Comdirect vs. ING Depot 2026: Direktbanken im Vergleich
Der Showdown 2026: Comdirect vs. ING Depot. Trotz Neo-Brokern suchen Anleger Sicherheit & Service. Wir beleuchten, wer das bessere Gesamtpaket bietet – jenseits von Kampfpreisen. Dein Vermögen verdient mehr als nur den günstigsten Preis!
Der große Showdown 2026: Comdirect oder ING – Wer hat beim Depot die Nase vorn?
Es ist der 17. Februar 2026. Die Zinswende hat sich in den Köpfen der Anleger festgesetzt, und der Kampf um die Kundeneinlagen geht in die nächste Runde. Zwei Giganten dominieren nach wie vor die deutsche Bankenlandschaft: Die ING (ehemals ING-DiBa) und die comdirect. Während Neo-Broker weiterhin mit schlanken Apps und Null-Euro-Ordergebühren um die Generation Smartphone buhlen, stellen sich sicherheitsorientierte und vermögende Anleger die Frage: Ist der „Premium-Aufschlag“ einer Vollbank gerechtfertigt?
Die Antwort im Jahr 2026 lautet: Ja, aber es kommt auf das Detail an. Wer sein Vermögen strategisch aufbaut, benötigt mehr als nur einen Kauf-Button. Er braucht Zinsen auf das geparkte Cash, verlässliche Steuerbescheinigungen, Zugang zu exotischen Handelsplätzen und einen Service, der auch dann erreichbar ist, wenn die Börsenkurse gerade rot aufleuchten. In diesem umfassenden Vergleich nehmen wir das aktuelle Angebot beider Schwergewichte unter die Lupe. Wir analysieren das Kleingedruckte im Preis- und Leistungsverzeichnis, vergleichen die Zins-Angebote auf die zweite Nachkommastelle und küren den Sieger in den Disziplinen „Cash“, „Handel“ und „Service“.
Zins-Battle 2026: Wer zahlt mehr für dein Cash?
Lange Zeit war das Verrechnungskonto ein trauriger Ort ohne Rendite. Das hat sich im Februar 2026 grundlegend geändert. Beide Banken nutzen Tagesgeldzinsen als aggressives Instrument zur Neukundengewinnung. Doch wer genau hinschaut, erkennt deutliche Unterschiede in der Strategie – und einen neuen Sieger.
ING: Der solide Klassiker
Die ING bietet Neukunden aktuell einen Zinssatz von 2,75 % p.a. auf das „Extra-Konto“ (Tagesgeld). Dieser Zins ist garantiert für 4 Monate. Das Angebot ist fair, transparent und ohne komplexe Fußnoten: Du eröffnest das Konto, überweist dein Geld (bis zu 250.000 Euro für den Aktionszins) und profitierst ab dem ersten Tag. Nach Ablauf der vier Monate fällst du auf den variablen Bestandskundenzins zurück, der aktuell bei 0,75 % liegt. Ein solides Angebot, das sich perfekt für kurzfristiges Parken von Liquidität eignet, aber in der Laufzeit begrenzt ist.
Comdirect: Der neue Cash-König
Die comdirect hat hier im Jahr 2026 die Zügel angezogen und überholt die Konkurrenz aus Frankfurt. Mit einem aggressiven „Produkt-Bundle“ sichert sich die Bank den Spitzenplatz: Wer das Tagesgeldkonto in Kombination mit einem Girokonto und Depot eröffnet, erhält satte 3,00 % Zinsen p.a. – und das garantiert für 6 Monate.
Dieser Unterschied mag auf den ersten Blick klein wirken (0,25 Prozentpunkte), aber die Kombination aus höherem Zins und – noch wichtiger – der längeren Zinsgarantie von 6 Monaten macht die comdirect zum klaren Gewinner für alle, die größere Summen (z.B. aus einem Hausverkauf oder einer Erbschaft) sicher und rentabel zwischenparken wollen. Während der ING-Kunde nach vier Monaten schon wieder nach neuen Angeboten suchen muss, lehnt sich der comdirect-Kunde entspannt zurück.
Fazit Cash: Der Punkt geht an die comdirect. Die Kombination aus 3,00 % Zinsen und 6 Monaten Laufzeit ist im aktuellen Marktumfeld der Direktbanken das überlegene Angebot.
Gebührenstruktur: Wo der Geldbeutel aufatmet – und wo er blutet
Beim Thema Kosten trennt sich die Spreu vom Weizen. Für viele Anleger ist das Gebührenmodell der entscheidende Faktor. Beide Banken positionieren sich als Premium-Anbieter, unterscheiden sich aber massiv in ihrer Preisphilosophie.
ING: Das „Einfachheits-Modell“
Die ING setzt weiterhin auf ihr bekanntes Modell des "Direkt-Depots". Die Depotführung ist hier bedingungslos kostenlos. Das ist ein massiver Pluspunkt für alle, die das Depot auch mal ein Jahr liegen lassen wollen, ohne aktiv zu handeln. Es gibt keinen Druck, Trades auszuführen, um Gebühren zu vermeiden.
Bei den Ordergebühren greift eine simple Mischkalkulation: 4,90 Euro Grundgebühr plus 0,25 % des Kurswertes. Gedeckelt ist das Ganze bei maximal 69,90 Euro.
Das Rechenbeispiel: Wer für 2.000 Euro Aktien kauft, zahlt 4,90 € + 5,00 € (0,25%) = 9,90 Euro. Das entspricht einer Kostenquote von knapp 0,5 %. Das ist fair, aber nicht billig.
Comdirect: Das „Aktive Modell“
Die comdirect fährt eine zweigleisige Strategie. Zunächst zur Depotführung: Diese ist für die ersten drei Jahre garantiert kostenlos. Danach musst du aktiv bleiben: Entweder zwei Trades pro Quartal, ein aktiver Wertpapiersparplan oder ein gekoppeltes Girokonto sorgen dafür, dass die Gebühr von 1,95 Euro pro Monat entfällt. Passivität wird hier also langfristig bestraft.
Bei den Ordergebühren punktet die comdirect vor allem bei Neukunden: In den ersten 12 Monaten zahlst du oft nur 3,90 Euro pro Order (pauschal oder als reduzierte Grundgebühr). Nach Ablauf dieses Aktionszeitraums greift das Standard-Modell: 4,90 Euro Grundgebühr + 0,25 % Provision.
Achtung, Falle: Der entscheidende Unterschied zur ING liegt in der Mindestprovision. Während die ING bei sehr kleinen Orders theoretisch günstig starten kann (die 4,90 € sind die Basis), hat die comdirect im Standard-Preisverzeichnis oft eine Mindestprovision von 9,90 Euro (außerhalb der Neukunden-Aktion). Das bedeutet: Eine kleine Aktienorder über 500 Euro kostet dich bei der comdirect nach der Promo-Phase stolze 9,90 Euro (fast 2 % Gebühr!), während sie bei der ING günstiger wäre (4,90 € + 1,25 € = 6,15 €).
Fazit Gebühren: Für Neukunden und aktive Trader im ersten Jahr gewinnt die comdirect mit 3,90 Euro. Für langfristige „Buy & Hold“-Anleger mit kleineren Ordervolumina und dem Wunsch nach bedingungsloser Kostenfreiheit ist die ING die sicherere Bank.
Sparpläne: Der Motor für deinen Vermögensaufbau
Nichts ist dem deutschen Anleger heiliger als sein Sparplan. Hier haben beide Banken massiv aufgerüstet, um die Abwanderung zu den Neo-Brokern zu stoppen. Die gute Nachricht: Du kannst bei beiden Banken fast den gesamten globalen Aktienmarkt besparen.
ING: Alles kostenlos
Die ING hat vor einiger Zeit einen radikalen Schritt gewagt, der bis heute nachwirkt: Alle ETF-Sparpläne sind in der Ausführung kostenlos. Egal ob Vanguard, iShares, Xtrackers oder Amundi. Das ist ein extrem starkes Argument. Du möchtest 50 Euro monatlich in den "Heiligen Gral" (Vanguard FTSE All-World) investieren? Bei der ING kostet dich das 0 Euro Ausführungsgebühr. Jeder Cent fließt in deine Anteile. Auch die Mindestsparrate ist extrem niedrig, was den Einstieg für Schüler und Studenten erleichtert.
Comdirect: Die Auswahl entscheidet
Die comdirect hält mit einem breiten Angebot an „Top-Preis ETFs“ dagegen. Diese ausgewählten Partner-ETFs (oft hunderte Titel von Premium-Partnern wie Amundi, iShares oder VanEck) sind ebenfalls kostenlos besparbar.
Der Haken: Wer einen ETF außerhalb dieser Aktionsliste besparen möchte – und das können durchaus beliebte Nischen-ETFs sein –, zahlt die reguläre Gebühr von 1,5 % des Sparvolumens. Bei einer Sparrate von 500 Euro sind das jeden Monat 7,50 Euro Gebühren. Auf zehn Jahre gerechnet, summiert sich das auf 900 Euro reine Transaktionskosten, den Zinseszinseffekt der entgangenen Rendite noch gar nicht eingerechnet. Wer flexibel bei der ETF-Wahl ist, findet bei der comdirect gute Optionen. Wer einen ganz bestimmten Exoten besparen will, zahlt drauf.
Aktien-Sparpläne: Ein interessantes Detail für 2026: Die comdirect ermöglicht auch Sparpläne auf Einzelaktien schon ab kleinen Summen (25 Euro). Das bietet die ING inzwischen ebenfalls an, allerdings sind Aktien-Sparpläne bei der ING mit 1,75 % Gebühren belegt. Bei der comdirect fallen auch hier regulär 1,5 % an. Ein knapper Sieg für die comdirect in der Nische der Aktiensparer, aber der ETF-Punkt geht eindeutig an die orangene Bank.
Die Benutzeroberfläche: Cockpit vs. One-Click-Wonder
Wenn du dich in dein Depot einloggst, willst du sofort sehen, was Sache ist. Die Philosophien beider Banken könnten hier unterschiedlicher kaum sein.
Die ING zielt auf den "Mobile First"-Nutzer und denjenigen, der Finanzen "nebenbei" erledigt. Die App ist aufgeräumt, fast schon minimalistisch. Das Design ist sauber, große Buttons, klare Verläufe. Komplizierte Charts oder tiefe Analyse-Tools sucht man in der App vergeblich. Für den Buy-and-Hold-Anleger ist das ein Traum: Einloggen, grünen Balken sehen, freuen, ausloggen. Die „Banking to go“-App fungiert gleichzeitig als Freigabe-Medium, was den Prozess extrem beschleunigt.
Ganz anders die comdirect. Hier merkt man die DNA des Brokers. Die App hat sich in den letzten Jahren stark verbessert und bietet mittlerweile einen guten Kompromiss aus Übersicht und Funktion, doch die wahre Macht entfaltet sich im Web-Interface. Der "Informer"-Bereich ist legendär und bietet eine Datentiefe, die manch kostenpflichtiges Tool alt aussehen lässt. Realtime-Kurse, interaktive Charts, fundamentale Kennzahlen – alles ist nur einen Klick entfernt. Wer gerne tief in Bilanzen eintaucht oder Chartmuster analysiert, wird die comdirect lieben.
Zudem bietet die comdirect den "ProTrader". Das ist eine Handelssoftware für aktive Kunden, die schnelle Orderausführung und professionelle Überwachungstools benötigen. Für den durchschnittlichen ETF-Sparer ist das "Overkill", aber es zeigt, dass die comdirect das Thema Börse etwas ernster und technischer nimmt als die Konkurrenz aus Frankfurt.
Handelsplätze und Produktuniversum: Weltweit oder Hausmannskost?
Ein Depot nützt nichts, wenn man das gewünschte Wertpapier nicht kaufen kann. Beide Banken bieten Zugang zu allen wichtigen deutschen Handelsplätzen (Xetra, Tradegate, Frankfurt, Stuttgart etc.). Auch der Direkthandel über Partner wie Lang & Schwarz oder Baader Bank ist Standard. Hier gibt es im Alltag kaum Unterschiede.
Der Unterschied liegt im Detail und der internationalen Ausrichtung. Die comdirect bietet Zugang zu über 50 Auslandsbörsen. Du willst eine kleine Mining-Aktie direkt in Toronto kaufen oder einen REIT in Sydney ordern? Bei der comdirect kein Problem (gegen entsprechende Gebühren, versteht sich). Die ING bietet zwar auch Auslandshandel (USA, Kanada), aber das Spektrum ist deutlich eingeschränkter. Für 98 % der Privatanleger reicht das Angebot der ING völlig aus. Wer jedoch spezielle Nebenwerte an ihren Heimatbörsen handeln möchte, kommt an der comdirect kaum vorbei.
Krypto und Zertifikate
Auch bei Derivaten, Zertifikaten und Optionsscheinen ist die comdirect traditionell breiter aufgestellt. Sie bietet regelmäßig "Freetrade-Aktionen" mit verschiedenen Emittenten an, bei denen die Ordergebühren pauschal auf 3,90 Euro oder sogar 0 Euro gesenkt werden.
Ein wichtiges Thema 2026: Krypto-ETPs. Während die ING hier eher konservativ agiert, bietet die comdirect eine breite Palette an Exchange Traded Products auf Bitcoin, Ethereum und Co. an, die sich ganz normal wie eine Aktie handeln und im Depot verwahren lassen. Für Anleger, die Krypto-Exposure ohne eigene Wallet suchen, ist die comdirect oft die zugänglichere Plattform.
Service und Erreichbarkeit: Wenn es mal brennt
Wir schreiben das Jahr 2026, und KIs übernehmen immer mehr Support-Funktionen. Dennoch: Wenn eine Order hängt oder das TAN-Verfahren streikt, willst du einen Menschen sprechen. Und zwar schnell.
Die ING ist bekannt für ihren effizienten Service. Die Telefon-Hotlines sind gut besetzt, die Wartezeiten moderat. Ein großer Vorteil ist die Integration des Supports in die App. Über die "Anrufen"-Funktion in der App bist du bereits legitimiert, wenn der Mitarbeiter abhebt. Das spart das nervige Eintippen von Zugangsnummern und Telefon-PINs.
Die comdirect wirbt traditionell mit ihrer 24/7-Erreichbarkeit. Das ist für Kunden, die auch mal am Sonntagabend ihre Finanzen ordnen wollen oder aus dem Urlaub in einer anderen Zeitzone anrufen, ein massiver Vorteil. Ein Alleinstellungsmerkmal ist zudem die Zugehörigkeit zur Commerzbank. Als comdirect-Kunde kannst du die Filialen der Commerzbank für Bargeldeinzahlungen nutzen (die ersten drei Einzahlungen pro Jahr sind meist kostenlos). Wer also öfter Bargeld auf sein Verrechnungskonto bringen muss, findet hier eine Lösung, die die ING als reine Direktbank nicht bieten kann (dort geht Einzahlen nur über Reisebanken oder teure Drittwege).
Sicherheit und Einlagenschutz: Deutsches Recht und ruhiger Schlaf
In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheiten schauen Anleger genauer hin, wem sie ihr Geld anvertrauen. Beide Institute sind Mitglieder im "Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken". Das bedeutet konkret: Dein Guthaben auf dem Verrechnungskonto oder Tagesgeldkonto ist gesetzlich bis 100.000 Euro pro Kunde abgesichert. Darüber hinaus greift die freiwillige Einlagensicherung, die bei beiden Banken in Millionenhöhe pro Kunde liegt. Hier gibt es faktisch keinen Unterschied im Risikoprofil.
Wichtiger Hinweis für Einsteiger: Deine Wertpapiere (Aktien, ETFs) sind sogenanntes Sondervermögen. Sie gehören immer dir. Sollte die ING oder die comdirect pleitegehen, fallen deine Aktien nicht in die Insolvenzmasse. Du kannst dein Depot einfach zu einer anderen Bank übertragen lassen. Dieses Sicherheitsnetz gilt für beide Banken gleichermaßen.
Sicherheit bedeutet 2026 aber auch IT-Sicherheit. Beide Banken nutzen moderne Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA). Die comdirect nutzt die "photoTAN"-App, die ING setzt auf ihre integrierte "Banking to go“-App zur Freigabe. Beide Verfahren gelten als sehr sicher. Die ING-Lösung fühlt sich im Alltag etwas flüssiger an, da man keine separate App öffnen muss, sondern alles in einer Anwendung erledigt. Die comdirect erfordert oft den Wechsel zwischen der Banking-App und der photoTAN-App, was einen Klick mehr bedeutet, aber sicherheitstechnisch ebenfalls top ist.

Zinsen und das Verrechnungskonto: Mehr als nur Parkplatz
Lange Zeit gab es auf dem Verrechnungskonto 0,0 % Zinsen. Das hat sich geändert. Aktuell bieten beide Banken Modelle an, um geparktes Geld nicht völlig der Inflation zu überlassen.
Die ING bietet, wie eingangs erwähnt, 2,75 % für 4 Monate. Das Verrechnungskonto selbst wird meist geringer oder gar nicht verzinst, aber die nahtlose Umbuchung auf das "Extra-Konto" (Tagesgeld) macht das Liquiditätsmanagement einfach.
Die comdirect bietet ebenfalls ein "Tagesgeld PLUS"-Konto an. Ein spannender Aspekt bei der comdirect ist der Wertpapierkredit. Wer sein Depot beleihen möchte, um kurzfristig Liquidität zu schaffen, ohne Aktien zu verkaufen, findet bei der comdirect ein sehr transparentes und flexibles Angebot. Der Lombardkredit ist hier tiefer in die Trading-Oberfläche integriert und ermöglicht es erfahrenen Anlegern, ihre Kaufkraft kurzfristig zu hebeln – ein Feature, das bei der ING eher stiefmütterlich behandelt wird.
Steuern: Automatismus vs. Kontrolle
Als deutsche Banken führen beide Institute die Kapitalertragsteuer (Abgeltungsteuer) plus Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer automatisch an das Finanzamt ab. Du musst dich um nichts kümmern. Ein Freistellungsauftrag lässt sich bei beiden Banken bequem online einrichten und jederzeit ändern.
Ein kleiner, aber feiner Unterschied zeigt sich bei der Jahressteuerbescheinigung. Die comdirect stellt diese oft sehr früh im Jahr zur Verfügung und bietet eine sehr detaillierte Erträgnisaufstellung, die auch für komplexe Steuerfälle hilfreich ist. Die ING ist hier ebenfalls zuverlässig, die Aufbereitung der Daten bei der comdirect wirkt jedoch für den erfahrenen Anleger etwas transparenter, insbesondere wenn ausländische Quellensteuern im Spiel sind oder Verlustverrechnungstöpfe über mehrere Jahre geführt werden.
Für wen eignet sich was? Szenarien für die Entscheidung
Um die Entscheidung zu erleichtern, schauen wir uns drei konkrete Typen von Anlegern an:
- Der ETF-Sparer ("Fire & Forget"): Du willst einfach nur monatlich 200 Euro in einen Welt-ETF packen und dich sonst nicht kümmern.
Empfehlung: ING.
Warum? Kostenlose Sparpläne auf alle ETFs, extrem einfache App, keine Bedingungen für die kostenlose Depotführung. Du kannst nichts falsch machen. - Der Cash-Stratege & Trader: Du hast eine größere Summe (z.B. 50.000 €) zu parken und willst gleichzeitig aktiv an den Börsen handeln.
Empfehlung: comdirect.
Warum? Das 3,00 % Zins-Angebot für 6 Monate (im Bundle) ist unschlagbar. Die Ordergebühren von 3,90 € im ersten Jahr sind günstig, und das Trading-Interface ist Profi-Liga. - Der All-In-One Kunde: Du willst Girokonto, Karte, Depot und Tagesgeld alles unter einem Dach haben und magst es, alles in einer App zu sehen.
Empfehlung: Unentschieden (mit Tendenz zur ING für Digital Natives).
Warum? Die App der ING integriert alle Produkte nahtloser. Wer jedoch Bargeld einzahlen muss, braucht die comdirect wegen der Commerzbank-Automaten.
Ein Blick auf das Kleingedruckte und versteckte Features
Es lohnt sich, auch auf die Dinge zu achten, die nicht auf den großen Werbebannern stehen. Die comdirect bietet zum Beispiel Junior-Depots an, die sehr einfach zu eröffnen sind und steuerlich separat laufen. Das bietet die ING auch, der Prozess bei der comdirect wird von vielen Eltern jedoch als etwas flexibler wahrgenommen, da Großeltern leichter Vollmachten erhalten können.
Ein weiteres Feature der comdirect ist der "Bonus-Sparen" Dienst. Hier bekommst du beim Online-Shopping bei Partnern Prozente gutgeschrieben, die direkt in deinen Sparplan fließen. "Investment durch Konsum" ist sicher kein Gamechanger, aber ein nettes Gimmick, um die Sparrate passiv zu erhöhen.
Die ING punktet dagegen mit Transparenz bei den Kosteninformationen vor dem Kauf (ex-ante Kostenausweis). Die Darstellung ist hier so simpel gehalten, dass man wirklich versteht, was an Gebühren anfällt, ohne BWL studiert zu haben. Bei der comdirect ist das Dokument zwar vollständig, aber oft etwas technokratischer formuliert.
Depotwechsel: Der Wechsel ist leichter als gedacht
Solltest du feststellen, dass du aktuell bei der "falschen" Bank bist, ist die Hürde für einen Wechsel 2026 niedriger denn je. Der Depotwechselservice ist bei beiden Banken digitalisiert. Du eröffnest das neue Depot und beauftragst im Online-Banking den Einzug der Wertpapiere von der alten Bank. Das dauert in der Regel 1 bis 3 Wochen.
Wichtig: Kosten entstehen dabei seitens der aufnehmenden Bank keine – deutsche Banken dürfen für die Herausgabe von Wertpapieren keine Gebühren verlangen. Einzig bei Bruchstücken aus Sparplänen kann es vorkommen, dass diese verkauft und nicht übertragen werden, was steuerliche Konsequenzen haben kann. Tipp: Achte auf Wechselprämien. Gerade die comdirect bietet oft Prämien (z.B. 100 Euro) für den Übertrag eines gewissen Volumens, wenn man das Depot dann eine gewisse Zeit (z.B. 12 Monate) nicht kündigt.
Direkter Vergleich: Die Fakten auf dem Tisch
Um die Unterschiede noch einmal zu verdeutlichen, hier eine kompakte Gegenüberstellung der wichtigsten Konditionen für das Jahr 2026:
- Tagesgeld-Zins (Neukunden):
ING: 2,75 % für 4 Monate.
Comdirect: 3,00 % für 6 Monate (im Bundle mit Girokonto).
Sieger: Comdirect. - Ordergebühren (Aktien/ETF Einzelkauf):
ING: 4,90 € + 0,25 % (Max 69,90 €).
Comdirect: 3,90 € (Jahr 1, Promo) / danach 4,90 € + 0,25 % (Min 9,90 €).
Sieger: Comdirect (kurzfristig) / ING (langfristig bei kleinen Orders). - ETF-Sparpläne:
ING: Alle ETFs kostenlos.
Comdirect: Top-Preis ETFs kostenlos, Rest 1,5 %.
Sieger: ING. - Depotführung:
ING: Immer kostenlos.
Comdirect: 3 Jahre kostenlos, danach bedingt kostenlos.
Sieger: ING. - Handelsplätze:
ING: Solide Standard-Auswahl.
Comdirect: Riesige Auswahl inkl. vieler Auslandsbörsen.
Sieger: Comdirect.
Der Faktor Zeit: Warum Warten teurer ist als Gebühren
Am Ende des Tages diskutieren wir hier über Unterschiede von wenigen Euro pro Jahr. Das ist wichtig, aber nicht kriegsentscheidend. Viel entscheidender ist, dass du überhaupt investiert bist. Ob du nun 1,50 Euro Gebühr für deinen Sparplan zahlst oder 0 Euro, fällt weniger ins Gewicht als die Frage, ob du fünf Jahre lang gar nicht investierst, weil du dich nicht entscheiden konntest. Die "Opportunitätskosten" des Nicht-Investierens fressen jede Gebührenersparnis auf.
Beide Banken sind solide, sicher und technisch auf der Höhe der Zeit. Die comdirect ist der Mercedes mit vielen Knöpfen und Funktionen, die ING ist der Tesla mit dem einen großen Bildschirm – beide bringen dich ans Ziel. Deine persönliche Präferenz bei der Bedienung wiegt schwerer als der letzte Cent in der Kostenanalyse.
Fazit
Im direkten Vergleich 2026 zwischen Comdirect und ING zeigt sich ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen. Die ING bleibt die Königin der Einfachheit und der ETF-Sparpläne. Wer ein kostenloses, sorgenfreies Depot für den Vermögensaufbau sucht, ist hier bestens aufgehoben.
Doch die comdirect hat sich zurückgekämpft. Mit dem aggressiven 3,00 % Zins-Angebot für 6 Monate ist sie aktuell die erste Wahl für alle, die Cash parken müssen. Wer zudem die 3,90 € Ordergebühr im ersten Jahr nutzt und die professionellen Analyse-Tools zu schätzen weiß, erhält hier das leistungsstärkere Gesamtpaket. Für das Jahr 2026 lautet unsere Empfehlung daher: Comdirect für Cash-Parker und aktive Trader, ING für entspannte ETF-Sparer.
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