Krisenfest mit System: Managed Futures ETFs im Portfolio

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Managed Futures ETFs ermöglichen Gewinne bei steigenden & fallenden Kursen. Sie nutzen quantitative Trendfolge in diversen Märkten und bieten Krisenschutz durch geringe Korrelation zu traditionellen Assets. Erfahre, wie diese Alternative dein Portfolio widerstandsfähiger macht.

Krisenfest mit System: Managed Futures ETFs im Portfolio

Was sind Managed Futures ETFs? Die Systematik hinter der Strategie

Stell dir vor, du könntest nicht nur von steigenden Preisen profitieren, sondern auch von fallenden. Genau das ist die Grundidee hinter Managed Futures. Es geht darum, systematisch in Futures-Kontrakte zu investieren. Aber nicht irgendwie. Hier steckt Methode dahinter.

Managed Futures ETFs sind börsengehandelte Fonds, die genau das abbilden. Sie nutzen quantitative Modelle, um Long- und Short-Positionen in einer breiten Palette von Futures-Märkten einzugehen. Das Spektrum ist beeindruckend vielfältig:

  • Rohstoffe (wie Öl, Gold, Weizen)
  • Währungen (z.B. Euro/US-Dollar, Yen)
  • Anleihen (Staatsanleihen verschiedener Laufzeiten)
  • Aktienindizes (globale Indizes wie S&P 500, Euro Stoxx 50)

Der Kern ist: Diese ETFs sind nicht auf steigende Märkte angewiesen. Sie können auch profitieren, wenn Märkte nach unten tendieren. Das schafft eine Flexibilität, die traditionelle Anlageklassen oft vermissen lassen. Ein Algorithmus als stoischer Trendfolger, der ohne Emotionen handelt. Klingt fast zu gut, um wahr zu sein? Nun, die Systematik ist der Schlüssel.

Der heilige Gral der Diversifikation? Geringe Korrelation als Schlüssel

Diversifikation ist ein Mantra in der Anlagewelt. Du streust dein Risiko, um nicht alle Eier in einen Korb zu legen. Managed Futures heben diese Idee auf ein neues Level. Ihr größter Vorteil liegt in ihrer geringen, manchmal sogar negativen Korrelation zu klassischen Anlageklassen wie Aktien und Anleihen. Was bedeutet das in der Praxis?

Stellen wir uns ein Szenario vor: Die Aktienmärkte brechen ein. Dein Aktienportfolio leidet. Doch währenddessen könnten Managed Futures-Strategien, die auf fallende Trends setzen, Gewinne einfahren. Diese Eigenschaft macht sie zu einem echten Krisenpuffer.

Erinnerst du dich an die Finanzkrise 2008? Während globale Aktienmärkte zweistellige Verluste erlitten, konnten viele Managed Futures-Strategien positive Renditen im zweistelligen Bereich erzielen. Oder die Turbulenzen im März 2020 zu Beginn der Corona-Pandemie? Ähnliches Bild: Robustheit, wo andere ins Wanken gerieten. Diese Fähigkeit, gerade in schwierigen Zeiten positive Erträge zu generieren, wird auch als „Crisis Alpha“ bezeichnet. Es ist der Ertrag, der genau dann kommt, wenn du ihn am dringendsten brauchst. Eine Art finanzieller Fallschirm, der sich bei Bedarf öffnet.

Wie genau funktioniert Trendfolge? Strategie im Detail

Die meisten Managed Futures ETFs basieren auf Trendfolgestrategien. Das Konzept ist verblüffend einfach und doch hochwirksam: Sie kaufen das, was steigt, und verkaufen das, was fällt. Dieses systematische Vorgehen verzichtet auf die oft emotionalen und fehleranfälligen fundamentalen Analysen. Stattdessen vertrauen sie auf technische Indikatoren und Preismuster.

Stell dir einen starken Aufwärtstrend bei Rohöl vor. Der Algorithmus des ETF würde Long-Positionen eingehen, um von weiteren Preissteigerungen zu profitieren. Fällt der Preis hingegen kontinuierlich, würde der Algorithmus Short-Positionen aufbauen. Das ist der große Unterschied zu einem traditionellen Aktienfonds, der nur von steigenden Kursen profitiert.

Diese Strategie ist nicht nur auf bullische Märkte beschränkt. Sie passt sich an. Sie ist agnostisch gegenüber der Marktrichtung. Das ist ein Game Changer für die Portfolio-Konstruktion. Es geht nicht darum, den Markt zu schlagen, sondern mit dem Markt zu schwimmen – egal, ob er bergauf oder bergab geht. Dieser Ansatz hat in der Vergangenheit bewiesen, dass er in unterschiedlichen Marktphasen funktioniert, selbst wenn die klassischen Modelle versagen.

Kapital- und Risikoeffizienz: Mehr Punch pro Euro

Ein weiterer Aspekt, der Managed Futures für dein Portfolio interessant macht, ist ihre Effizienz. Futures-Kontrakte ermöglichen es, mit einem vergleichsweise geringen Kapitaleinsatz große Marktpositionen zu kontrollieren. Das Stichwort hier ist Hebelwirkung (Leverage). Aber keine Sorge, bei ETFs ist diese Hebelwirkung intern gemanagt und kontrolliert. Sie ermöglicht eine überproportionale Partizipation an Marktbewegungen und damit eine effizientere Nutzung deines Kapitals. Du bekommst mehr „Punch“ pro investiertem Euro.

Durch die breite Streuung über verschiedenste Märkte und die Kombination von Long- und Short-Strategien kann trotz des Einsatzes von Derivaten ein moderates Risikoprofil erzielt werden. Das Risiko ist nicht in einem einzigen Markt konzentriert, sondern auf viele Schultern verteilt. Diese breite Streuung ist ein entscheidender Faktor, um die Volatilität zu glätten und dein Depot widerstandsfähiger zu machen.

Risiken und Tücken: Was du wissen solltest

Klar, wo Licht ist, ist auch Schatten. Managed Futures ETFs sind keine risikofreie Zone. Ihre Komplexität und der Einsatz von Derivaten bergen spezifische Risiken, die du kennen solltest:

  • Hebelwirkung: Obwohl intern kontrolliert, können plötzliche und unerwartete Marktbewegungen die Verluste vergrößern.
  • Liquiditätsengpässe: In extremen Marktphasen könnten bestimmte Futures-Märkte weniger liquide sein, was den Handel erschweren kann.
  • Modellfehler: Die quantitativen Modelle sind hochentwickelt, aber nicht unfehlbar. Ein unerwartetes Marktverhalten könnte zu Fehlinterpretationen der Modelle führen.
  • Performance-Schwankungen: Die Performance kann je nach Marktphase stark variieren. Es gibt Phasen, in denen Trendfolgestrategien seitwärts tendieren und keine klaren Trends finden, was zu geringeren oder sogar negativen Renditen führen kann.

Die Auswahl des richtigen Produkts ist entscheidend. Nicht alle Managed Futures ETFs sind gleich konzipiert oder gleich erfolgreich. Ein Blick auf die zugrunde liegende Strategie und die historische Performance ist unerlässlich. Denke daran: Vergangene Performance ist kein Garant für zukünftige Ergebnisse, aber sie liefert wertvolle Hinweise.

Kosten im Blick: Was dich erwartet

Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Kosten. Managed Futures ETFs haben in der Regel höhere Gesamtkostenquoten (TER) als klassische, passiv verwaltete Index-ETFs. Das liegt daran, dass sie aktiv gemanagt werden und komplexe Derivategeschäfte tätigen. Eine TER von 0,6 % bis 1,2 % oder sogar mehr ist nicht ungewöhnlich. Zum Vergleich: Ein globaler Aktien-ETF liegt oft bei 0,2 % oder weniger.

Neben der TER solltest du auch auf den Tracking Error achten. Dieser gibt an, wie gut der ETF seine zugrunde liegende Strategie abbildet. Und ja, manche dieser ETFs können auch Performancegebühren erheben, die einen Teil der erzielten Gewinne abschöpfen. Eine genaue Prüfung der Kostenstruktur ist also Pflicht. Sie beeinflussen deine Nettorendite erheblich. Aber lass dich davon nicht abschrecken: Der potenzielle Diversifikationseffekt und der Schutz in Krisenzeiten können diese höheren Kosten mehr als rechtfertigen.

Managed Futures in deinem Portfolio: Praktische Überlegungen

Wie integrierst du nun Managed Futures sinnvoll in dein Portfolio? Sie sind in der Regel nicht dazu gedacht, den Löwenanteil deines Depots auszumachen. Vielmehr dienen sie als strategische Beimischung, um das Gesamtrisiko zu reduzieren und die Ertragsquelle zu diversifizieren.

Eine Allokation von 5 % bis 15 % des Gesamtportfolios ist ein guter Startpunkt, um den Diversifikationseffekt spürbar zu machen, ohne das Risiko durch die Komplexität zu stark zu erhöhen. Betrachte sie als eine Art Versicherungsprämie, die sich im Idealfall in unsicheren Zeiten auszahlt. Es geht darum, das Risiko-Rendite-Profil deines Portfolios zu optimieren und Schwankungen zu glätten. Stell dir vor, dein Depot ist ein Schiff. Managed Futures sind die Stabilisatoren, die das Schaukeln in stürmischer See reduzieren.

Achte bei der Auswahl des ETF darauf, dass er eine breite Streuung über verschiedene Futures-Märkte bietet und eine etablierte Strategie verfolgt. Produkte mit langjährigem Track Record sind hier klar im Vorteil. Und sei dir bewusst, dass es keine Garantie für positive Renditen gibt. Der Wert liegt in der Diversifikation, nicht unbedingt in der Outperformance in jeder Marktphase.

In den letzten Jahren hat sich das Angebot an Managed Futures ETFs stetig erweitert. Das zeigt, dass immer mehr Anleger die Vorteile dieser alternativen Anlageklasse erkennen. Einige neue Produkte gehen sogar noch einen Schritt weiter und kombinieren Managed Futures mit anderen Strategien, beispielsweise durch "Return Stacking". Hier wird quasi doppelt investiert, um die Kapitalnutzung zu optimieren. Eine spannende Entwicklung, die das Potenzial dieser Strategie noch besser nutzbar macht.

Fazit: Krisenfest mit System

Die Finanzmärkte sind dynamisch und unberechenbar. Stürme kommen und gehen. Dein Portfolio darauf vorzubereiten, ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit. Managed Futures ETFs bieten hierfür eine überzeugende Lösung. Sie sind ein Baustein für ein wirklich diversifiziertes Portfolio, das nicht nur von steigenden Märkten profitiert, sondern auch in turbulenten Phasen Widerstandskraft beweist.

Mit ihrer Fähigkeit, auf Trends in verschiedenen Assetklassen zu reagieren und sowohl Long- als auch Short-Positionen einzugehen, agieren sie als wertvoller Diversifikator. Sie sind nicht nur ein nettes Add-on, sondern können ein entscheidender Faktor sein, um dein Depot robuster und widerstandsfähiger zu machen.

Ja, sie sind komplexer und teurer als ein einfacher Index-ETF. Aber die potenziellen Vorteile in Sachen Risikomanagement und Krisenresilienz überwiegen oft die Nachteile. Wer sein Portfolio zukunftssicher aufstellen möchte, sollte Managed Futures ETFs definitiv auf dem Schirm haben.

Bleib am Ball – informiere dich weiter und prüfe, ob Managed Futures ETFs eine Bereicherung für dein Portfolio sein können. Dein Depot wird es dir danken.

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