Comdirect vs. ING Depot 2026: Direktbanken im Vergleich
Der Showdown 2026: Comdirect vs. ING Depot. Trotz Neo-Brokern suchen Anleger Sicherheit & Service. Wir beleuchten, wer das bessere Gesamtpaket bietet – jenseits von Kampfpreisen. Dein Vermögen verdient mehr als nur den günstigsten Preis!
Stand: Juli 2026. Alle Konditionen wurden gegen die offiziellen Preis- und Leistungsverzeichnisse sowie unabhängige Vergleichsportale geprüft. Konditionen und Aktionen können sich kurzfristig ändern, ein Blick auf die Anbieterseite vor Vertragsabschluss lohnt sich.
Der große Showdown 2026: Comdirect oder ING, wer hat beim Depot die Nase vorn?
Die Zinswende hat sich in den Köpfen der Anleger festgesetzt, und der Kampf um die Kundeneinlagen geht in die nächste Runde. Zwei Schwergewichte dominieren nach wie vor die deutsche Direktbanken-Landschaft: die ING (ehemals ING-DiBa) und die comdirect. Während Neo-Broker weiterhin mit schlanken Apps und Null-Euro-Ordergebühren um die Generation Smartphone buhlen, stellen sich sicherheitsorientierte und vermögende Anleger die Frage: Ist der Aufschlag einer etablierten Vollbank gerechtfertigt?
Die Antwort im Jahr 2026 lautet: Es kommt auf das Detail an. Wer sein Vermögen strategisch aufbaut, braucht mehr als nur einen Kauf-Button. Er braucht Zinsen auf das geparkte Cash, verlässliche Steuerbescheinigungen, Zugang zu vielen Handelsplätzen und einen Service, der auch dann erreichbar ist, wenn die Börsenkurse gerade rot aufleuchten. In diesem Vergleich nehmen wir das aktuelle Angebot beider Anbieter unter die Lupe, vergleichen Zinsen, Gebühren und Sparpläne und küren die Sieger in den Disziplinen Cash, Handel und Service.
Zins-Battle 2026: Wer zahlt mehr für dein Cash?
Lange Zeit war das Verrechnungskonto ein trauriger Ort ohne Rendite. Das hat sich geändert. Beide Banken nutzen Tagesgeldzinsen als Instrument zur Neukundengewinnung, doch wer genau hinschaut, erkennt deutliche Unterschiede in der Strategie, und einen klaren Sieger, der sich gegenüber den Vorjahren gedreht hat.
ING: Der neue Zins-Spitzenreiter
Die ING hat 2026 bei den Tagesgeldzinsen kräftig aufgedreht. Neukunden erhalten aktuell einen Aktionszins von 3,20 % p.a. auf das Extra-Konto (Tagesgeld), garantiert für 4 Monate, für Einlagen bis 250.000 Euro. Nach Ablauf der Aktion fällst du auf den variablen Bestandskundenzins zurück, der derzeit bei rund 0,75 % liegt. Das Angebot richtet sich an alle Produktneukunden, die in den letzten sechs Monaten kein Konto bei der ING geführt haben. Fair, transparent und ohne komplexe Bündelbedingungen.
Comdirect: Solide, aber nicht mehr an der Spitze
Die comdirect bietet mit dem Tagesgeld PLUS ebenfalls einen Aktionszins für Neukunden an, dieser liegt 2026 je nach Aktion und Bedingung bei rund 1,5 bis 1,75 % p.a. (teils gekoppelt an ein Girokonto Aktiv), meist für die ersten 6 Monate. Danach greift ein variabler Zins von rund 0,75 %. Das ist ordentlich, reicht aber nicht an das aktuelle ING-Angebot heran.
Fazit Cash: Der Punkt geht 2026 klar an die ING. Mit 3,20 % für 4 Monate liegt sie deutlich über dem comdirect-Aktionszins. Wer eine größere Summe (etwa aus einem Hausverkauf oder einer Erbschaft) kurzfristig parken will, holt beim ING-Extra-Konto derzeit mehr heraus. Der Nachteil: Die Zinsgarantie ist mit 4 Monaten kürzer, danach heißt es prüfen und gegebenenfalls umschichten.
Gebührenstruktur: Wo der Geldbeutel aufatmet, und wo er blutet
Beim Thema Kosten trennt sich die Spreu vom Weizen. Für viele Anleger ist das Gebührenmodell der entscheidende Faktor. Beide Banken positionieren sich als etablierte Anbieter, unterscheiden sich aber spürbar in ihrer Preisphilosophie.
ING: Das Einfachheits-Modell
Die ING setzt weiterhin auf ihr Direkt-Depot. Die Depotführung ist hier bedingungslos kostenlos. Das ist ein Pluspunkt für alle, die das Depot auch mal ein Jahr ruhen lassen wollen, ohne aktiv zu handeln. Es gibt keinen Druck, Trades auszuführen, um Gebühren zu vermeiden.
Bei den Ordergebühren greift eine einfache Mischkalkulation: 4,90 Euro Grundgebühr plus 0,25 % des Kurswertes, gedeckelt bei maximal 69,90 Euro. Je nach Handelsplatz kommt ein Handelsplatzentgelt (0 bis 14,90 Euro) hinzu. Rechenbeispiel: Wer für 500 Euro über den Direkthandel kauft, zahlt 4,90 Euro + 1,25 Euro = 6,15 Euro. Junge Anleger unter 28 Jahren zahlen im Direkt-Depot Young pauschal nur 1,90 Euro pro Order, ohne volumenabhängigen Anteil.
Comdirect: Das Aktive Modell
Die comdirect fährt eine zweigleisige Strategie. Zunächst zur Depotführung: Diese ist für die ersten drei Jahre garantiert kostenlos. Danach musst du aktiv bleiben, entweder zwei Trades pro Quartal, ein aktiver Wertpapiersparplan oder ein gekoppeltes Girokonto sorgen dafür, dass die Gebühr von 1,95 Euro pro Monat (23,40 Euro im Jahr) entfällt. Passivität wird hier also langfristig bepreist.
Bei den Ordergebühren punktet die comdirect bei Neukunden: In den ersten 24 Monaten zahlst du nur 3,90 Euro pro Order. Nach Ablauf dieses Aktionszeitraums greift das Standard-Modell: 4,90 Euro Grundgebühr plus 0,25 % Provision.
Achtung, Falle: Der entscheidende Unterschied zur ING liegt in der Deckelung und der Mindestprovision. Die comdirect hat im Standard-Preisverzeichnis eine Mindestprovision von 9,90 Euro (außerhalb der Neukunden-Aktion) und deckelt die Ordergebühr bei 59,90 Euro. Das bedeutet: Eine kleine Aktienorder über 500 Euro kostet dich bei der comdirect nach der Aktionsphase 9,90 Euro (fast 2 % Gebühr), während sie bei der ING mit 6,15 Euro günstiger wäre.
Fazit Gebühren: Für Neukunden und aktive Trader in den ersten 24 Monaten gewinnt die comdirect mit 3,90 Euro. Für langfristige Buy-and-Hold-Anleger mit kleineren Ordervolumina und dem Wunsch nach bedingungsloser Kostenfreiheit ist die ING die günstigere Bank, vor allem wegen der fehlenden Mindestprovision.
Sparpläne: Der Motor für deinen Vermögensaufbau
Nichts ist dem deutschen Anleger heiliger als sein Sparplan. Hier haben beide Banken aufgerüstet, um die Abwanderung zu den Neo-Brokern zu bremsen. Die gute Nachricht: Du kannst bei beiden Banken einen breiten Teil des globalen Aktienmarkts besparen. Einen Gesamtüberblick liefert unser Aktien-Sparplan-Vergleich 2026.
ING: Alle ETF-Sparpläne kostenlos
Die ING hat einen radikalen Schritt gewagt, der bis heute nachwirkt: Alle ETF-Sparpläne sind in der Ausführung kostenlos. Egal ob Vanguard, iShares, Xtrackers oder Amundi, die Ausführungsgebühr übernimmt die Bank. Du möchtest 50 Euro monatlich in einen breit gestreuten Welt-ETF (etwa den Vanguard FTSE All-World) investieren? Bei der ING kostet dich das 0 Euro Ausführungsgebühr, jeder Cent fließt in deine Anteile. Die Mindestsparrate liegt bei nur 1 Euro, was den Einstieg für Schüler und Studenten erleichtert.
Comdirect: Die Auswahl entscheidet
Die comdirect hält mit einem breiten Angebot an Top-Preis-ETFs dagegen. Diese ausgewählten Partner-ETFs (aktuell über 550 Titel von Anbietern wie Amundi, iShares oder VanEck) sind dauerhaft ohne Ausführungsgebühr besparbar.
Der Haken: Wer einen ETF außerhalb dieser Aktionsliste besparen möchte, und das können durchaus beliebte Nischen-ETFs sein, zahlt die reguläre Gebühr von 1,5 % des Sparvolumens. Bei einer Sparrate von 500 Euro sind das jeden Monat 7,50 Euro. Auf zehn Jahre gerechnet summiert sich das auf 900 Euro reine Transaktionskosten, den entgangenen Zinseszinseffekt noch gar nicht eingerechnet. Wer flexibel bei der ETF-Wahl ist, findet bei der comdirect gute Optionen. Wer einen ganz bestimmten Exoten besparen will, zahlt drauf.
Aktien-Sparpläne: Die comdirect ermöglicht Sparpläne auf Einzelaktien schon ab 25 Euro. Das bietet die ING inzwischen ebenfalls an, allerdings sind Aktien-Sparpläne bei der ING mit 1,75 % Gebühren belegt, bei der comdirect fallen regulär 1,5 % an. Ein knapper Vorteil für die comdirect in der Nische der Aktiensparer, aber der ETF-Sparplan-Punkt geht dank der bedingungslosen Kostenfreiheit eindeutig an die ING.
Die Benutzeroberfläche: Cockpit vs. One-Click-Wonder
Wenn du dich in dein Depot einloggst, willst du sofort sehen, was Sache ist. Die Philosophien beider Banken könnten hier unterschiedlicher kaum sein.
Die ING zielt auf den Mobile-First-Nutzer und denjenigen, der Finanzen nebenbei erledigt. Die App ist aufgeräumt, fast minimalistisch: sauberes Design, große Buttons, klare Verläufe. Komplizierte Charts oder tiefe Analyse-Tools sucht man in der App vergeblich. Für den Buy-and-Hold-Anleger ist das ein Traum: einloggen, Depotstand sehen, ausloggen. Die Banking-to-go-App fungiert gleichzeitig als Freigabe-Medium, was den Prozess beschleunigt.
Ganz anders die comdirect. Hier merkt man die DNA des Brokers. Die App hat sich in den letzten Jahren stark verbessert und bietet einen guten Kompromiss aus Übersicht und Funktion, doch die wahre Stärke entfaltet sich im Web-Interface. Der Informer-Bereich bietet eine Datentiefe, die manch kostenpflichtiges Tool alt aussehen lässt: Realtime-Kurse, interaktive Charts, fundamentale Kennzahlen, alles nur einen Klick entfernt. Wer gerne tief in Bilanzen eintaucht oder Chartmuster analysiert, wird die comdirect zu schätzen wissen.
Zudem bietet die comdirect den ProTrader, eine Handelssoftware für aktive Kunden mit schneller Orderausführung und professionellen Überwachungstools. Für den durchschnittlichen ETF-Sparer ist das überdimensioniert, aber es zeigt, dass die comdirect das Thema Börse etwas technischer angeht als die Konkurrenz. Wer sich allgemein zu ETFs einlesen möchte, findet in unserem Grundlagen-Ratgeber einen guten Einstieg.
Handelsplätze und Produktuniversum: Weltweit oder Hausmannskost?
Ein Depot nützt nichts, wenn man das gewünschte Wertpapier nicht kaufen kann. Beide Banken bieten Zugang zu allen wichtigen deutschen Handelsplätzen (Xetra, Tradegate, Frankfurt, Stuttgart). Auch der Direkthandel über Partner wie Lang & Schwarz oder Baader Bank ist Standard. Hier gibt es im Alltag kaum Unterschiede.
Der Unterschied liegt in der internationalen Ausrichtung. Die comdirect bietet Zugang zu zahlreichen Auslandsbörsen. Du willst eine kleine Rohstoff- oder Mining-Aktie direkt in Toronto kaufen oder einen REIT in Sydney ordern? Bei der comdirect ist das gegen entsprechende Gebühren möglich. Die ING bietet zwar auch Auslandshandel (etwa USA und Kanada), das Spektrum ist aber eingeschränkter. Für die meisten Privatanleger reicht das Angebot der ING völlig aus. Wer jedoch spezielle Nebenwerte an ihren Heimatbörsen handeln möchte, kommt an der comdirect kaum vorbei.
Krypto und Zertifikate
Auch bei Derivaten, Zertifikaten und Optionsscheinen ist die comdirect traditionell breiter aufgestellt und bietet regelmäßig Aktionen mit reduzierten Ordergebühren einzelner Emittenten an. Ein wichtiges Thema 2026 sind Krypto-ETPs: Während die ING hier eher konservativ agiert, bietet die comdirect eine breitere Palette an Exchange Traded Products auf Bitcoin, Ethereum und andere Kryptowerte, die sich wie eine Aktie handeln und im Depot verwahren lassen. Für Anleger, die Krypto-Exposure ohne eigene Wallet suchen, ist die comdirect oft die zugänglichere Plattform.
Service und Erreichbarkeit: Wenn es mal brennt
Auch wenn KI-Assistenten 2026 immer mehr Support-Funktionen übernehmen: Wenn eine Order hängt oder das TAN-Verfahren streikt, willst du einen Menschen sprechen, und zwar schnell.
Die ING ist für ihren effizienten Service bekannt. Die Hotlines sind gut besetzt, die Wartezeiten moderat. Ein Vorteil ist die Integration des Supports in die App: Über die Anrufen-Funktion bist du bereits legitimiert, wenn der Mitarbeiter abhebt, das spart das Eintippen von Zugangs- und Telefon-PINs.
Die comdirect wirbt traditionell mit ihrer sehr langen Erreichbarkeit. Ein Alleinstellungsmerkmal ist die Zugehörigkeit zur Commerzbank: Als comdirect-Kunde kannst du Filialen der Commerzbank für Bargeldeinzahlungen nutzen (die ersten Einzahlungen pro Jahr sind meist kostenlos). Wer öfter Bargeld auf sein Verrechnungskonto bringen muss, findet hier eine Lösung, die die ING als reine Direktbank nicht bieten kann. Über die beiden hinaus lohnt sich auch ein Blick auf klassische Filialbank-Depots wie das Commerzbank-Depot.
Sicherheit und Einlagenschutz: Deutsches Recht und ruhiger Schlaf
Beide Institute sind Mitglieder im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken. Konkret heißt das: Dein Guthaben auf dem Verrechnungs- oder Tagesgeldkonto ist gesetzlich bis 100.000 Euro pro Kunde abgesichert. Darüber hinaus greift die freiwillige Einlagensicherung, die bei beiden Banken deutlich höher liegt. Hier gibt es faktisch keinen Unterschied im Risikoprofil.
Wichtiger Hinweis für Einsteiger: Deine Wertpapiere (Aktien, ETFs) sind Sondervermögen. Sie gehören immer dir. Sollte die ING oder die comdirect insolvent werden, fallen deine Aktien nicht in die Insolvenzmasse. Du kannst dein Depot einfach zu einer anderen Bank übertragen lassen (mehr dazu im Ratgeber Depotübertrag 2026). Dieses Sicherheitsnetz gilt für beide Banken gleichermaßen.
Sicherheit bedeutet 2026 auch IT-Sicherheit. Beide Banken nutzen moderne Zwei-Faktor-Authentifizierung. Die comdirect nutzt die photoTAN-App, die ING setzt auf ihre integrierte Banking-to-go-App zur Freigabe. Beide Verfahren gelten als sehr sicher. Die ING-Lösung fühlt sich im Alltag etwas flüssiger an, da man keine separate App öffnen muss, während die comdirect oft einen Wechsel zwischen Banking-App und photoTAN-App erfordert, ein Klick mehr, sicherheitstechnisch aber ebenfalls stark.

Zinsen und das Verrechnungskonto: Mehr als nur Parkplatz
Lange Zeit gab es auf dem Verrechnungskonto 0,0 % Zinsen. Das hat sich geändert. Beide Banken bieten Modelle an, um geparktes Geld nicht völlig der Inflation zu überlassen.
Die ING bietet, wie eingangs erwähnt, 3,20 % für 4 Monate auf dem Extra-Konto. Das Verrechnungskonto selbst wird meist geringer oder gar nicht verzinst, aber die nahtlose Umbuchung auf das Extra-Konto macht das Liquiditätsmanagement einfach.
Die comdirect bietet mit dem Tagesgeld PLUS ebenfalls ein verzinstes Konto an. Ein spannender Aspekt bei der comdirect ist der Wertpapierkredit: Wer sein Depot beleihen möchte, um kurzfristig Liquidität zu schaffen, ohne Aktien zu verkaufen, findet bei der comdirect einen Lombardkredit, der tief in die Trading-Oberfläche integriert ist. Damit lässt sich die Kaufkraft kurzfristig hebeln, ein Feature, das bei der ING eher stiefmütterlich behandelt wird. Wichtig: Ein Wertpapierkredit erhöht das Risiko deutlich und ist nur für erfahrene Anleger geeignet.
Steuern: Automatismus vs. Kontrolle
Als deutsche Banken führen beide Institute die Kapitalertragsteuer (Abgeltungsteuer) plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer automatisch an das Finanzamt ab. Zusammen ergibt das eine Belastung von 26,375 % (ohne Kirchensteuer). Für Aktien-ETFs (mindestens 51 % Aktienanteil) gilt eine Teilfreistellung von 30 %. Den Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro (2.000 Euro bei Zusammenveranlagung) sicherst du dir über einen Freistellungsauftrag, der sich bei beiden Banken bequem online einrichten und jederzeit ändern lässt.
Ein kleiner, aber feiner Unterschied zeigt sich bei der Jahressteuerbescheinigung. Die comdirect stellt diese oft früh im Jahr bereit und bietet eine sehr detaillierte Erträgnisaufstellung, die auch für komplexe Steuerfälle hilfreich ist. Die ING ist ebenfalls zuverlässig, die Aufbereitung bei der comdirect wirkt für erfahrene Anleger jedoch etwas transparenter, insbesondere wenn Verlustverrechnungstöpfe über mehrere Jahre geführt werden. Wie du Verluste geltend machst, erklärt unser Ratgeber zur ETF-Verlustverrechnung.
Für wen eignet sich was? Szenarien für die Entscheidung
Um die Entscheidung zu erleichtern, schauen wir uns drei konkrete Anlegertypen an:
- Der ETF-Sparer (Fire & Forget): Du willst einfach monatlich einen festen Betrag in einen Welt-ETF packen und dich sonst nicht kümmern. Empfehlung: ING. Kostenlose Sparpläne auf alle ETFs, extrem einfache App, keine Bedingungen für die kostenlose Depotführung. Du kannst kaum etwas falsch machen.
- Der Cash-Parker: Du hast eine größere Summe kurzfristig zu parken und willst den höchsten Zins mitnehmen. Empfehlung: ING. Mit 3,20 % für 4 Monate liegt das Extra-Konto 2026 vorne. Wer eine längere Zinsgarantie sucht, sollte zusätzlich unabhängige Tagesgeld-Vergleiche prüfen.
- Der aktive Trader & Analyst: Du handelst häufiger, willst viele Handelsplätze und tiefe Analyse-Tools. Empfehlung: comdirect. Die 3,90 Euro Ordergebühr in den ersten 24 Monaten, der Zugang zu vielen Auslandsbörsen und das Informer-/ProTrader-Interface sprechen für die comdirect.
Ein Blick auf das Kleingedruckte und versteckte Features
Es lohnt sich, auch auf Dinge zu achten, die nicht auf den großen Werbebannern stehen. Die comdirect bietet zum Beispiel Junior-Depots an, die einfach zu eröffnen sind und steuerlich separat laufen. Das bietet die ING auch, der Prozess bei der comdirect wird von vielen Eltern jedoch als etwas flexibler wahrgenommen, etwa wenn Großeltern Vollmachten erhalten sollen.
Die ING punktet dagegen mit sehr transparenten Kosteninformationen vor dem Kauf (Ex-ante-Kostenausweis). Die Darstellung ist so simpel gehalten, dass wirklich nachvollziehbar ist, welche Gebühren anfallen. Bei der comdirect ist das Dokument zwar vollständig, aber oft etwas technischer formuliert.
Depotwechsel: Der Wechsel ist leichter als gedacht
Solltest du feststellen, dass du bei der für dich falschen Bank bist, ist die Hürde für einen Wechsel 2026 niedrig. Der Depotwechselservice ist bei beiden Banken digitalisiert: Du eröffnest das neue Depot und beauftragst im Online-Banking den Einzug der Wertpapiere von der alten Bank. Das dauert in der Regel ein bis drei Wochen (Details im Depotübertrag-Ratgeber).
Wichtig: Kosten entstehen seitens der aufnehmenden Bank keine, deutsche Banken dürfen für die Herausgabe von Wertpapieren keine Gebühren verlangen. Einzig bei Bruchstücken aus Sparplänen kann es vorkommen, dass diese verkauft und nicht übertragen werden, was steuerliche Folgen haben kann. Tipp: Achte auf Wechselprämien, gerade die comdirect bietet gelegentlich Prämien für den Übertrag eines gewissen Volumens, wenn das Depot danach eine Mindestzeit gehalten wird.
Direkter Vergleich: Die Fakten auf dem Tisch
| Kondition | ING | Comdirect | Vorteil |
|---|---|---|---|
| Tagesgeld-Zins (Neukunden) | 3,20 % für 4 Monate | ca. 1,5 bis 1,75 % (oft für 6 Monate) | ING |
| Ordergebühr (Einzelkauf) | 4,90 € + 0,25 % (max. 69,90 €) | 3,90 € (24 Mon.), danach 4,90 € + 0,25 % (min. 9,90 €, max. 59,90 €) | Comdirect (kurzfristig) / ING (kleine Orders langfristig) |
| ETF-Sparpläne | Alle ETFs kostenlos | über 550 Top-Preis-ETFs kostenlos, Rest 1,5 % | ING |
| Depotführung | Immer kostenlos | 3 Jahre kostenlos, danach bedingt kostenlos | ING |
| Handelsplätze | Solide Standard-Auswahl | Große Auswahl inkl. vieler Auslandsbörsen | Comdirect |
Der Faktor Zeit: Warum Warten teurer ist als Gebühren
Am Ende diskutieren wir hier über Unterschiede von wenigen Euro pro Jahr. Das ist wichtig, aber nicht kriegsentscheidend. Viel entscheidender ist, dass du überhaupt investiert bist. Ob du 1,50 Euro Gebühr für deinen Sparplan zahlst oder 0 Euro, fällt weniger ins Gewicht als die Frage, ob du fünf Jahre lang gar nicht investierst, weil du dich nicht entscheiden konntest. Die Opportunitätskosten des Nicht-Investierens fressen jede Gebührenersparnis auf. Einen strukturierten Einstieg in das Thema regelmäßiges Investieren findest du in unserem Sparplan-Vergleich.
Beide Banken sind solide, sicher und technisch auf der Höhe der Zeit. Die comdirect ist der Anbieter mit vielen Funktionen und Analyse-Tiefe, die ING setzt auf radikale Einfachheit. Deine persönliche Präferenz bei der Bedienung wiegt oft schwerer als der letzte Cent in der Kostenanalyse.
Fazit
Im direkten Vergleich 2026 zwischen comdirect und ING zeigt sich ein spannendes Rennen mit einer klaren Verschiebung gegenüber den Vorjahren. Die ING ist 2026 gleich in mehreren Kern-Disziplinen vorne: kostenlose ETF-Sparpläne, bedingungslos kostenlose Depotführung und mit 3,20 % aktuell auch der attraktivste Tagesgeld-Aktionszins. Wer ein einfaches, sorgenfreies Depot für den Vermögensaufbau und einen hohen Cash-Zins sucht, ist hier bestens aufgehoben.
Die comdirect spielt ihre Stärken dort aus, wo es um aktives Handeln geht: günstige 3,90 Euro Ordergebühr in den ersten 24 Monaten, Zugang zu vielen Auslandsbörsen sowie tiefe Analyse- und Trading-Tools. Für aktive Trader und Anleger, die Wert auf ein breites Produktuniversum legen, ist sie das leistungsstärkere Werkzeug. Für 2026 lautet unsere Empfehlung daher: ING für entspannte ETF-Sparer und Cash-Parker, comdirect für aktive Trader und Analyse-Fans.
Transparenzhinweis: Einige Links in diesem Artikel sind Affiliate-Links (mit rel="sponsored" gekennzeichnet). Eröffnest du über einen dieser Links ein Konto oder Depot, erhalten wir eventuell eine Provision. Für dich entstehen dadurch keine zusätzlichen Kosten. Die redaktionelle Bewertung bleibt davon unberührt.
Keine Anlageberatung: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Alle Konditionen (Stand: Juli 2026) können sich ändern, prüfe die aktuellen Angaben vor Vertragsabschluss auf den Seiten der Anbieter.
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