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Weltraum‑ETF: Raumfahrt & Satellitenunternehmen als Chance

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Der Space‑Markt boomt: 2024 investierten Anleger über 30 Mrd. $ in Satelliten‑Startdienste (+38 % zu 2023). Getrieben von 5G, Datenbedarf, Klimabeobachtung und Militär. Weltraum‑ETFs bündeln reine Raumfahrt‑Aktien für unkomplizierte Beteiligung.

Weltraum‑ETF: Raumfahrt & Satellitenunternehmen als Chance

Der Space‑Markt im Aufwind

Seit 2020 fliegt die Raumfahrt‑Industrie aus dem Science‑Fiction‑Modus heraus und wird zu einem echten Wachstumsmarkt. Im vergangenen Jahr wurden weltweit über $30 Mrd in Satelliten‑Startdienste investiert – ein Anstieg von +38 % gegenüber 2023. Der Trend wird von vier Megatrends getragen: 5G‑Netze, globale Datenbedürfnisse, Klimabeobachtung und militärische Kommunikation.

Weltraum‑ETFs – Was steckt dahinter?

Ein Weltraum‑ETF bündelt die Aktien von Unternehmen, die mindestens 50 % ihres Umsatzes im Raumfahrt‑ oder Satellitenbereich erwirtschaften. So bekommst du eine thematische Reinheit, ohne jede Einzeltitel‑Analyse zu betreiben. Der bekannteste Vertreter ist der VanEck Global Space ETF (GSAT) – ISIN US92189V1050. Er investiert in über 30 Unternehmen, von Raketen‑Startdiensten bis zu Erdbeobachtungs‑Anbietern.

Kernunternehmen im Blick

Die größten Positionen im GSAT‑Portfolio sind:

  1. Rocket Lab (RKLB) – wiederverwendbare Kleinsatelliten‑Raketensysteme.
  2. AST SpaceMobile (ASTS) – Satelliten‑Internet für Mobilfunknetze.
  3. Iridium Communications (IRDM) – globales Satelliten‑Telefonnetz.
  4. SES (SESG) – Betreiber von über 200 Satelliten im geostationären Orbit.
  5. Spire Global (SPIR) – Daten aus Tausenden von Kleinsatelliten.

Fast 65 % der Gewichtung entfallen auf US‑Firmen, etwa 20 % auf asiatische Player wie iSpace (China) und 15 % auf europäische Anbieter, etwa OHB System.

Performance und Kosten

Seit seiner Auflage im Juni 2022 hat der GSAT‑ETF mehr als +120 % erzielt. Im Kalenderjahr 2024 lag das Plus bei beeindruckenden +92 %, während die Volatilität bei rund 25,5 % lag – deutlich höher als bei einem klassischen S&P‑500‑ETF, dafür aber mit größerem Aufwärtspotenzial. Die jährliche Gesamtkostenquote (TER) beträgt 0,55 % und liegt damit im Mittelfeld für Themen‑ETFs.

Wachstumstreiber im Detail

1. Wiederverwendbare Raketen senken die Startkosten von $70 Mio pro Mission auf unter $30 Mio. Das macht den Markteintritt für Start‑Ups günstiger und erhöht die Frequenz von Satelliten‑Launches.

2. Miniaturisierung von Nutzlasten ermöglicht Tausende von Kleinsatelliten (CubeSats). Jeder CubeSat kostet heute weniger als $200 k und liefert Daten für Landwirtschaft, Wetter und Schiffsverkehr.

3. Satelliten‑Internet – Projekte wie AST SpaceMobile oder Starlink (nicht im ETF, da privat) zielen darauf ab, 3 Mrd Menschen weltweit zu verbinden. Der globale Markt für Breitband‑Satelliten wird bis 2035 voraussichtlich $250 Mrd erreichen. Weitere Informationen zur Digitalen Infrastruktur finden Sie im ETF‑Umfeld.

4. Erdbeobachtung wird zum Daten‑Motor für den Klimaschutz. Regierungen investieren mehr als $5 Mrd in Satelliten‑basierte Klimadaten, ein Trend, der die Nachfrage nach Spire‑ und Planet‑Datenservices antreibt. Für Anleger, die von der Analyse solcher Daten profitieren möchten, bietet sich ein Blick auf ML‑gestützte Lieferketten‑ETFs an.

Risiken nicht vergessen

Der Weltraum‑Sektor ist nicht ohne Stolpersteine. Regulierungen können plötzlich strenger werden – etwa wenn die US‑Regierung neue Export‑Beschränkungen für Raketentechnologie einführt. Technische Rückschläge, wie ein fehlgeschlagener Start, können das Vertrauen in ein Unternehmen sofort erschüttern und zu einem Kursrückgang von >30 % führen.

Die Kapitalintensität ist ebenfalls hoch: Ein einzelner Raketen‑Start erfordert mehrere hundert Millionen Dollar Eigenkapital. Geopolitische Spannungen, etwa zwischen den USA und China, können Lieferketten blockieren und Aufträge aus staatlichen Programmen gefährden.

Wie du den passenden ETF auswählst

Bevor du investierst, prüfe folgende Kriterien:

  1. Kosten – Eine TER unter 0,60 % ist für Themen‑ETFs akzeptabel.
  2. Liquidität – Achte auf ein durchschnittliches Tagesvolumen von mindestens €10 Mio, damit du problemlos ein- und aussteigen kannst.
  3. Tracking‑Error – Ein Unterschied von weniger als 0,2 % zum Index signalisiert ein gut gemanagtes Produkt.
  4. Gewichtung der Kernunternehmen – Wenn du mehr Risiko eingehen möchtest, wähle einen ETF mit hoher Konzentration auf reine Space‑Player wie Rocket Lab. Für mehr Diversifikation eignen sich Misch‑ETFs, die auch Industrie‑ und Telekom‑Giganten enthalten.
  5. ESG‑Score – Viele Anleger legen Wert auf Umwelt‑ und Sozialkriterien. Ein ESG‑Rating über 70 % kann langfristig das Risiko reduzieren.

Ein kurzer Blick auf den Prospekt reicht oft aus, um die oben genannten Punkte zu prüfen. Wenn du bereits ein Depot hast, kannst du den GSAT‑ETF sofort über deine Bankorder hinzufügen – keine Mindestanlage, nur ein Stückchen Weltraum im Portfolio.

Bleib am Ball

Die Raumfahrt‑Wirtschaft entwickelt sich schneller als die meisten Technologie‑Sektoren. Neue Satelliten‑Constellations, private Raumstationen und die erste kommerzielle Mondmission stehen kurz vor dem Start. Wer jetzt einen Teil seines Kapitals in einen Weltraum‑ETF steckt, kann von den frühen Wachstumsphasen profitieren – und das mit einem einzigen Trade.

Informiere dich regelmäßig, verfolge die Quartalszahlen der Top‑Player und behalte regulatorische Entwicklungen im Blick. So bist du bestens gerüstet, um in das nächste große Abenteuer des Finanzmarkts zu investieren.

Steuerliche Behandlung von Weltraum‑ETFs

In Deutschland gelten die meisten Weltraum‑ETFs als thesaurierende Fonds. Das bedeutet, dass Erträge automatisch wiederangelegt werden und nicht als Ausschüttungen an den Anleger fließen. Für Privatanleger entsteht dadurch erst bei Verkauf des Fondsanteils ein Veräußerungsgewinn, der mit der Abgeltungssteuer von 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer besteuert wird.

Ein wichtiger Punkt: Die jährliche Vorabpauschale wird ebenfalls besteuert, obwohl du keine tatsächlichen Ausschüttungen erhältst. Sie bemisst sich am Basiszins und dem Fonds‑Wert zu Jahresbeginn. Um die Steuerlast zu optimieren, kann ein Freistellungsauftrag bis 801 Euro (bei Alleinstehenden) sinnvoll sein.

Behalte im Hinterkopf, dass bei einem Verkauf innerhalb eines Jahres die Spekulationsfrist nicht mehr greift – die volle Abgeltungssteuer fällt an, unabhängig von der Haltedauer.

Staatliche Aufträge und geopolitische Dynamik

Ein großer Teil des Umsatzes vieler Space‑ETF‑Titel stammt aus Regierungsverträgen. Unternehmen wie Lockheed Martin, Northrop Grumman und Airbus Defence erhalten jährlich Milliarden‑Dollar‑Aufträge für Satelliten, Raketen und Verteidigungs‑kommunikation. Solche Verträge garantieren stabile Einnahmen, erhöhen aber gleichzeitig die Abhängigkeit von politischen Entscheidungen.

Geopolitische Spannungen können die Kursentwicklung stark beeinflussen. Beispielsweise führen Sanktionen gegen russische Raumfahrt‑Lieferanten zu kurzfristigen Lieferengpässen, während neue US‑Militärbudgets die Nachfrage nach taktischen Kommunikationssatelliten anheizen. Anleger sollten daher die Politik‑Agenda ihrer Heimat und wichtiger Partnermärkte im Auge behalten – ein Anstieg der Verteidigungsausgaben kann den Space‑Sektor pushen, während Handelskonflikte das Risiko von Lieferketten‑Störungen erhöhen.

Innovationszyklen und technologische Roadmaps

Die Bewertung von Space‑ETFs hängt stark von den Entwicklungsstadien ihrer Kernunternehmen ab. Unternehmen, die sich gerade in der Prototyp‑Phase befinden (z. B. neue wiederverwendbare Raketen oder Laser‑Kommunikationssysteme), weisen oft ein hohes Kurs‑/Gewinn‑Verhältnis von >30 auf, weil Investoren auf zukünftige Marktanteile spekulieren. Sobald ein Produkt die Serien‑Reife erreicht, normalisiert sich das Multiple typischerweise auf 10‑15 und die Volatilität sinkt. Deshalb lohnt es sich, den Meilenstein‑Kalender (Testflüge, Zertifizierungen, Erst‑Kunden‑Launch) im Blick zu behalten. Ein erfolgreicher Start kann den Aktienkurs um +20 % bis +40 % katapultieren, während ein Fehlstart das Gegenteil bewirkt. Wer das Timing kennt, kann gezielt in Unternehmen einsteigen, die kurz vor dem Durchbruch stehen, und so vom nächsten Sprung in der Raumfahrttechnologie profitieren.

Fazit

Der aufkommende Weltraum‑Markt bietet mit innovativen Raumfahrt‑ und Satellitenunternehmen ein attraktives Wachstumsfeld. Weltraum‑ETFs bündeln diese Chancen, erfordern jedoch eine genaue Betrachtung von Kosten und Performance. Investoren sollten die Kernplayer und deren Wachstumstreiber genau beobachten, um von der nächsten Ära des Weltraums zu profitieren.

Unser Tipp: Bei Scalable Capital kannst Du rund 1700 PRIME ETFs - darunter iShares, Xtrackers und Amundi - von 7:30 bis 23 Uhr gebührenfrei handeln und dauerhaft kostenlos besparen. Monatliche Sparraten schon ab 1 €.

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