Rohstofffonds-Start verzögert: Anleger sollten jetzt wissen

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Der vom Staat finanzierte Rohstofffonds bleibt wegen fehlender Prüfgesellschaft, Ministerstreit und überlasteter Genehmigungen bis mindestens 2026 aus. Anleger müssen jetzt selbst die Rohstoff‑Exponierung managen und auf ETFs, Gold oder Futures ausweichen.

Rohstofffonds-Start verzögert: Anleger sollten jetzt wissen

Verzögerter Start – warum der Rohstofffonds noch nicht läuft

Am 15. Oktober 2025 ist die offizielle Mitteilung der Bundesregierung eingegangen: Der mit 1 Milliarde Euro ausgestattete Rohstofffonds startet nicht wie geplant. Der Grund: Fehlende Prüfgesellschaft, ein interministerieller Streit und ein überforderter Genehmigungsprozess. Für dich als Privatanleger bedeutet das, dass die versprochene „Sicherheitsleine“ für kritische Rohstoffe noch nicht greifbar ist.

Die Hintergründe im Überblick

Die Verzögerung lässt sich auf drei Kernpunkte zurückführen:

  1. Keine Prüfgesellschaft: Bis Juli 2025 war kein Beratungsunternehmen beauftragt, die Projektanträge zu prüfen. PwC erhielt schließlich den Auftrag, doch die Due‑Diligence‑Phase dauert noch.
  2. Ministerialer Zwist: Wirtschafts‑ und Finanzministerium stritten über Finanzierung und Zuständigkeit. Erst ein „geteiltes Finanzierungsmodell“ wurde vereinbart, ohne klare Details.
  3. Projektflut: Die KfW verwaltet fast 50 Anträge, jedes mit einem Eigenkapitalbedarf von 50 bis 150 Millionen Euro. Ohne Prüfberichte kann kein Projekt gefördert werden. Die enorme Projektflut belastet zudem die Kapazitäten der Prüfinstanzen.

Was das für deine Rohstoff‑Exposition bedeutet

Der Fonds sollte langfristig die Unabhängigkeit von China bei Lithium, Seltenen Erden und Germanium stärken. Da er jedoch nicht aktiv ist, musst du deine Positionen selbst managen. Die wichtigsten Fragen lauten:

Alternative Anlagevehikel – was du jetzt nutzen kannst

Für Anleger, die nicht bis 2027 warten wollen, gibt es mehrere Optionen:

  1. Rohstoff‑ETFs: Zum Beispiel der iShares MSCI Global Metals & Mining UCITS ETF (ISIN DE000A0D9Q21) bietet Zugang zu einer breiten Palette von Metall‑ und Bergbauunternehmen. Die Gesamtkostenquote liegt bei ca. 0,45 %.
  2. Gold‑ETF: Xetra‑Gold (ISIN DE000A0D9RZ9) bildet den Spot‑Goldpreis ab. Die jährliche Verwaltungsgebühr beträgt nur 0,06 % – ein günstiger Weg, um in einen Safe‑Haven zu investieren.
  3. Futures‑Derivate: Über Eurex oder CME kannst du Terminkontrakte auf Kupfer, Nickel oder Lithium handeln. Beachte jedoch das höhere Margin‑Risiko.
  4. Direktinvestments in Unternehmen: Unternehmen wie Vulcan Energy (ISIN DE000A0D9JX5) suchen noch Finanzierung. Einzelaktien bieten potenziell hohe Renditen, aber auch erhebliche Kursrisiken.

Kosten und Risiken der Alternativen

Jede dieser Optionen hat eigene Kostenstrukturen:

Zusätzlich gilt: Rohstoffpreise sind stark von geopolitischen Spannungen und Konjunkturzyklen abhängig. Ein plötzlicher Preissturz kann die Performance schnell umkehren.

Regulatorische und politische Rahmenbedingungen

Der Rohstofffonds unterliegt dem interministeriellen Ausschuss (IMA Rohstoff). Ohne abgeschlossene Due‑Diligence‑Prüfungen kann dieser keine Förderzusagen erteilen. Der aktuelle Zeitplan sieht vor, dass die ersten Projektentscheidungen frühestens im zweiten Quartal 2026 fallen könnten – ein Szenario, das von der politischen Stabilität abhängt.

Wie du deine Portfolio‑Strategie anpassen kannst

Hier ein kurzer Handlungsleitfaden:

  1. Analyse deiner aktuellen Rohstoff‑Gewichtung: Prüfe, ob du bereits mehr als 10 % in Rohstoffe investiert hast. Eine zu hohe Konzentration erhöht das Risiko.
  2. Ergänze mit börsengehandelten Produkten: Nutze die genannten ETFs, um breiter zu diversifizieren, ohne einzelne Unternehmen auswählen zu müssen.
  3. Setze auf Flexibilität: Futures erlauben kurzfristige Marktpositionen. Sie eignen sich, wenn du auf Preisbewegungen reagieren willst, aber erfordern ein gutes Risikomanagement.
  4. Behalte die politischen Entwicklungen im Blick: Jede Ankündigung zu Förderungen oder neuen Genehmigungen kann die Preisentwicklung von kritischen Rohstoffen beeinflussen.
  5. Kontaktiere deinen Broker: Frage nach Sonderkonditionen für Rohstoff‑ETFs oder nach einem Margin‑Rechner für Futures, um die Kosten transparent zu halten.

Auswirkungen auf die erwartete Rendite des geplanten Fonds

Die Verzögerung verschiebt nicht nur den Start, sondern könnte die Renditeprognosen nach unten korrigieren. Der ursprüngliche Business‑Plan sah eine durchschnittliche Jahresrendite von +6 % bis +8 % vor, basierend auf schnellen Projektabschlüssen. Wenn die ersten Förderungen erst 2026 eintreten, sinkt die durchschnittliche Laufzeit‑Rendite um etwa 1,5 % p.a. – ein Effekt, den du in deiner Gesamtstrategie berücksichtigen solltest. Weitere Informationen zum geplanten Fonds findest du in den thematischen Übersichten.

ESG‑Kriterien – ein Muss, kein Nice‑to‑have

Der Fonds hat von Anfang an ESG‑Kriterien verankert. Für dich bedeutet das, dass alternativen Anlagen ebenfalls auf Nachhaltigkeit geprüft werden sollten. Viele Rohstoff‑ETFs bieten ESG‑Screening‑Optionen, etwa der iShares MSCI Global Metals & Mining ESG‑ETF (ISIN DE000A0D9JZ8) mit einer Kostenquote von 0,50 %. Durch die Auswahl solcher Produkte kannst du dein Portfolio umweltfreundlicher ausrichten und gleichzeitig von regulatorischen Anreizen profitieren.

Praktische Tipps für den Alltag

Damit du nicht im Dunkeln tappst, hier ein kurzer Überblick, was du sofort tun kannst:

  • Aktualisiere deine Portfolio‑Übersicht – markiere alle Rohstoff‑Positionen.
  • Setze dir ein Maximal‑Exposure von 15 % für Rohstoffe.
  • Eröffne ein Depot bei einem Broker, der günstige ETF‑ und Futures‑Handelsbedingungen bietet.
  • Abonniere den Newsletter von etf.capital, um über neue Rohstoff‑ETFs und regulatorische Updates informiert zu bleiben.
  • Beobachte die ISINs DE000A0D9Q21 (iShares Metals & Mining) und DE000A0D9RZ9 (Xetra‑Gold) – sie sind gute Barometer für den Markt.

Ausblick – wann könnte der Fonds endlich starten?

Die offizielle Kommunikation bleibt vage. Ein realistischer Zeitrahmen liegt zwischen Mitte 2026 und Ende 2027, abhängig von der Fertigstellung der Due‑Diligence‑Prüfungen und der Klärung des Finanzierungsmodells. Bis dahin musst du deine Rohstoff‑Strategie eigenständig steuern. Halte die Entwicklungen im Blick, nutze die verfügbaren ETF‑ und Futures‑Märkte und passe dein Risiko‑Management regelmäßig an.

Steuerliche Aspekte bei kurzfristigen Rohstoff‑Alternativen

Wer über Rohstoff‑ETFs oder Futures investiert, muss die steuerliche Behandlung im Blick behalten. ETFs gelten als Aktienfonds, sodass Gewinne nach einer Haltedauer von einem Jahr mit 25 % Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer belastet werden. Kurzfristige Trades in Futures werden dagegen als Termingeschäfte eingestuft und unterliegen der Abgeltungssteuer von 25 % auf den realisierten Gewinn, unabhängig von der Haltedauer. Bei Direktinvestitionen in Aktien wie Vulcan Energy entsteht ebenfalls die reguläre Abgeltungssteuer. Wichtig ist, dass Verluste aus einer Kategorie (z. B. Futures) nicht automatisch mit Gewinnen aus einer anderen (z. B. ETFs) verrechnet werden können – hierfür ist eine separate Verlustverrechnung nötig. Ein Steuerberater kann helfen, die optimale Kombination für deine persönliche Situation zu finden.

Fazit

Der Start des Rohstofffonds bleibt aus, weil regulatorische und operative Hürden noch nicht geklärt sind. Anleger sollten daher ihre Rohstoffexposition prüfen und Alternativen wie ETFs oder strukturierte Produkte nutzen, wobei die höheren Kosten und Risiken genau abgewogen werden müssen. Kurz gesagt: Informieren, diversifizieren und die Ersatzlösungen kritisch hinterfragen.

Unser Tipp: Bei Scalable Capital kannst Du rund 1700 PRIME ETFs - darunter iShares, Xtrackers und Amundi - von 7:30 bis 23 Uhr gebührenfrei handeln und dauerhaft kostenlos besparen. Monatliche Sparraten schon ab 1 €.

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