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Cathie Wood: Aktiver Verteidigungs-ETF – Chancen & Risiken

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Ein aktiver Verteidigungs‑ETF wählt gezielt Unternehmen mit modernsten Verteidigungs‑ und Weltraumtechnologien, statt einen Index zu kopieren. Das Management kann schnell auf geopolitische Spannungen reagieren, birgt aber auch Risiko fehlerhafter Entscheidungen.

Cathie Wood: Aktiver Verteidigungs-ETF – Chancen & Risiken

Stand: Juli 2026. Dieser Beitrag ist eine journalistische Einordnung und keine Anlageberatung.

Gibt es Cathie Woods Verteidigungs-ETF wirklich, und ist er in Deutschland handelbar?

Kurze Antwort: Ja. ARK Invest hat über die europäische Tochter (entstanden aus der Übernahme von Rize ETF) den ARK Space & Defence Innovation UCITS ETF aufgelegt. Das Produkt ist als UCITS-Fonds in Irland domiziliert und wird an deutschen Börsen gehandelt, du kannst es also als Privatanleger in Deutschland ganz normal über dein Depot kaufen. Die wichtigsten Eckdaten (Stand Juli 2026):

  • ISIN: IE000AON7ET1 (WKN A419N7)
  • Ticker: ARXX (Xetra/gettex), ARKX (u.a. LSE)
  • Auflage: 23. Oktober 2025, Xetra-Listing seit 29. Oktober 2025
  • Domizil: Irland, UCITS, thesaurierend (USD), physisch/aktiv gemanagt
  • Laufende Kosten (TER): 0,75 % p.a.
  • SFDR: Artikel 8
  • Fondsvolumen: rund 39 Mio. Euro (jung und klein, dazu unten mehr)

Achtung bei anderen Quellen und älteren Texten: Es kursiert eine falsche ISIN (IE00BNM5JZ23) zu diesem Fonds. Die korrekte, bei justETF und beim Emittenten hinterlegte ISIN ist IE000AON7ET1. Verwende im Zweifel immer die ISIN aus deinem Depot bzw. von justETF, nicht aus Blogtexten.

Was ist ein aktiver Verteidigungs-ETF?

Ein aktiver Verteidigungs-ETF unterscheidet sich grundlegend von klassischen Exchange-Traded Funds. Statt einen festen Index nachzubilden, trifft das Fondsmanagement eigene Anlageentscheidungen. Ziel ist, Unternehmen zu wählen, die Verteidigungs- und Weltraumtechnologien entwickeln. Das aktive Element erlaubt Reaktionen auf geopolitische Spannungen oder technologische Durchbrüche. Für dich heißt das: Der Fonds kann Chancen ergreifen, die ein starrer Index verpasst, er kann aber auch daneben liegen. Genau deshalb gehört ein solches Produkt sorgfältig in dein Portfolio eingebettet und nicht als Kernbaustein.

Cathie Woods Strategie im Überblick

Cathie Wood, Gründerin von ARK Invest, setzt auf disruptive Innovationen an der Schnittstelle von Technologie und Verteidigung. Die Kernthesen des Fonds:

  • Künstliche Intelligenz verändert Entscheidungsfindung und autonome Systeme in der Verteidigung.
  • Robotik und autonome Plattformen erhöhen Einsatzflexibilität.
  • Raumfahrt-Infrastruktur (Satelliten, Startdienste, Datenverbindungen) wird zunehmend sicherheitsrelevant.
  • Dual-Use-Technologien mit zivilem und militärischem Nutzen bieten zwei Absatzmärkte.

Der Fonds fokussiert also bewusst nicht auf klassische Rüstungsriesen wie RTX, Rheinmetall oder Leonardo, sondern auf Technologiefirmen mit Verteidigungsbezug. Wenn dich der breitere Verteidigungssektor interessiert, findest du eine Einordnung im Ratgeber zu Rüstungs- und Verteidigungs-ETFs.

Portfoliostruktur und Top-Positionen

Der Fonds hält rund 29 Titel und ist stark auf die USA konzentriert (etwa 73 % der Positionen). Die zehn größten Positionen machen zusammen knapp 59 % aus. So sah die Zusammensetzung laut justETF im Sommer 2026 aus (Gewichtungen ändern sich, da aktiv gemanagt):

  • Rocket Lab – ca. 9,2 %
  • Advanced Micro Devices (AMD) – ca. 8,6 %
  • Teradyne – ca. 7,6 %
  • L3Harris Technologies – ca. 7,0 %
  • Kratos Defense & Security Solutions – ca. 5,2 %
  • Iridium Communications – ca. 4,7 %
  • Amazon.com – ca. 4,6 %
  • Intuitive Machines – ca. 4,5 %
  • Alphabet (C) – ca. 4,1 %
  • AeroVironment – ca. 3,8 %

Wichtig zur Einordnung: Weil der Fonds erst Ende 2025 startete und aktiv umschichtet, sind Momentaufnahmen der Gewichtungen mit Vorsicht zu genießen. Prüfe die aktuelle Zusammensetzung vor einem Kauf immer direkt beim Emittenten oder bei justETF.

Kosten und Gebühren

Die laufenden Kosten (TER) betragen 0,75 % pro Jahr. Für einen aktiv gemanagten Themen-ETF ist das vertretbar, aber es ist ein Vielfaches dessen, was ein breiter Standard-ETF kostet (oft 0,10 bis 0,25 % p.a.). Rechne über einen langen Anlagehorizont die Gebührendifferenz durch, sie summiert sich. Hinzu kommen Handels- und Depotkosten je nach Broker. Über die Grundlagen von Exchange Traded Funds informiert unser Basisartikel.

Chancen

  • Strukturelles Thema: Steigende Verteidigungsausgaben in USA, Europa und Asien sowie die Militarisierung von KI und Raumfahrt sind langfristige Treiber.
  • Aktive Flexibilität: Das Management kann früh auf neue Technologien reagieren, statt einem starren Index zu folgen.
  • Andere Titel als klassische Rüstungs-ETFs: Wer bereits einen breiten Verteidigungs-ETF hält, bekommt hier ein deutlich anderes, technologielastiges Exposure.

Risiken (ehrlich)

Genau hier musst du kritisch bleiben, denn der Marketing-Glanz überdeckt reale Schwächen:

  • Der ARK-Track-Record ist gemischt. Der bekannte ARK Innovation ETF (ARKK) lieferte 2021 rund minus 23 % und 2022 rund minus 67 %, mit einem maximalen Drawdown von etwa minus 81 % gegenüber dem Hoch. Aktives Management ist keine Renditegarantie, es kann auch massiv daneben liegen.
  • Hohe Kosten: 0,75 % p.a. sind teuer im Vergleich zu passiven Alternativen (siehe unten).
  • Hohe Volatilität und Klumpenrisiko: Wenige Tech- und Small-Cap-Titel dominieren das Portfolio. Kursrückschläge einzelner Positionen (z.B. Rocket Lab, AMD) schlagen spürbar durch.
  • US- und Dollar-Lastigkeit: Mit rund drei Vierteln US-Titeln trägst du erhebliches Währungs- und Länderrisiko.
  • Kleines, junges Fondsvolumen: Rund 39 Mio. Euro sind wenig. Bleibt das Volumen dauerhaft niedrig, besteht grundsätzlich das Risiko einer Schließung des Fonds.
  • Managementabhängigkeit: Die Performance hängt an den Einschätzungen des ARK-Teams, nicht an einem regelbasierten Prozess.

Handelbare Alternative: passiver Verteidigungs-ETF

Wenn dir aktives Management, hohe Kosten und die ARK-Historie zu heikel sind, du aber ins Thema Verteidigung investieren willst, gibt es breite passive UCITS-ETFs, die in Deutschland handelbar sind. Ein etablierter Vertreter mit Milliardenvolumen:

  • VanEck Defense UCITS ETF – ISIN IE000YYE6WK5 (WKN A3D9M1), TER 0,55 % p.a., thesaurierend, Irland-Domizil. Der Fonds bildet den MarketVector Global Defense Industry Index physisch ab und hatte im Sommer 2026 ein Volumen im hohen einstelligen Milliardenbereich (mehrere Milliarden Euro).

Das ist kein direkter Ersatz (VanEck ist regelbasiert und breiter im klassischen Verteidigungssektor, ARKX ist technologie- und innovationslastig), aber eine deutlich günstigere und liquidere Möglichkeit, das Thema abzudecken. Weitere Optionen und die Auswahllogik findest du im Rüstungs-ETF-Ratgeber.

So kaufst du den ETF

Beide Fonds (ARKX und VanEck Defense) sind über gängige deutsche Neobroker und Direktbanken handelbar. Bei Trade Republic und Scalable Capital lassen sie sich per ISIN suchen und teils auch besparen. Prüfe vor dem Kauf, ob dein Wunschfonds bei deinem Broker im Sparplan verfügbar ist, das variiert je nach Anbieter. Beachte ab dem 1. Juli 2026 das EU-weite PFOF-Verbot, das die Preismodelle mancher Neobroker verändert hat.

Einbindung ins eigene Portfolio

Ein aktiver Themen-ETF wie ARKX gehört, wenn überhaupt, in den Satelliten-Teil eines diversifizierten Depots, nicht in den Kern. Als grobe Orientierung:

  • Konservatives Profil: eher meiden oder maximal ein sehr kleiner Anteil.
  • Ausgewogenes Profil: als kleine Beimischung von wenigen Prozent denkbar.
  • Aggressives Profil: etwas höher, aber mit klarem Bewusstsein für die Volatilität.

Regelmäßiges Rebalancing hilft, das gewünschte Risikoprofil zu halten. Grundlagen zu ETFs für Privatanleger findest du im Themenbereich ETF.

Steuerliche Aspekte in Deutschland

ARKX ist ein thesaurierender Aktien-ETF (UCITS, Irland). Für dich als in Deutschland steuerpflichtige Person gilt:

  • Gewinne unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 % zzgl. Solidaritätszuschlag (effektiv rund 26,375 %) und ggf. Kirchensteuer.
  • Als Aktien-ETF (Aktienquote ≥ 51 %) greift die Teilfreistellung von 30 %, ein Teil der Erträge bleibt also steuerfrei.
  • Weil der Fonds thesauriert, wird jährlich die Vorabpauschale fällig (Basiszins 2026: 3,20 %). Sie wird beim späteren Verkauf gegengerechnet, damit keine Doppelbesteuerung entsteht.
  • Der Sparerpauschbetrag (1.000 Euro, bei Zusammenveranlagung 2.000 Euro) mindert die Steuerlast; ein Freistellungsauftrag beim Broker lohnt sich.

Eine pauschale, direkte Anrechnung ausländischer Quellensteuer für Fondsanleger gibt es seit der Investmentsteuerreform 2018 nicht mehr, sie wird über die Teilfreistellung abgegolten. Details hängen vom Einzelfall ab, im Zweifel Steuerberatung einholen.

Fazit

Cathie Woods ARK Space & Defence Innovation UCITS ETF (ISIN IE000AON7ET1) ist real und für deutsche Anleger handelbar. Er bietet ein technologielastiges, innovationsgetriebenes Verteidigungs-Exposure, das sich klar von klassischen Rüstungs-ETFs abhebt. Der Preis dafür: hohe Kosten (0,75 %), hohe Volatilität, starkes US- und Klumpenrisiko und ein aktives Management mit gemischtem ARK-Track-Record. Wer das Thema kostengünstiger und breiter abdecken will, findet mit passiven Alternativen wie dem VanEck Defense UCITS ETF eine handelbare Option. In beiden Fällen gilt: nur als kleine Beimischung, mit klarem Bewusstsein für die Risiken.


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