Templeton Growth Fund: Lohnt sich der Fonds? (Analyse)

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Der Templeton Growth Fund war einst ein Star, doch aktuelle Analyse zeigt: Er hinkt günstigen ETFs bei Performance und Kosten hinterher. Viele Anleger, speziell in Altverträgen, zahlen einen hohen Preis für aktive Verwaltung ohne Mehrwert. Lohnt sich das Halten noch?

Templeton Growth Fund: Lohnt sich der Fonds? (Analyse)

Ein einstiger Star auf dem Prüfstand

Stand: Juli 2026. Wir blicken auf einen der bekanntesten Investmentfonds der Finanzgeschichte. Der Templeton Growth Fund reicht in seiner US-Historie bis ins Jahr 1954 zurück und ist ein echtes Schwergewicht. Für deutsche Anleger relevant ist vor allem die in Euro notierte Tranche, der Templeton Growth (Euro) Fund A (acc) mit der ISIN LU0114760746 (WKN 941034), aufgelegt im August 2000. Das Fondsvolumen liegt aktuell bei rund 9,44 Milliarden Euro. Doch historische Erfolge zahlen keine aktuellen Rechnungen.

Viele Anleger halten den Fonds seit den frühen 2000er Jahren, teils direkt im Depot, teils innerhalb fondsgebundener Lebens- und Rentenversicherungen. Die Rendite bleibt bei vielen hinter den Erwartungen zurück, und die Frage drängt sich auf: Lohnt sich das Halten dieses Fonds überhaupt noch, oder ist es Zeit für einen sauberen Schnitt?

Die nackten Zahlen: Performance im Realitätscheck

Ein Blick auf die Wertentwicklung der Euro-Tranche (Stand Juli 2026) liefert ein nüchternes Bild. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Plus von rund 12,5 Prozent zu Buche. Das ist ordentlich, aber getrieben von der allgemeinen Marktentwicklung.

Das eigentliche Problem offenbart sich langfristig. Über zehn Jahre liefert der Templeton Growth (Euro) Fund eine annualisierte Rendite von etwa 5,5 Prozent pro Jahr, über fünf Jahre rund 6,4 Prozent pro Jahr. Zum Vergleich: Ein simpler, passiver ETF auf den MSCI World Index lieferte auf zehn Jahre je nach Betrachtungszeitraum rund 10,5 bis 11,5 Prozent pro Jahr (in Euro). Diese Lücke von rund fünf Prozentpunkten pro Jahr summiert sich über ein Jahrzehnt zu einem massiven Vermögensunterschied auf.

Der Fonds bewegt sich in Sachen Volatilität etwa im Bereich des breiten Aktienmarktes. Du gehst also grob das gleiche Risiko ein wie der Weltmarkt, wirst dafür aber langfristig mit deutlich weniger Rendite belohnt. Das ist die zentrale Schwachstelle.

Blick unter die Haube: Was steckt drin?

Der Templeton Growth Fund verfolgt einen weltweiten Value-orientierten Ansatz: Das Management sucht global nach Aktien großer Unternehmen, die als unterbewertet gelten. Der Fonds ist nahezu vollständig in Aktien investiert.

Interessant ist die geografische Aufteilung. Der US-Anteil fällt deutlich niedriger aus als bei einem klassischen Welt-ETF. Viele globale ETFs auf den MSCI World bestehen heute zu rund 70 Prozent aus US-Werten. Hier gewichtet der Templeton den Rest der Welt stärker, was ihm in US-getriebenen Jahren aber gerade zum Nachteil wurde.

Wichtig zur Einordnung: Der Fonds wird aktiv gemanagt und schichtet regelmäßig um. Diese Umschichtungen verursachen interne Transaktionskosten im Portfolio, die zusätzlich zur ausgewiesenen Kostenquote an der Performance zehren.

Gebührenstruktur: Ein teurer Spaß

Aktives Management kostet Geld. Doch in einem Umfeld, in dem globale Aktien-ETFs oft für weniger als 0,20 Prozent pro Jahr zu haben sind, steht die Kostenstruktur des Templeton Growth Fund unter massivem Rechtfertigungsdruck.

Die laufenden Kosten (Total Expense Ratio, TER) der Euro-Tranche liegen bei rund 1,79 Prozent pro Jahr. Das ist fast das Neunfache eines günstigen Welt-ETFs. Kaufst du den Fonds über eine Bank oder einen klassischen Vermittler in der Anteilsklasse A, fällt zusätzlich ein Ausgabeaufschlag von bis zu 5,75 Prozent an. Das bedeutet: Von 10.000 investierten Euro verschwinden bis zu 575 Euro sofort als Provision. Nur rund 9.425 Euro arbeiten überhaupt für dich.

Rechne beides zusammen, wird die Hürde erdrückend. Das Management muss die Benchmark Jahr für Jahr um deutlich mehr als 1,5 Prozentpunkte schlagen, nur um nach Kosten mit einem günstigen Indexfonds gleichzuziehen. Historisch ist das nicht gelungen, im Gegenteil.

Wer bewusst passiv statt aktiv investieren möchte, findet in unserem Überblick zu Indexfonds und ETFs die günstigeren Alternativen. Günstige Welt-ETFs lassen sich heute bei vielen Neobrokern sparplan- und ordergebührenfrei kaufen, etwa bei Trade Republic oder Scalable Capital (Werbe-/Affiliate-Links).

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Das Versicherungsproblem: Gefangen im Altvertrag

Der Templeton Growth Fund war und ist in Deutschland ein häufig genutztes Kerninvestment innerhalb von Lebens- und Rentenversicherungen. Wenn du zu den Anlegern gehörst, die den Fonds in einer Police halten, stehst du vor einem komplexen mathematischen Problem.

Viele dieser Verträge wurden vor dem Jahr 2005 abgeschlossen. Das macht sie steuerlich attraktiv, da die Erträge unter bestimmten Bedingungen günstiger oder steuerfrei ausgezahlt werden. Diese mögliche Steuerfreiheit ist oft der einzige Grund, warum ein Festhalten an dem Konstrukt überhaupt noch diskutabel ist.

Um eine rationale Entscheidung zu treffen, musst du den Rückkaufswert deiner Police gegenrechnen. Folgende Parameter spielen dabei eine Rolle:

  1. Wie hoch sind die laufenden Mantelvertragsgebühren der Versicherung?
  2. Wie hoch ist der Steuervorteil des Altvertrags (vor 2005) gegenüber der Abgeltungsteuer von 26,375 Prozent (inklusive Soli), die bei einem ETF-Depot anfiele? Zu beachten ist die Teilfreistellung von 30 Prozent bei Aktien-ETFs.
  3. Wie viel Rendite kostet dich der Templeton Growth Fund im Vergleich zu einem passiven ETF?

In vielen Berechnungen frisst die chronische Underperformance des Fonds (grob fünf Prozentpunkte pro Jahr gegenüber dem Weltmarkt) einen etwaigen Steuervorteil nach einigen Jahren auf. Ob sich Beitragsfreistellung oder Kündigung lohnen, hängt vom Einzelfall ab. Eine Alternative für frei werdendes Kapital ist ein günstiger Welt-ETF wie der iShares Core MSCI World (ISIN IE00B4L5Y983, TER 0,20 Prozent). Bei bestehenden Policen ist eine unabhängige Beratung sinnvoll, bevor du kündigst.

Aktiv gegen passiv: Die Kostenfalle

Der eigentliche Kern ist der Dauervergleich aktiver Fonds gegen passive ETFs. Ein weltweit gestreuter, aktiv gemanagter Fonds wie der Templeton muss seine deutlich höheren Kosten erst einmal verdienen, bevor er für den Anleger einen Mehrwert liefert. Studien zeigen seit Jahren, dass die große Mehrheit der aktiven Aktienfonds ihre Benchmark über längere Zeiträume nicht schlägt.

Der Templeton Growth Fund ist ein Lehrstück für dieses Muster: hohe laufende Kosten, Ausgabeaufschlag, Umschichtungskosten und eine langjährige relative Underperformance gegenüber dem MSCI World. Wer die grundsätzliche Logik dahinter verstehen will, findet in unserem Bereich zu Indexfonds und ETFs die passenden Grundlagen.

Der Langfrist-Vergleich: Aktiver Fonds gegen ETF

Machen wir die Opportunitätskosten an einem vereinfachten Beispiel fest. Angenommen, du hättest vor zehn Jahren 10.000 Euro investiert, ohne Sparpläne und ohne Entnahmen, ein reines Buy-and-Hold-Szenario.

Mit dem Templeton Growth (Euro) Fund und einer annualisierten Rendite von rund 5,5 Prozent pro Jahr wüchse dein Kapital auf grob 17.000 Euro. Ein Wertzuwachs, ohne Frage, aber ein bescheidener.

Hättest du die gleichen 10.000 Euro in einen passiven MSCI World ETF gesteckt, sähe die Bilanz anders aus. Bei rund 11 Prozent pro Jahr wäre dein Depot auf etwa 28.000 bis 29.000 Euro angewachsen. Die Differenz von rund 11.000 bis 12.000 Euro ist der Preis für das aktive Management und die Gebührenstruktur des Templeton-Fonds. Historische Renditen sind keine Garantie für die Zukunft, das Muster ist aber stabil.

Aktives Management auf dem Prüfstand

Das Argument der Fondsgesellschaften lautet oft, dass aktives Management in Krisenzeiten das Risiko nach unten abfedern kann. Die Datenlage des Templeton Growth Fund stützt diese These für die vergangenen Marktkorrekturen nicht konsistent. Die Kursrückgänge entsprachen in der Regel etwa denen des breiten Marktes, während die anschließenden Erholungsphasen wegen der Kostenstruktur langsamer verliefen.

Wenn du diesen Fonds in einem regulären Depot hältst, zahlst du eine Prämie für eine Managementleistung, die sich in den harten Daten nicht widerspiegelt. Die Kombination aus Ausgabeaufschlägen, hohen laufenden Kosten und dem Verfehlen der Benchmark macht es schwer, rationale Argumente für einen Neukauf zu finden. Überprüfe deine Depotpositionen kritisch und rechne die Opportunitätskosten durch, bevor du weiteres Kapital in teure Altstrukturen fließen lässt.

Fazit

Der Templeton Growth Fund blickt auf eine ruhmreiche Vergangenheit zurück, doch die aktuelle Performance und die hohen Gebühren (TER rund 1,79 Prozent, Ausgabeaufschlag bis 5,75 Prozent) lassen berechtigte Zweifel aufkommen. Gegen günstige Welt-ETFs mit einer TER um 0,20 Prozent hat der Fonds über die vergangenen fünf und zehn Jahre klar verloren. Für einen Neukauf gibt es 2026 kaum ein rationales Argument. Wer den Fonds in einem Altvertrag hält, sollte den Einzelfall prüfen, statt reflexartig zu handeln.


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