Neuer ETF: UBS US Equity Defensive Put Write UCITS
Neue UBS‑ETF‑Strategie: Der „UBS US Equity Defensive Put Write SF UCITS“‑ETF kombiniert eine Put‑Write‑Taktik auf den S&P 500 mit kurzfristigen US‑Staatsanleihen und bietet Anlegern eine alternative Risikoprämie, ohne den US‑Aktienmarkt komplett zu verlassen.
Ein neuer Player im US‑Aktien‑Universum
Am 6. August 2025 stellt die UBS einen neuen ETF vor: den UBS US Equity Defensive Put Write SF UCITS ETF mit der ISIN IE000V73IL86. Er richtet sich an Anleger, die nach einer alternativen Risikoprämie suchen, ohne komplett auf den US‑Aktienmarkt zu verzichten. Im Folgenden erfährst du, wie die Strategie funktioniert, welche Kosten und Risiken das Produkt mitbringt und für wen es wirklich geeignet ist.
Strategischer Kern: Defensive Put‑Write‑Taktik
Der Fonds verfolgt eine defensive Put‑Write‑Strategie. Dabei verkauft er regelmäßig Put‑Optionen auf den S&P 500 und kassiert dafür Prämien. Gleichzeitig wird das restliche Kapital in kurzlaufende US‑Staatsanleihen (3‑Monats‑T‑Bills) investiert. So entsteht ein Puffer, der bei seitwärts oder leicht steigenden Märkten eine zusätzliche Rendite liefert, gleichzeitig aber das Abwärtsrisiko begrenzt, weil die Prämienverluste aus den Optionen ausgleichen. Die Kombination aus Optionsgeschäft und Portfolio-Management sorgt für die gewünschte Risikosteuerung.
Basiswert: S&P 500 als Referenz
Die verkauften Optionen beziehen sich auf den S&P 500, den wichtigsten US‑Aktienindex. Das bedeutet, dass die Wertentwicklung des ETFs eng mit der Volatilität und den Kursen dieses Index verknüpft ist. In calm, slowly rising markets kann die Strategie eine zusätzliche Rendite von etwa 1 % bis 2 % pro Jahr erzielen, während ein starker Kursrückgang das Risiko erhöht.
Synthetische Replikation: Swaps statt Physische
Der ETF nutzt eine synthetische Replikation mittels Swaps. Das bedeutet, dass die Wertentwicklung nicht durch direkte Aktienkäufe nachgebildet wird, sondern über Tauschgeschäfte (Swaps) mit einer Gegenpartei. Dieser Ansatz führt zu einer geringeren Tracking‑Differenz, birgt jedoch ein Gegenparteirisiko, das im Kleingedruckten des UCITS‑Prospekts genau beschrieben wird.
Kosten – das A und O
Die Gesamtkostenquote (TER) liegt bei 0,29 % p.a.. Im Vergleich zu anderen aktiven Strategien ist das relativ günstig. Kosten bestehen aus Verwaltungsgebühren, Swap‑Kosten und einer kleinen Verwaltungsgebühr. Es gibt keine versteckten Kosten, die den Anleger überraschen könnten – alle Gebühren sind in der TER enthalten.
Thesaurierung – Zinseszinseffekt
Der ETF ist thesaurierend. Das heißt, sämtliche Erträge werden automatisch wieder in den Fonds investiert. Für dich als Anleger bedeutet das: kein Aufschlag auf Dividenden, aber ein stärkeres Wachstum durch den Zinseszinseffekt. Besonders in einem Umfeld niedriger Zinsen kann das einen Unterschied von mehreren Prozentpunkten über 5 Jahre ausmachen. Mehr dazu, wie du das in deinem Depot umsetzen kannst, findest du in unseren weiterführenden Artikeln.
Performance im Überblick (Stand 2024)
Seit dem Start im Juli 2020 hat der Fonds einen kumulierten Gewinn von +41,78 % erzielt. Die Jahresrenditen lassen sich wie folgt zusammenfassen:
- 2024: +16,56 %
- 2023: +7,41 %
- 2022: +2,70 %
- 2021: +20,00 %
Die 3‑Jahres‑Performance liegt bei +8,25 %**, die 5‑Jahres‑Performance bei **+42,27 %**. Das ist ein klares Zeichen dafür, dass die Strategie in Marktphasen robust ist.
Risiken – nicht nur süße Prämien
Das Haupt‑risiko entsteht, wenn der S&P 500 plötzlich stark fällt. In diesem Fall müssen die verkauften Put‑Optionen eingelöst werden, was zu Verlusten führen kann. In ruhigen oder leicht steigenden Märkten ist das Risiko hingegen gering, weil die Prämien einen Schutz bieten. Die Strategie ist weniger riskant als ein Aktien‑ETF, aber riskanter als ein reiner Anleihen‑ETF. Wer das Risiko im Gesamtportfolio besser einschätzen möchte, findet dazu nützliche Hinweise im Portfolio‑Ratgeber.
Liquidität und Fondsvolumen
Das verwaltete Vermögen beträgt rund 32 Mio. €. Das Volumen ist nicht astronomisch, aber für eine Nischen‑Strategie ausreichend, um an den wichtigsten europäischen Börsen liquide zu bleiben. Du solltest jedoch bei sehr hohen Volumenbedingungen damit rechnen, dass die Bid‑Ask‑Spreads etwas breiter sein können als bei den Mega‑ETFs. In diesem Kontext ist es hilfreich, ein Fonds‑ und Portfolio-Ansatz zu prüfen.
Währungsrisiko
Obwohl der ETF in US‑Dollar notiert wird, ist er in Europa auch in Euro handelbar. Dabei entsteht ein Währungsrisiko für europäische Anleger, weil keine Währungsabsicherung vorgesehen ist. In Zeiten, in denen der Dollar gegenüber dem Euro stark schwankt, kann das die Rendite um bis zu 1 % beeinflussen.
Wer sollte zugreifen?
Der ETF spricht vor allem erfahrene Privatanleger und institutionelle Investoren an, die eine Alternative zu reinen S&P 500‑ETFs suchen. Wenn du bereits mit Optionsstrategien vertraut bist und das Risiko einer kleineren, aber stabilen Rendite bevorzugst, könnte dieser Portfolio in dein Portfolio passen.
Steuerliche Aspekte bei einem thesaurierenden, swap‑basierten ETF
In Deutschland wird die Ertragssteuer automatisch im Fonds abgeführt. Da das Produkt ETF thesaurierend ist, musst du im Jahresabschluss die fiktiven Erträge als „ausschüttungsgleiche Erträge“ deklarieren, aber du erhältst keine direkte Kapitalertragsteuer. Bei der Wahl des Depots sollte die Abgeltungssteuer nicht als Hindernis, sondern als Teil der Gesamtstrategie betrachtet werden. Die Auswahl des richtigen Portfolios kann dabei helfen, steuerliche Effekte optimal zu nutzen.
Marktvergleich und Alternativen
Im Vergleich zu klassischen S&P 500‑ETFs fällt die Volatilität des UBS-Produkts niedriger aus, jedoch sind die maximalen Aufwärtsgewinne bei bullischen Märkten begrenzt. Alternativen wie der iShares Edge MSCI USA Defensive Equity UCITS ETF oder der SPDR S&P 500 Put‑Write ETF bieten ähnliche Konzepte, jedoch mit unterschiedlichen TERs und Laufzeiten für die Optionen.
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Auf den Punkt gebracht – dein nächster Schritt
Wenn du nach einer Möglichkeit suchst, die Risiken des reinen Aktienmarktes zu mildern und gleichzeitig eine zusätzliche Prämie zu erhalten, ist der neue UBS US Equity Defensive Put Write SF UCITS ETF ein Kandidat. Schau dir die aktuelle Kursentwicklung, das Volumen und die Handelszeiten an – dann entscheidest du selbst, ob er zu deiner Anlagestrategie passt.
Bleib am Puls der Märkte – besuche unseren Blog und halte dich über weitere innovative ETFs auf dem Laufenden.
Handelsdetails und Order‑Tipps
Du kannst den ETF wie jede gewöhnliche Aktie über deine handelsübliche Plattform kaufen. Beachte dabei die Handelszeiten der jeweiligen Börse – meist sind das die europäischen Handelszeiten für USD‑gelistete ETFs (09:00 – 17:30 MEZ). Für die **Ausführung** empfiehlt sich die Nutzung von Limit‑Orders, um das Risiko von Fehlkursen im stark volatilen S&P 500 zu reduzieren. Spread‑Kosten liegen bei etwa 0,2 % – 0,3 % des Handelsvolumens, ein kleiner Aufpreis für die exotische Optionen‑Komponente. Da der Fonds über Swaps arbeitet, solltest du bei starkem Markt‑Stress die **Gegenparteirisiken** im Auge behalten – ein kurzer Blick in den Prospectus liefert die aktuelle Gegenpartei‑Bewertung.
Fazit
Der neue UBS US Equity Defensive Put Write SF UCITS ETF nutzt die S&P 500 Referenz und setzt auf eine defensive Put‑Write‑Taktik, um stabile Renditen zu erzielen. Durch synthetische Replikation per Swaps bleibt die Kostenstruktur attraktiv, wobei die Gebühren das entscheidende Merkmal sind. Insgesamt bietet der Fonds eine kosteneffiziente, risikoarme Alternative für passive US‑Aktieninvestitionen.
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