Creator Economy ETFs: So profitieren Anleger von der Digitalisierung

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Die Creator Economy: Millionen Menschen verdienen ihr Geld mit Content. Ein Milliardenmarkt, ermöglicht durch Plattformen & Tools. Erfahre, wie du über ETFs an diesem Megatrend partizipierst – Chancen, Risiken und konkrete Auswahl.

Creator Economy ETFs: So profitieren Anleger von der Digitalisierung

Stand: Juli 2026. Alle Fonds- und Marktdaten wurden zu diesem Zeitpunkt geprüft. Zahlen können sich ändern, prüfe vor einer Anlage stets das aktuelle Factsheet und das Basisinformationsblatt (PRIIP-KID).

Die Creator Economy: Ein Phänomen im Überblick

Stell dir vor: Millionen von Menschen weltweit verdienen ihren Lebensunterhalt damit, dass sie Inhalte erstellen. Das ist die Essenz der Creator Economy. Hier geht es nicht um traditionelle Medienhäuser, sondern um Einzelpersonen, die sogenannten Creators, die auf digitalen Plattformen ihre Ideen, ihr Wissen und ihre Unterhaltung mit einem Publikum teilen. Egal ob du sie als Influencer, Künstler, Fotografen, Videografen, Podcaster oder Online-Lehrer bezeichnest, sie alle eint der Wunsch, mit ihrer Kreativität Einkommen zu generieren.

Dieses Ökosystem ist weit mehr als nur ein paar Schmink-Tutorials auf YouTube oder Reisebilder auf Instagram. Es umfasst eine breite Palette von Branchen:

  • Social Media und Content-Plattformen
  • Musik und Audio-Streaming
  • Gaming und E-Sports
  • Digitales Design und Kunst
  • Online-Bildung und Coaching
  • E-Commerce und Produktvermarktung

Die Zahlen sind beeindruckend, aber sie schwanken je nach Definition erheblich. Goldman Sachs beziffert den adressierbaren Markt der Creator Economy auf rund 250 Milliarden US-Dollar (Stand 2023) und erwartet nahezu eine Verdopplung auf etwa 480 Milliarden US-Dollar bis 2027. Die Bank zählt weltweit rund 67 Millionen Menschen, die sich 2025 als Creator identifizieren, mit einem prognostizierten Anstieg auf 107 Millionen bis 2030. Andere Marktforscher nennen deutlich höhere Zahlen, teils über 400 Millionen Creator weltweit. Diese Spannbreite ist selbst ein Warnsignal: Der Markt ist jung, schwer messbar und die Prognosen sind mit Vorsicht zu genießen.

Für die Creatoren selbst gibt es viele Wege der Monetarisierung, vom Werbeanteil über Abonnements und virtuelle Geschenke bis zu gesponserten Inhalten und dem Verkauf eigener Produkte. Für die Mehrheit bleibt es allerdings ein Nebenverdienst; nur ein kleiner Teil erzielt hohe Einkommen. Auch Marken haben den Trend erkannt: Ihre Budgets für Creator-Marketing sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, weil ein authentischer Creator oft mehr erreicht als eine teure Hochglanzkampagne. Die Creator Economy ist damit kein vorübergehender Hype, sondern eine strukturelle Veränderung der Art und Weise, wie Inhalte konsumiert und vermarktet werden.

Wer profitiert? Die Unternehmen hinter den Kreativen

Die Creatoren sind das sichtbare Gesicht des Erfolgs, aber im Hintergrund operiert eine Vielzahl von Unternehmen, die das Ökosystem erst ermöglichen und somit zu den eigentlichen Profiteuren gehören. Sie stellen die Infrastruktur, die Werkzeuge und die Monetarisierungsmodelle bereit, auf die sich die Kreativen verlassen.

Ganz vorne mit dabei sind die Plattformbetreiber. Ohne sie gäbe es keine Bühne für die digitalen Stars. Denk an Schwergewichte wie Alphabet mit YouTube, Meta Platforms mit Instagram und Facebook oder ByteDance mit TikTok. Diese Unternehmen verdienen direkt an der Werbezeit und an den Daten, die dabei generiert werden.

Ein weiterer wichtiger Sektor sind die Softwareanbieter. Damit Creatoren überhaupt ansprechende Inhalte produzieren können, benötigen sie professionelle Werkzeuge. Unternehmen wie Adobe mit ihren Kreativ-Suiten (Photoshop, Premiere Pro) oder Canva mit intuitiven Design-Tools sind hier essenziell.

Die E-Commerce-Lösungen und Zahlungsdienstleister bilden das Rückgrat der Monetarisierung. Wenn ein Creator Merchandise verkauft, ein digitales Produkt anbietet oder Spenden annimmt, sind Unternehmen wie Shopify für den Online-Shop, Etsy für den Marktplatz oder Zahlungsdienstleister wie PayPal für die Abwicklung unverzichtbar.

Weniger offensichtlich, aber ebenfalls relevant, sind Unternehmen aus dem Bereich Streaming und Gaming. Musiker verdienen auf Spotify oder Apple Music, Gamer auf Twitch und YouTube. Unternehmen wie Roblox oder Epic Games (Fortnite) haben eigene Ökosysteme geschaffen, in denen Nutzer selbst Inhalte kreieren und monetarisieren, eine neue Generation digitaler Kreativer.

All diese Unternehmen sind die stillen Nutznießer des Creator-Booms und bilden die Basis für Investmentchancen, die über traditionelle Branchen hinausgehen.

Wichtig zuerst: Es gibt keinen reinen Creator-Economy-ETF für dich

Bevor wir über konkrete Produkte sprechen, die ehrliche Einordnung: Einen dedizierten, in Deutschland handelbaren UCITS-ETF, der ausschließlich auf die Creator Economy setzt, gibt es Stand Juli 2026 nicht. Wer im Netz von einem "Creator Economy ETF" liest, meint fast immer US-Fonds wie den Global X Social Media ETF (SOCL) oder aktiv gemanagte Vehikel wie ARKW. Diese sind in den USA aufgelegt, keine UCITS-Fonds und für Privatanleger in der EU regulär nicht handelbar, weil ihnen das vorgeschriebene Basisinformationsblatt (PRIIP-KID) fehlt.

Die Creator Economy ist als Anlagethema also eine reine Themen-Wette. Faktisch bildest du sie ab, indem du in die börsennotierten Konzerne investierst, die das Ökosystem tragen, und das lässt sich sehr gut über breite, handelbare Sektor- und Themen-ETFs zu Kommunikationsdiensten, Digitalisierung und Gaming erreichen. Kein Marketing-Etikett nötig, sondern echte, geprüfte UCITS-Produkte.

Handelbare UCITS-ETFs, mit denen du das Thema abbildest

ETFs (Exchange Traded Funds) sind wie ein Korb voller Aktien, der an der Börse gehandelt wird. Sie bieten breite Diversifikation und reduzieren das Risiko einzelner Aktien. Die folgenden vier UCITS-ETFs überschneiden sich stark mit den Profiteuren der Creator Economy. Alle sind in Irland aufgelegt, thesaurierend und in Deutschland über gängige Broker handelbar (Werte per justETF und Emittent geprüft, Stand Juli 2026):

  • Xtrackers MSCI World Communication Services UCITS ETF 1C (ISIN IE00BM67HR47, TER 0,25 % p.a.). Bildet den Kommunikationsdienste-Sektor der Industrieländer ab, mit den Plattform-Schwergewichten Alphabet, Meta und Co. als größte Positionen. Das ist das direkteste breite Abbild der Plattform-Ökonomie.
  • iShares Digitalisation UCITS ETF (ISIN IE00BYZK4883, TER 0,40 % p.a.). Folgt dem iSTOXX FactSet Digitalisation Index und investiert global in Firmen mit digitalem Geschäftsmodell, von Software bis E-Commerce.
  • VanEck Video Gaming and eSports UCITS ETF (ISIN IE00BYWQWR46, TER 0,55 % p.a.). Der einzige UCITS-ETF auf den MarketVector Global Video Gaming & eSports Screened Index. Deckt die Gaming- und Streaming-Nische der Creator Economy ab (Tencent, Roblox, Nintendo und Co.).
  • iShares Nasdaq 100 UCITS ETF (Acc) (ISIN IE00B53SZB19, TER 0,30 % p.a.). Kein Themen-, sondern ein breiter Tech-Index. Enthält viele Creator-Economy-Profiteure (Alphabet, Meta, Adobe) und ist mit rund 24 Milliarden Euro Fondsvolumen extrem liquide. Mehr dazu in unserem Nasdaq-100-Überblick.

Beachte: Diese ETFs sind keine reinen Creator-Economy-Fonds. Sie enthalten die relevanten Konzerne, aber eben auch andere Unternehmen. Das ist ein Vorteil (mehr Diversifikation, echte Handelbarkeit), aber du bekommst eben eine breite Tech- und Kommunikationswette und nicht die eng gefasste Themen-Story. Genau das solltest du wollen, denn enge Mikro-Themen-ETFs sind oft teurer, illiquider und riskanter.

Wenn du in eines dieser Produkte investieren möchtest, brauchst du ein Depot. Alle vier ETFs sind zum Beispiel bei Trade Republic und Scalable Capital sparplanfähig und handelbar. Vergleiche vorab Ordergebühren und Sparplan-Konditionen.

Chancen und Risiken: Das Doppelgesicht des Wachstums

Jede Investition hat zwei Seiten. Ein ehrlicher Blick auf beide hilft dir, informierte Entscheidungen zu treffen.

Chancen:

  • Struktureller Rückenwind: Die Digitalisierung ist ein langfristiger Trend. Werbebudgets wandern von klassischen Medien zu Plattformen und Creatoren, davon profitieren die Infrastruktur-Anbieter.
  • Diversifikation durch ETFs: Du kaufst nicht das Risiko eines einzelnen Start-ups, sondern einen breiten Korb. Das reduziert das Einzelwertrisiko erheblich.
  • Junge, globale Zielgruppe: Die Plattformen erreichen Milliarden Nutzer, vor allem jüngere Generationen. Das sichert langfristig Reichweite und Werbeeinnahmen.

Risiken (bei einer Themen-Wette besonders relevant):

  • Klumpen- und Konzentrationsrisiko: Sektor- und Themen-ETFs sind deutlich weniger breit als ein Welt-ETF. Wenige große Plattformen dominieren die Indizes. Fällt Big Tech, fällt dein Fonds überproportional.
  • Bewertungsrisiko und Hype: Tech- und Kommunikationswerte sind oft hoch bewertet. Ein Teil des Wachstums ist bereits eingepreist. Enttäuschungen können zu hoher Volatilität führen.
  • Regulatorik und Plattform-Abhängigkeit: Datenschutz, Jugendschutz, Wettbewerbsverfahren und Algorithmus-Änderungen können ganze Geschäftsmodelle treffen.
  • Konjunkturabhängige Werbeeinnahmen: Sparen Unternehmen an Marketing, trifft das direkt die Plattform-Umsätze.

Unterm Strich bietet das Thema Wachstumsperspektiven, hat aber, wie jede enge Themen-Anlage, klare Tücken. Mit der breiten Streuung eines Welt-ETFs im Kern und einer solchen Wette höchstens als kleiner Satellit reduzierst du das spezifische Risiko.

Dein Kompass für die ETF-Auswahl

Wenn du dich für ein Investment interessierst, helfen dir diese Faktoren bei der Auswahl:

  • Reine Handelbarkeit prüfen: Nur UCITS-ETFs mit deutschem PRIIP-KID sind für dich regulär handelbar. Achte auf "UCITS" im Namen und eine ISIN, die dein Broker führt.
  • Branchenfokus: Willst du eng auf Kommunikationsdienste, breiter auf Digitalisierung oder auf Gaming setzen? Schau dir die Top-Holdings genau an.
  • Kostenquote (TER): Themen-ETFs kosten mehr als Breitmarkt-Produkte (hier 0,25 % bis 0,55 % gegenüber oft unter 0,20 % bei Welt-ETFs). Über Jahre macht das einen Unterschied.
  • Liquidität und Volumen: Ein großer, oft gehandelter und damit liquider ETF lässt sich zu besseren Kursen handeln. Prüfe Fondsvolumen und Spread.
  • Überschneidungen vermeiden: Hältst du schon einen Welt- oder Nasdaq-100-ETF, überschneidet sich ein Kommunikationsdienste- oder Tech-Fonds stark. Sonst entsteht ein verstecktes Übergewicht.

Nimm dir Zeit für die Recherche und wähle das Produkt, das zu deiner Strategie und Risikobereitschaft passt. Ein klug ausgewählter ETF kann ein sinnvoller Baustein sein, ersetzt aber keinen breiten Portfolio-Kern.

Fazit: Themen-Wette mit Substanz, aber kein Selbstläufer

Die Creator Economy ist mehr als ein flüchtiger Trend, sie ist eine strukturelle Verschiebung in der digitalen Landschaft. Für dich als Privatanleger gibt es aber keinen reinen, handelbaren Creator-Economy-ETF. Du bildest das Thema über breit diversifizierte UCITS-ETFs zu Kommunikationsdiensten, Digitalisierung und Gaming ab, und genau das ist ehrlicher und robuster als ein Nischenprodukt mit Marketing-Etikett.

Die Prognosen sind optimistisch: Goldman Sachs sieht den Markt bis 2027 bei rund 480 Milliarden US-Dollar. Aber diese Zahlen schwanken stark und sind kein Garant für Kursgewinne. Die Risiken, Klumpenbildung, hohe Bewertungen, Regulatorik, sind real. Wer investiert, sollte eine solche Wette daher als kleinen Satelliten neben einem breiten Kern verstehen, nicht als Ersatz dafür.

Bleib auf dem Laufenden und informiere dich weiter über die Chancen, die sich für deine Geldanlage ergeben.


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