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Future of Defence Indo-Pac ex-China UCITS ETF verstehen

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Der Future of Defence Indo-Pac ex-China UCITS ETF (QUAD, seit 2026 Kotak Indo-Pacific Defence) von HANetf setzt auf Verteidigung im Indo-Pazifik ohne China. Fakten 2026, Chancen und ehrliche Risiken.

Future of Defence Indo-Pac ex-China UCITS ETF verstehen

Der ETF im Fokus: Future of Defence Indo-Pac ex-China (ISIN IE000C7EUDG1)

Der Markt für thematische ETFs wächst, und ein Verteidigungsprodukt aus der Indo-Pazifik-Region hat für Aufmerksamkeit gesorgt: der Future of Defence Indo-Pac ex-China UCITS ETF, den HANetf Ende Juli 2025 aufgelegt hat. Er bildet Rüstungs- und Sicherheitsunternehmen aus dem Indo-Pazifik ab, klammert China aber bewusst aus. Als UCITS-Produkt ist er für deutsche Privatanleger regulär handelbar.

Wichtig für die Einordnung (Stand: Juli 2026): Der Fonds wurde nach einer Partnerschaft zwischen HANetf und dem indischen Vermögensverwalter Kotak Mahindra Asset Management im März 2026 in Kotak Indo-Pacific Defence UCITS ETF umbenannt. ISIN (IE000C7EUDG1), Ticker (QUAD) und der zugrunde liegende Index bleiben unverändert. Je nach Datenquelle (justETF, Broker) taucht noch der alte Name auf, gemeint ist aber dasselbe Produkt.

Steckbrief: die harten Fakten

Alle Werte zweiquellig geprüft bei justETF und HANetf, Stand Juli 2026. Fondsvolumen und Kurse ändern sich laufend, prüfe die aktuellen Zahlen vor einem Kauf im Factsheet.

MerkmalWert
ISINIE000C7EUDG1
TickerQUAD (LSE), ASWJ (Xetra)
EmittentHANetf (Expertenpartner: Kotak Mahindra AM)
IndexVettaFi Future of Defence Indo-Pac ex-China
TER (laufende Kosten)0,59 % p.a.
Fondsvolumenrund 20 Mio. USD (jung, klein)
Auflage28. Juli 2025
DomizilIrland
Replikationphysisch (Vollreplikation)
Ertragsverwendungthesaurierend (Acc), keine Ausschüttung
FondswährungUS-Dollar
Rebalancingquartalsweise (Jan/Apr/Jul/Okt)

Was steckt drin? Index, Länder und Top-Holdings

Der ETF bildet den VettaFi Future of Defence Indo-Pac ex-China Index ab. Enthalten sind börsennotierte Verteidigungsunternehmen aus zehn Indo-Pazifik-Ländern (ohne China), die einen relevanten Umsatzanteil im Rüstungsbereich erwirtschaften, etwa Luft- und Raumfahrt, Marineschiffbau, Verteidigungselektronik und Cybersicherheit.

Anders als bei einem globalen Rüstungs-ETF dominieren hier nicht Rheinmetall, Boeing oder Lockheed Martin, sondern süd- und ostasiatische Namen. Die größten Positionen (Stand Juli 2026, laut HANetf):

  • Bharat Electronics (Indien)
  • Hindustan Aeronautics (Indien)
  • Hyundai Rotem (Südkorea)
  • Korea Aerospace Industries (Südkorea)
  • Hanwha Aerospace (Südkorea)

Die Länderverteilung ist stark auf zwei Märkte konzentriert: Südkorea und Indien machen zusammen rund drei Viertel des Portfolios aus, dahinter folgen mit deutlichem Abstand Australien, Japan, Singapur und Taiwan. Sektoral dominieren Industriewerte (Luft- und Raumfahrt, Maschinenbau). Diese Konzentration ist der wichtigste Risikofaktor, dazu unten mehr.

Kosten und Handel

Die laufenden Kosten (TER) liegen bei 0,59 % pro Jahr. Das ist für einen engen Themen-ETF marktüblich, aber deutlich teurer als ein breiter Welt-ETF (oft 0,10 bis 0,20 %). Ein Rebalancing des Index erfolgt quartalsweise.

Der ETF ist über gängige deutsche Broker handelbar, etwa Trade Republic oder Scalable Capital. Achte auf zwei Punkte: Erstens ist die Fondswährung US-Dollar, an Xetra wird in Euro gehandelt, es besteht also ein Währungsrisiko (USD, KRW, INR gegen Euro). Zweitens ist das Fondsvolumen mit rund 20 Mio. USD klein. Bei sehr kleinen Fonds ist die Spanne zwischen An- und Verkaufskurs tendenziell größer, und es besteht grundsätzlich ein gewisses Risiko einer Schließung, falls das Volumen dauerhaft niedrig bleibt.

Performance ehrlich eingeordnet

Eine belastbare Langfrist-Performance gibt es nicht: Der Fonds existiert erst seit Juli 2025. Wer im Netz auf mehrjährige Renditezahlen zu diesem ETF stößt, sollte skeptisch sein, sie können sich allenfalls auf eine rückgerechnete Index-Historie beziehen, nicht auf den realen Fonds.

Der Kontext: Rüstungswerte haben zwischen 2022 und 2026 im Zuge von Ukraine-Krieg, höheren NATO-Ausgaben und geopolitischen Spannungen im Indo-Pazifik einen ausgeprägten Boom erlebt. Diese Entwicklung war stark, ist aber keine Garantie für die Zukunft. Ein Teil der guten Nachrichten (steigende Verteidigungsbudgets) steckt bereits in den Kursen. Der Sektor reagiert empfindlich auf politische Wenden, Haushaltsentscheidungen und Friedenserwartungen, entsprechend hoch ist die Volatilität.

Warum kein China?

Der bewusste Ausschluss Chinas ist das Alleinstellungsmerkmal. Chinesische Rüstungsfirmen sind für westliche Anleger ohnehin kaum investierbar (Sanktionslisten, Marktzugang), und die Spannungen um Taiwan und das Südchinesische Meer machen sie regulatorisch heikel. Der ETF setzt stattdessen auf Länder, die ihre Verteidigungsbudgets teils deutlich ausweiten, allen voran Indien und Südkorea, letzteres auch als aufstrebender Rüstungsexporteur.

ESG und Ethik: ein echtes Spannungsfeld

Rüstungs-ETFs stehen im Konflikt mit vielen ESG-Kriterien. Viele nachhaltig orientierte Anleger und Fonds meiden Waffenhersteller grundsätzlich. Wer Wert auf Nachhaltigkeit legt, sollte sich bewusst sein, dass dieses Produkt gezielt in die Verteidigungsindustrie investiert, inklusive Herstellern von Waffensystemen. Das ist eine persönliche Werteentscheidung, die kein Factsheet abnimmt.

Die Risiken auf einen Blick

  • Klumpenrisiko: starke Konzentration auf wenige Länder (v.a. Südkorea, Indien) und wenige große Positionen.
  • Junge Historie: kein Langfrist-Track-Record, kleines Fondsvolumen.
  • Themen- und Zyklusrisiko: der Rüstungsboom 2022 bis 2026 könnte sich abschwächen; hohe Bewertungen.
  • Währungsrisiko: Fonds in USD, Basiswerte in KRW, INR, JPY.
  • ESG-/Reputationsrisiko: Waffenexposure.

Alternativen zum gleichen Thema

Wer die Region nicht so eng fassen und nicht auf einen Mini-Fonds setzen möchte, findet breitere Optionen:

  • Der ältere und deutlich größere Future of Defence UCITS ETF (Ticker ASWC, ISIN IE000OJ5TQP4, TER 0,49 %) von HANetf investiert global in NATO- und verbündete Rüstungsunternehmen, inklusive US- und Europa-Namen.
  • Einen Gesamtüberblick über handelbare Verteidigungsprodukte (VanEck Defense, WisdomTree Europe Defence u.a.) und deren Unterschiede bietet unser Überblick zu Rüstungsindustrie-ETFs.

Fazit

Der Future of Defence Indo-Pac ex-China (heute Kotak Indo-Pacific Defence, QUAD) ist eine sehr fokussierte Wette auf steigende Verteidigungsausgaben im Indo-Pazifik ohne China, mit klarem Schwerpunkt auf Südkorea und Indien. Für Anleger, die genau diesen Baustein bewusst und in kleiner Dosis ihrem Portfolio beimischen wollen, kann er interessant sein. Gegen ihn sprechen das ausgeprägte Klumpenrisiko, die junge Historie, das kleine Volumen, die hohen Kosten und der ESG-Konflikt. Ein breiter Welt-ETF bleibt für die meisten das solidere Fundament; ein solches Thema gehört, wenn überhaupt, nur als kleine Beimischung ins Depot.


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