Preferred Income ETF (PFFI): Portfolio über Preferred Shares
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Preferred Shares kombinieren Aktien‑ und Anleihencharakter: feste Dividenden, kaum Stimmrecht, vorrangige Position im Insolvenzfall und geringere Volatilität. Ideal für renditeorientierte Anleger, die Risiken begrenzen wollen.
Stand: Juli 2026. Dieser Artikel ist eine journalistische Einordnung und keine Anlageberatung.
Was sind Preferred Shares?
Preferred Shares, auf Deutsch Vorzugsaktien im angloamerikanischen Sinn, verbinden Eigenschaften von Aktien und Unternehmensanleihen. Sie zahlen in der Regel eine feste, vorab definierte Dividende, haben aber meist kein Stimmrecht. Im Insolvenzfall stehen sie vor den Stammaktionären, jedoch hinter allen Anleihegläubigern. Dadurch entsteht ein Rendite-Risiko-Profil, das zwischen klassischen Anleihen und Stammaktien liegt.
Der Markt für Preferred Shares ist stark US-lastig und wird von Banken und Versicherern dominiert, die dieses Instrument zur Eigenkapitalstärkung nutzen. Die Papiere lauten überwiegend auf US-Dollar. Für Anleger, die regelmäßige Erträge suchen, sind sie interessant, bringen aber ein spürbares Zins- und Währungsrisiko mit.
Wichtig zuerst: PFF und PFFI sind für deutsche Anleger nicht handelbar
In der Finanzpresse tauchen oft die US-Ticker PFF (iShares Preferred and Income Securities ETF) oder ähnliche US-Produkte auf. Diese US-domizilierten ETFs sind für deutsche Privatanleger in aller Regel nicht handelbar: Ihnen fehlt das nach EU-Recht (PRIIPs-Verordnung) vorgeschriebene Basisinformationsblatt (KID), weshalb Broker in der EU sie für Privatkunden sperren. Ein UCITS-Produkt namens PFFI mit deutscher ISIN existiert nicht. Wer solche Ticker als handelbare Empfehlung liest, sollte skeptisch sein.
Die gute Nachricht: Es gibt sehr wohl echte UCITS-ETFs auf Preferred Shares, die in Deutschland an der Börse gehandelt und teils bespart werden können. Sie stammen von Invesco und sind allerdings ein Nischenprodukt mit kleinem Fondsvolumen.
Handelbare UCITS-ETFs auf Preferred Shares
Zwei UCITS-ETFs von Invesco bilden den US-Markt für Preferred Shares ab. Beide sind physisch replizierend, ausschüttend (quartalsweise) und in Irland domiziliert. Die Angaben sind Stand Juli 2026 und sollten vor einem Kauf im aktuellen KID und auf der Emittentenseite geprüft werden.
| Merkmal | Fixed Rate | Variable Rate |
|---|---|---|
| Name | Invesco Preferred Shares UCITS ETF Dist | Invesco Variable Rate Preferred Shares UCITS ETF Dist |
| ISIN / WKN | IE00BDVJF675 / A2DVWJ | IE00BG21M733 / A2JRFU |
| Index | ICE BofA Diversified Core Plus Fixed Rate Preferred Securities | Wells Fargo Hybrid and Preferred Securities Floating and Variable Rate |
| TER (laufende Kosten) | 0,50 % p.a. | 0,50 % p.a. |
| Fondsvolumen | rund 91 Mio. EUR | rund 15 Mio. EUR |
| Ausschüttung | quartalsweise | quartalsweise |
| Ausschüttungsrendite (indikativ) | rund 5,5 % | rund 5 % |
Der Unterschied liegt im Kupon-Typ: Der Fixed-Rate-ETF hält fest verzinste Preferred Shares, deren Kurse bei steigenden Zinsen tendenziell fallen. Der Variable-Rate-ETF hält variabel verzinste Papiere, die weniger zinssensitiv sind, dafür bei sinkenden Zinsen geringere Erträge liefern. Es gibt zudem währungsgesicherte (EUR-Hgd) und thesaurierende Varianten derselben Fondsfamilie, deren Kennzahlen abweichen.
Beide Fonds sind klein. Ein Volumen von 15 Mio. EUR liegt nahe der Grenze, ab der Anbieter einen Fonds aus Rentabilitätsgründen schließen könnten. Das ist ein realer Nachteil, den du vor einem langfristigen Investment berücksichtigen solltest.
Rendite- und Risikoprofil
Die laufende Ausschüttungsrendite dieser Fonds liegt derzeit im Bereich von rund 5 bis 5,5 Prozent und damit über vielen Staatsanleihen. Diese höhere Rendite ist jedoch kein Geschenk, sondern die Vergütung für mehrere Risiken:
- Zinsrisiko: Fest verzinste Preferred Shares verlieren an Kurswert, wenn die Marktzinsen steigen. Nach der ersten Leitzinsanhebung der EZB seit 2023 (Einlagesatz 2,25 % seit Juni 2026) ist die Zinsentwicklung wieder ein aktives Thema.
- Währungsrisiko: Die Papiere lauten auf US-Dollar. Ohne Währungssicherung schlagen EUR/USD-Schwankungen voll auf Kurs und Ausschüttung durch.
- Kredit- und Nachrangrisiko: Im Insolvenzfall werden Preferred-Share-Halter erst nach allen Anleihegläubigern bedient. Zudem ist der Markt stark auf den Finanzsektor konzentriert (bei den Invesco-Fonds über 40 Prozent Financials), was die Diversifikation begrenzt.
- Call-Risiko: Viele Preferred Shares sind vom Emittenten kündbar, was das Kurspotenzial nach oben deckelt.
Wer ein reines Ertragsprodukt sucht, sollte diese Konzentration und das Währungsrisiko ehrlich gegen breiter gestreute Alternativen abwägen.
Alternativen: Dividenden- und Hochzinsanleihe-ETFs
Für viele Anleger, die stabile Ausschüttungen wollen, sind breiter aufgestellte und liquidere UCITS-ETFs die pragmatischere Wahl als ein Preferred-Share-Nischenfonds:
- Dividenden-ETFs: global gestreute Aktien-ETFs mit Fokus auf ausschüttungsstarke Qualitätsunternehmen. Sie profitieren als Aktienfonds von der 30-prozentigen Teilfreistellung. Einen Überblick geben wir im Vergleich der besten Dividenden-ETFs.
- Hochzins- und Unternehmensanleihen-ETFs: liefern ähnliche laufende Renditen wie Preferred Shares, mit anderem Risikoprofil. Details dazu findest du in unserem Ratgeber zu Corporate-Bond-ETFs inklusive High Yield.
- Kommunale Anleihen-ETFs: für den defensiveren Teil des Portfolios, siehe kommunale Anleihen-ETFs.
Kosten und Handel
Die TER von 0,50 Prozent pro Jahr ist für ein spezialisiertes Fixed-Income-Produkt marktüblich, liegt aber deutlich über breiten Standard-Aktien-ETFs (oft 0,05 bis 0,20 Prozent). Beide Invesco-Fonds sind an deutschen Börsen wie Xetra handelbar und bei mehreren Neobrokern wie Scalable Capital sparplanfähig, oft ab 1 Euro Sparrate. Wo du ein passendes Depot findest, zeigt unser Online-Broker-Vergleich 2026. Bei einem so kleinen und teils illiquiden Marktsegment lohnt der Blick auf den Geld-Brief-Spread, der breiter ausfällt als bei großen Aktien-ETFs.
Steuerliche Aspekte für deutsche Anleger
Beide ETFs sind in Irland domiziliert, wodurch auf Fondsebene das Doppelbesteuerungsabkommen greift und die US-Quellensteuer auf Dividenden auf 15 Prozent statt 30 Prozent reduziert wird. Seit der Investmentsteuerreform 2018 wird diese Quellensteuer allerdings nicht mehr direkt auf Anlegerebene angerechnet.
Wichtiger Punkt, der oft falsch dargestellt wird: Preferred-Share-ETFs sind keine Aktienfonds im Sinne des Investmentsteuergesetzes, da sie die 51-Prozent-Aktienquote nicht erfüllen. Sie dürften daher als sonstige Fonds gelten und keine oder nur eine geringe Teilfreistellung erhalten, anders als klassische Aktien-ETFs mit 30 Prozent Freistellung. Die genaue Einstufung solltest du dem KID beziehungsweise den Steuerdaten deines Brokers entnehmen. Ausschüttungen und Veräußerungsgewinne unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag (zusammen rund 26,375 Prozent) und gegebenenfalls Kirchensteuer. Der Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro (2.000 Euro bei Zusammenveranlagung) bleibt steuerfrei.
Einbindung in deine Anlagestrategie
Preferred Shares sind ein taktischer Baustein, kein Kerninvestment. Wenn du sie beimischen willst, hilft dir dieser Leitfaden:
- Kläre, ob du das US-Dollar-Währungsrisiko tragen willst oder eine EUR-gesicherte Variante bevorzugst.
- Halte den Anteil klein. Ein Nischenfonds mit geringem Volumen gehört nicht ins Zentrum eines Portfolios.
- Beobachte das Zinsumfeld: Bei steigenden Zinsen leiden fest verzinste Preferred Shares, variabel verzinste sind robuster.
- Prüfe die Sektorkonzentration. Ein Fonds mit über 40 Prozent Finanztiteln ist kein Ersatz für einen breit gestreuten Aktien- oder Anleihen-ETF.
- Vergleiche ehrlich mit den oben genannten Alternativen, bevor du dich für die teurere und engere Preferred-Share-Lösung entscheidest.
Fazit
Preferred Shares können für ertragsorientierte Anleger eine interessante Ergänzung sein: hohe laufende Ausschüttungen, Position vor den Stammaktionären, moderate Kursvolatilität gegenüber reinen Aktien. Für deutsche Privatanleger sind US-Produkte wie PFF oder ein fiktives PFFI jedoch nicht handelbar. Handelbar sind die beiden UCITS-ETFs von Invesco (IE00BDVJF675 und IE00BG21M733), allerdings mit kleinem Fondsvolumen, US-Dollar-Risiko, starker Finanzsektor-Konzentration und voraussichtlich ohne Teilfreistellung. Wer regelmäßige Erträge sucht, sollte diese Nische nüchtern gegen breitere Dividenden- und Anleihen-ETFs abwägen.
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