger regulär nicht handelbar.
  • ARK Innovation UCITS ETF (ISIN IE000GA3D489, Xetra-Ticker ARXK): seit dem 12. April 2024 verfügbar, in Irland domiziliert, aktiv gemanagt, thesaurierend, laufende Kosten (OCF/TER) 0,75 Prozent pro Jahr. Dieser UCITS-Ableger ist bei BaFin notifiziert, hat ein KID und ist über Xetra für deutsche Anleger handelbar.

Deutsche Privatanleger, die die ARK-Strategie abbilden wollen, kaufen also den UCITS-Ableger IE000GA3D489, nicht das US-Original. Das Fondsvolumen des UCITS-ETF ist mit rund 260 Millionen Euro (Stand Mitte 2026) überschaubar, die Strategie spiegelt aber die konzentrierte, disruptiv orientierte Auswahl der US-Mutter.

Strategie und Konzentration: konzentriert, US-lastig, volatil

Beide Ansätze setzen auf wenige, überzeugungsstarke Positionen statt breiter Streuung. Der ARK Innovation UCITS ETF hält typischerweise nur rund 40 Titel, mit einer starken Gewichtung von US-Aktien und Schwergewichten aus Tech und Biotech (zum Beispiel Tesla, AMD, CRISPR Therapeutics als große Einzelpositionen laut aktuellem Factsheet). Diese Konzentration ist der Kern der Strategie: Sie kann in Aufwärtsphasen überdurchschnittlich liefern, verstärkt aber auch Rückschläge deutlich. Ein Klumpen- und Schlüsselpersonen-Risiko (die Strategie ist eng an einzelne Manager und deren Überzeugungen gebunden) ist bei beiden Häusern real.

Track-Record: ehrlich gemischt

Sowohl Baillie Gifford als auch ARK hatten Phasen sehr starker Outperformance (insbesondere 2020) und Phasen heftiger Verluste (2021 bis 2022). Konkrete, seriöse Renditezahlen hängen stark vom gewählten Startzeitpunkt ab und sind je nach Fenster sehr unterschiedlich. Wir verzichten hier bewusst auf einzelne „annualisierte Renditen“, weil solche Momentaufnahmen mehr suggerieren als sie belegen. Für eine belastbare Einschätzung gilt: aktueller Kurs, KID und Factsheet des jeweiligen Anbieters prüfen (für den UCITS-ETF unter europe.ark-funds.com und auf justETF). Klar ist der qualitative Befund: höhere Renditechance, aber deutlich höhere Volatilität und ein gemischter, timing-abhängiger Track-Record.

Kosten: was 0,75 Prozent langfristig bedeuten

Der ARK Innovation UCITS ETF kostet 0,75 Prozent pro Jahr. Bei 10.000 Euro sind das rund 75 Euro jährlich, unabhängig davon, ob der Fonds gewinnt oder verliert. Aktive Baillie-Gifford-Fonds liegen häufig noch darüber. Zum Vergleich: breite Technologie- oder Wachstums-ETFs, die passiv einen Index abbilden, kosten oft nur 0,15 bis 0,35 Prozent. Über lange Zeiträume summiert sich diese Kostendifferenz erheblich und muss durch aktive Mehrrendite erst einmal verdient werden. Genau daran sind viele aktive Strategien langfristig gescheitert.

Die ehrliche Alternative: breite Growth- und Tech-UCITS-ETFs

Wer Technologie- und Wachstumsexposure günstiger und breiter haben will, muss nicht auf teure aktive Wetten setzen. Als deutlich günstigere, in Deutschland handelbare UCITS-Alternativen kommen etwa in Frage (jeweils selbst im aktuellen KID prüfen):

  • Invesco EQQQ Nasdaq-100 UCITS ETF (ISIN IE0032077012), TER 0,30 Prozent, physisch replizierend, breite Abbildung der 100 größten Nasdaq-Werte.
  • Xtrackers MSCI World Information Technology UCITS ETF 1C (ISIN IE00BM67HT60), TER 0,25 Prozent, physisch, globaler Tech-Sektor.

Diese Produkte sind weiterhin konzentriert auf US-Techgiganten und damit kein Ersatz für ein breites Weltportfolio, aber sie sind transparenter, günstiger und regelbasiert. Einen umfassenderen Überblick gibt unser Technologie-ETF-Vergleich sowie der Ratgeber zum Nasdaq-100-ETF.

Steuern: keine Sonderrolle

Ein häufiger Irrtum älterer Texte: Es gibt für diese Fonds keine besondere „Quellensteuer-Rückerstattung“ für Privatanleger. Für in Deutschland gehaltene Aktien-UCITS-ETFs gilt das normale Investmentsteuerrecht: 30 Prozent Teilfreistellung für Aktienfonds (mindestens 51 Prozent Aktienanteil), Abgeltungsteuer 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag (effektiv rund 26,375 Prozent), Sparerpauschbetrag 1.000 Euro (2.000 Euro bei Zusammenveranlagung) sowie die jährliche Vorabpauschale. Ob der Fonds thesauriert oder ausschüttet, ändert an dieser Grundsystematik nichts Wesentliches. Auf US-Ebene einbehaltene Quellensteuer wird über die Fondsstruktur (irisches Domizil, DBA) und die Teilfreistellung pauschal berücksichtigt, nicht individuell zurückerstattet.

Für wen passt was?

  • Du willst die ARK-Strategie und akzeptierst hohe Kosten und Schwankungen: dann ist der UCITS-Ableger (IE000GA3D489) der einzige regulär handelbare Weg. Als kleiner Satellit, nicht als Kern.
  • Du willst Baillie-Gifford-Wachstum: in Deutschland nur über teure aktive Fonds, nicht über einen billigen Index-ETF. Kosten und aktives Risiko genau prüfen.
  • Du willst Tech-Wachstum günstig und breit: ein passiver Nasdaq-100- oder MSCI-World-IT-ETF ist meist die rationalere Wahl.

Fazit

Der ursprüngliche Vergleich „billiger passiver Baillie-Gifford-ETF gegen teuren ARK“ beruhte auf einer falschen Prämisse. Richtig ist: Beide Häuser stehen für teures, konzentriertes, aktives Wachstum. ARK ist seit 2024 als UCITS-ETF (IE000GA3D489, ARXK) auch für deutsche Anleger handelbar, das US-Original bleibt es nicht. Baillie Gifford ist in Deutschland nur über aktive Fonds mit hohen Kosten zugänglich. Wer schlicht günstiges Tech-Exposure sucht, fährt mit breiten, passiven UCITS-ETFs in aller Regel besser. Aktive Wetten wie ARK gehören, wenn überhaupt, nur als kleiner, risikobewusster Baustein ins Depot.

Handeln lassen sich sowohl der ARK-UCITS-ETF als auch breite Tech-ETFs unter anderem über Neobroker mit Sparplan, zum Beispiel Scalable Capital.


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