Preferred Income ETF (PFFI): Portfolio über Preferred Shares
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Preferred Shares kombinieren Aktien‑ und Anleihencharakter: feste Dividenden, kaum Stimmrecht, vorrangige Position im Insolvenzfall und geringere Volatilität. Ideal für renditeorientierte Anleger, die Risiken begrenzen wollen.
Was sind Preferred Shares?
Preferred Shares, oder Vorzugsaktien, verbinden Eigenschaften von Aktien und Anleihen. Sie zahlen in der Regel feste Dividenden, haben aber meist kein Stimmrecht. Im Insolvenzfall stehen sie vor den Stammaktionären, jedoch hinter den Anleihegläubigern. Dadurch entsteht ein Rendite‑Profil, das zwischen reinen Anleihen und klassischen Aktien liegt.
Ein typisches Merkmal ist die geringere Kursvolatilität gegenüber Stammaktien. Das macht sie für Anleger interessant, die regelmäßige Erträge suchen, ohne die Schwankungen eines reinen Aktienportfolios zu akzeptieren.
Der Preferred Income UCITS ETF (PFFI) im Überblick
Der Preferred Income UCITS ETF, Kürzel PFFI, wurde im September 2025 an europäischen Börsen gelistet. Er ist ein aktiv gemanagter UCITS‑ETF, der sich ausschließlich auf Preferred Shares konzentriert. Die ISIN lautet DE000A2J1VJ6. Der Fonds investiert primär in US‑amerikanische Vorzugsaktien aus den Sektoren Finanzdienstleistungen, Versorger, Telekommunikation und Industrie.
Durch die UCITS‑Struktur unterliegt PFFI strengen europäischen Regularien: tägliche NAV‑Berechnung, maximale Positionsgröße und transparente Berichterstattung. Das schafft Vertrauen und erleichtert die steuerliche Behandlung für europäische Privatanleger. Mehr dazu zur Vorteilhaftigkeit von ETFs für private Anleger.
Rendite‑ und Risikoprofil
Historische Daten vergleichbarer Produkte (z. B. iShares PFF) zeigen eine durchschnittliche Jahresrendite von 3 – 4 % über die letzten 5‑10 Jahre. PFFI strebt eine ähnliche Ausschüttungsrendite von rund 3,5 % an. Damit liegt die Performance über den meisten Staatsanleihen, bleibt aber unter stark wachstumsorientierten Aktien. Für Anleger, die einen kommunalen Anleihen‑ETF als sicheren Hafen nutzen, ist diese Rendite attraktiv.
Das Risiko wird durch die nachrangige Stellung gegenüber Anleihen begrenzt, während das Kreditrisiko durch eine breite Streuung über mehr als 120 Emittenten gemindert wird. Hier bieten Corporate‑Bond‑ETFs ähnliche Diversifikationsvorteile. Die Volatilität liegt bei etwa 7‑10 %, was deutlich unter dem von reinen Aktien‑ETFs liegt, aber etwas über dem von Anleihefonds. In einem Umfeld steigender Zinskurven können solche Produkte zudem von längeren Laufzeiten und höheren Renditen profitieren.
Diversifikationseffekt im Portfolio
Preferred Shares korrelieren nur schwach mit klassischen Aktien‑ und Anleiheklassen. Ihre Kurse reagieren stärker auf Zinsänderungen als auf Unternehmensgewinne, was in Phasen steigender Zinsen zu Kursverlusten, gleichzeitig aber zu höheren Kupon‑Erträgen führen kann.
Durch die Beimischung von PFFI kann die Gesamtschwankungsbreite eines Multi‑Asset‑Portfolios reduziert werden. Ein Beispiel: Ein Portfolio aus 60 % Aktien, 30 % Anleihen und 10 % PFFI zeigt im Vergleich zu einem reinen 90‑/10‑Mix eine um ca. 1,5 % niedrigere Jahresvolatilität, während die Ausschüttungsquote um rund 0,8 % steigt.
Kosten und Liquidität
PFFI weist eine Total Expense Ratio (TER) von 0,80 % auf. Das ist höher als bei passiven Aktien‑ETFs, aber im Rahmen für spezialisierte, aktiv gemanagte Produkte. Die tägliche Handelbarkeit an der Deutschen Börse (Xetra) sorgt für ausreichende Liquidität. Das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen liegt seit dem Launch bei etwa 5 Mio. EUR, was für Privatanleger ohne Mindesthaltefrist ausreicht.
Die NAV‑Berechnung erfolgt täglich auf Basis der Marktpreise der enthaltenen Preferred Shares. Da diese Wertpapiere teils weniger liquide sind, kann es zu leichten Abweichungen zwischen Kurs und NAV kommen – ein Detail, das Anleger im Auge behalten sollten.

Steuerliche Aspekte für deutsche Anleger
Als UCITS‑ETF genießt PFFI in Deutschland eine günstige Quellensteuerbehandlung. Die US‑Dividenden unterliegen einer reduzierten Quellensteuer von 15 % (statt 30 %), weil das Doppelbesteuerungsabkommen Anwendung findet. Die Ausschüttungen werden in der Regel als Einkünfte aus Kapitalvermögen versteuert und können im Rahmen des Sparer‑Pauschbetrags von 1.000 EUR (bzw. 2.000 EUR für Ehepaare) steuerfrei bleiben.
Veräußerungsgewinne unterliegen der Abgeltungssteuer von 25 % zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer. Durch die tägliche Transparenz des Fonds wird die steuerliche Dokumentation vereinfacht – ein Pluspunkt für die Jahressteuererklärung.
Einbindung in deine Anlagestrategie
Du willst regelmäßige Erträge und gleichzeitig das Risiko deines Portfolios senken? Dann könnte PFFI ein Baustein für dich sein. Hier ein kurzer Leitfaden:
- Bestimme dein gewünschtes Ertragsziel. Wenn du etwa 3 % p.a. anstrebst, decken die Ausschüttungen von PFFI einen Teil dieses Ziels ab.
- Prüfe deine aktuelle Asset‑Allokation. Ein Anteil von 5‑10 % PFFI kann die Gesamtauszahlung erhöhen, ohne die Volatilität stark zu steigern.
- Beobachte das Zinsumfeld. In einem steigenden Zinsregime können die Kurse von Preferred Shares fallen, während neue Emissionen attraktivere Kupons bieten.
- Kontrolliere das Kreditrating der Top‑Emittenten im Fonds. PFFI legt Wert auf mindestens BBB‑Rating, aber ein kurzer Blick auf die größten Positionen (z. B. Bank of America, JPMorgan Chase) lohnt sich.
- Nutze die tägliche Handelbarkeit, um bei Marktstress schnell zu reagieren – ein Vorteil gegenüber geschlossenen Fonds.
Ein weiterer Pluspunkt: PFFI berücksichtigt ESG‑Kriterien bei der Emittentenauswahl. Emittenten mit schlechten Umwelt‑ oder Sozialbewertungen werden systematisch aus dem Portfolio gefiltert, was für nachhaltig orientierte Anleger ein zusätzlicher Anreiz ist.
Wenn du bereits in klassische Anleihen investierst, kann PFFI als Einkommensbrücke dienen, wenn die Renditen von Staatsanleihen weiter sinken. Umgekehrt bietet er eine höhere Ausschüttung als viele Unternehmensanleihen, ohne das volle Aktienrisiko zu übernehmen.
Bleib informiert – prüfe, ob PFFI zu deinem Portfolio passt.
Wie Zinsänderungen den PFFI beeinflussen
Preferred Shares reagieren stark auf das Zinsniveau. Steigen die Leitzinsen, sinkt in der Regel der Kurs der Vorzugsaktien, weil ihre festen Kupons im Vergleich zu neuem, höher verzinsten Kapital weniger attraktiv werden. Gleichzeitig erhöht sich die Ausschüttungsrendite neu emittierter Preferred Shares, was den Fondsmanager veranlasst, vermehrt in frische Emissionen zu investieren.
Für dich bedeutet das: In einem steigenden Zinsumfeld kann der PFFI kurzfristig Kursverluste erleiden, während die langfristige Ertragskraft erhalten bleibt. Ein sinnvoller Ansatz ist, bei höheren Zinsen gezielt nach Nachholgelegenheiten zu suchen und die Positionen schrittweise auszubauen, sobald die Kurse sich erholen, etwa über das neue Fixed‑Income‑Angebot von Trade Republic.
Liquidität und Handelsaspekte von PFFI
Preferred Shares sind im Vergleich zu Stammaktien weniger liquide. Der PFFI kompensiert das, indem er ein breites Portfolio aus über 120 Emittenten hält und täglich den NAV anhand der letzten gehandelten Preise ermittelt – ETF-Vorteile für Privatanleger. An der Xetra wird der ETF in Echtzeit gehandelt, wobei das durchschnittliche Tagesvolumen seit dem Launch bei etwa 5 Mio. EUR liegt.
Der Spread zwischen Geld- und Briefkurs ist bei Preferred Shares typischerweise etwas breiter als bei großen Aktien‑ETFs – meist zwischen 3 und 7 Basispunkten. Für Privatanleger bedeutet das, dass beim Kauf etwas mehr gezahlt und beim Verkauf etwas weniger erhalten wird.
Ein weiterer Vorteil: Durch die tägliche Preisfeststellung kannst du PFFI flexibel in volatile Marktphasen ein- oder aussteigen, ohne Mindesthaltefristen beachten zu müssen.
Fazit
Der Preferred Income UCITS ETF (PFFI) ermöglicht Anlegern, von den stabilen Erträgen von Preferred Shares zu profitieren und gleichzeitig die Risikostreuung ihres Portfolios zu erhöhen. Durch die Kombination von regelmäßiger Dividendenbelohnung, moderater Volatilität und niedrigen Kostenpositionen ist PFFI besonders für risikoaverse und diversitätsorientierte Investoren attraktiv. Seine hohe Liquidität und die klare Struktur als UCITS-ETF machen ihn zudem einfach handelbar und transparent.
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