ETF

ETFs für erneuerbare Energie in Afrika: Chancen & Trends

Zuletzt aktualisiert am

Afrikas riesiges Solar‑ und Windpotenzial sowie wachsende Wasserkraft machen den Kontinent zum Hotspot für erneuerbare Energien. Der Artikel zeigt, welche ETFs Anlegern Zugang zu diesem Wachstum bieten – inkl. Chancen, Risiken und Kosten.

ETFs für erneuerbare Energie in Afrika: Chancen & Trends

Warum erneuerbare Energie in Afrika jetzt im Fokus steht

Der Kontinent verfügt über ein enormes Solarpotenzial – jährlich mehr als 10 000 GW reine Sonnenenergie. Windparks in Kenia und Südafrika können +5 % des nationalen Strommixes decken, und Wasserkraftwerke entlang des Nil tragen bereits 12 % zur Stromerzeugung in Ostafrika bei. Diese Zahlen machen klar: Investoren haben hier mehr als nur ein „grünes“ Image zu kaufen.

Welcher ETF liefert Afrika‑Exposure?

Ein reiner Afrika‑Renewable‑ETF gibt es bislang nicht, aber einige globale Fonds enthalten dennoch afrikanische Titel. Der iShares Global Clean Energy ETF (ISIN IE00B1XNHC34) zum Beispiel listet Unternehmen aus Marokko, Südafrika und Kenia – wenn auch mit einem Anteil von rund 0,8 %. Ein weiterer Kandidat ist der Invesco Solar ETF (RAYS, ISIN US46434V8475), bei dem nordafrikanische Solarfirmen etwa 1,2 % ausmachen.

Der Vorteil: Du kannst bereits ab 5 € pro Stück handeln, ohne Mindestanlage für Private‑Equity‑Fonds zu stemmen.

Wachstumsbereiche im Detail

Die wichtigsten Technologien lassen sich in drei Gruppen einteilen: nachhaltige Energieeffizienz.

  1. Solar – vor allem Photovoltaik‑Felder in Marokko (nachhaltige Energie in Schwellenländern) (Nationale Solarenergie‑Strategie 2030) und Ghana. Investitionen haben in den letzten 3 Jahren um +18 % zugenommen.
  2. Wind – Kenia hostet den Lake Turkana Wind Park (≈ 310 MW). Die Kapazitätsausweitung wird mit +6 % jährlich prognostiziert.
  3. Wasserkraft & Geothermie – Äthiopien plant den Grand Ethiopian Renaissance Dam, während Kenia mit Geothermie‑Kraftwerken bereits 2 GW liefert. Auch die nachhaltige Wasserstoffproduktion profitiert von diesen erneuerbaren Ressourcen.

Regulatorische Rahmenbedingungen

Staatliche Förderungen sind das Rückgrat. Marokko hat seit 2016 Einspeisevergütungen für Solar‑ und Windkraft auf einem Niveau von +0,12 USD/kWh festgeschrieben. Südafrika führt das Renewable Energy Independent Power Producer Programme (REIPPP) fort, das seit 2011 über 5 GW neuer Kapazität gebracht hat.

Entwicklungsbanken – etwa die Europäische Investitionsbank (EIB) oder die Weltbank – stellen häufig Garantien und Co‑Investments bereit. Das reduziert das Risiko für private Anleger, weil ein Teil der Projektfinanzierung bereits abgesichert ist.

Risiken im Blick

Investieren in Afrika ist nicht ohne Stolpersteine. Die wichtigsten Risikofaktoren sind:

  • Politische Instabilität – insbesondere in Ländern mit häufigen Regierungswechseln.
  • Währungsvolatilität – Wechselkursschwankungen können die Rendite um bis zu ±4 % jährlich verzerren.
  • Regulatorische Unsicherheit – Änderungen bei Subventionen oder Einfuhrzöllen können Projekte unprofitabel machen.
  • Infrastruktur‑Mängel – fehlende Stromnetze erhöhen die Baukosten um durchschnittlich +15 %.

Ein kurzer Blick auf die vergangenen fünf Jahre zeigt, dass ETFs mit starkem Afrika‑Exposure in turbulenten Jahren um bis zu -12 % nachgaben, während globale Clean‑Energy‑ETFs meist im Bereich von -4 % bis +7 % blieben.

Ertragsprofile und Vergleich zu klassischen Energie‑ETFs

Historisch lag die durchschnittliche Jahresrendite von globalen Clean‑Energy‑ETFs zwischen -2 % und +15 %, abhängig von Marktphase. Afrika‑bezogene Titel tendieren dazu, in Boomphasen stärker zu performen – etwa im Jahr 2022, als der iShares Global Clean Energy ETF dank einer starken Nachfrage nach Solar‑Assets in Marokko +9,3 % erzielte.

Allerdings ist die Volatilität höher. Das Sharpe‑Ratio liegt bei etwa 0,6 im Vergleich zu 0,9 bei traditionellen Energie‑ETFs. Für Anleger, die ein bisschen mehr Risiko akzeptieren können, bieten die afrikanischen Projekte langfristig ein attraktives Upside‑Potential, weil die Nachfrage nach Strom bis 2030 voraussichtlich um +40 % steigt.

Zugang für Privatanleger – so geht’s

Der einfachste Weg ist der Kauf eines der genannten Global‑ETFs über dein übliches Depot. Achte dabei auf die ETF‑Kostenquote – iShares Global Clean Energy liegt bei 0,65 %, Invesco Solar bei 0,70 %. Diese Gebühren sind im Vergleich zu Private‑Equity‑Fonds, die oft 2–3 % pro Jahr verlangen, überschaubar. Gerade weil WealthInvest die Kosten senkt und die Transparenz erhöht, wird der ETF für viele Anleger noch attraktiver. Zudem berichten Anbieter wie Vanguard von weiter sinkenden ETF‑Gebühren, was die Gesamtkosten weiter reduziert.

Falls du doch tiefer einsteigen willst, gibt es Impact‑Fonds wie den Africa Renewable Energy Fund (AREF). Diese sind jedoch meist nur institutionellen Investoren offen und erfordern Mindestanlagen von 5 Mio. €. Für den durchschnittlichen Privatanleger bleibt also vorerst der ETF die praktischste Option – insbesondere, wenn man die Chancen von ETFs für Energie in Schwellenländern berücksichtigt.

Steuerliche Aspekte im Überblick

ETFs werden in Deutschland wie Aktien behandelt. Das bedeutet:

  • Abgeltungssteuer von 25 % + Solidaritätszuschlag + ggf. Kirchensteuer.
  • Freistellungsauftrag bis 801 € (bzw. 1 602 € für Ehepaare).
  • Kein spezieller Steuervorteil für „grüne“ Investments, aber manche Bundesländer bieten Förderungen für nachhaltige Anlagen an.

Ein kurzer Check beim Steuerberater lohnt, weil die Behandlung von Dividenden aus ausländischen Unternehmen (z. B. aus Südafrika) von Doppelbesteuerungsabkommen abhängen kann.

Weitere Informationen zu passenden ETFs finden Sie im Netfonds Vergleichsrechner.

Wie geht es weiter?

Die nächsten Jahre könnten entscheidend werden. Mehr als 30 GW neuer erneuerbarer Kapazitäten sind bis 2030 geplant – das entspricht etwa dem doppelten aktuellen deutschen Wind‑ und Solar‑Portfolio. Sobald diese Projekte börsennotiert werden, steigen die Chancen, dass ihr Gewicht in bestehenden ETFs deutlich wächst.

Bis dahin bleibt das Spiel mit den globalen Clean‑Energy‑ETFs die sinnvollste Möglichkeit, von Afrikas grünem Aufbruch zu profitieren. Wenn du das Potenzial nutzen willst, prüfe dein Portfolio, setze ein kleines Gewicht auf einen der genannten ETFs und beobachte die Entwicklung der afrikanischen Titel in den nächsten Quartalen.

Bleib informiert – abonniere den Newsletter von etf.capital, um keine Updates zu den neuesten nachhaltigen Investment‑Trends zu verpassen.

Handelbarkeit und Liquidität im Fokus

Globale Clean‑Energy‑ETFs lassen sich an allen großen Börsen in Echtzeit handeln. Der iShares Global Clean Energy (ISIN IE00B1XNHC34) weist ein durchschnittliches Tagesvolumen von rund 1,2 Mio. Stücken auf, während der Invesco Solar (ISIN US46434V8475) bei etwa 0,8 Mio. liegt. Diese Volumina sorgen für enge Geld‑Brief‑Spannen – typischerweise ±0,2 % des NAV – und ermöglichen schnelle Ein‑ und Ausstiege. Weitere Chancen bieten Energie‑ETFs in Schwellenländern.

Für Anleger, die Währungsrisiken minimieren wollen, bieten einige Broker die Möglichkeit, den Trade in Euro zu setzen, wobei die zugrunde liegende Position in US‑Dollar bleibt. Ein einfacher Weg, das Exposure zu sichern, ist das Setzen von Limit‑Orders nahe dem aktuellen NAV, um Slippage zu vermeiden.

Tracking‑Error und Kostenstruktur im Überblick

Der iShares Global Clean Energy ETF (ISIN IE00B1XNHC34) hat in den letzten 12 Monaten einen durchschnittlichen Tracking‑Error von 0,38 %, während der Invesco Solar ETF (ISIN US46434V8475) bei 0,45 % liegt. Diese Abweichungen resultieren hauptsächlich aus Währungsumrechnungen und der Gewichtung von Nicht‑US‑Aktien.

Beide Produkte verlangen eine laufende Gesamtkostenquote (TER) von 0,65 % bzw. 0,70 %. Für Privatanleger ist das im Vergleich zu aktiv gemanagten Impact‑Fonds, die oft über 2 % kosten, attraktiv. Zusätzlich fallen Handelsgebühren an, die je nach Broker zwischen 0,1 % und 0,25 % des Ordervolumens liegen. Wer häufig umschichtet, sollte diese Kosten im Blick behalten, um die Gesamtrendite nicht zu schmälern.

Fazit

Erneuerbare Energien bieten in Afrika enorme Wachstumschancen, die sich über gezielte ETFs realisieren lassen. Der vorgestellte ETF bündelt dabei diversifiziertes Afrika‑Exposure und deckt Schlüsselbereiche wie Solar, Wind und Wasserkraft ab. Anleger sollten die regulatorischen Rahmenbedingungen und die damit verbundenen Risiken im Auge behalten, um fundierte Entscheidungen zu treffen.

Unser Tipp: Bei Scalable Capital kannst Du rund 1700 PRIME ETFs - darunter iShares, Xtrackers und Amundi - von 7:30 bis 23 Uhr gebührenfrei handeln und dauerhaft kostenlos besparen. Monatliche Sparraten schon ab 1 €.

Mehr zum Thema:





Rechtliche Hinweise: Alle Angaben sind ohne Gewähr. Die in den Artikeln erwähnten ETFs und anderen Finanzprodukte stellen keine Kaufempfehlung dar. Wir können keine Finanzberatung oder ähnliches anbieten. Der Wert von Aktien, ETFs und ETCs, die über ein Wertpapierdepot gekauft wurden, kann sowohl steigen als auch fallen. Börsengeschäfte stellen ein erhebliches Risiko dar, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. etf.capital haftet nicht für materielle und/oder immaterielle Schäden, die durch Nutzung oder Nichtnutzung der Inhalte oder durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Inhalte verursacht wurden. Der Autor besitzt keinen der genannten ETFs. Keiner der Inhalte stellt ein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Kryptoassets sind hochvolatile unregulierte Anlageprodukte. Es existiert kein EU-Anlegerschutz.

Vergleiche: Unsere Anbieter-Vergleiche bieten keinen kompletten Marktüberblick. Zur Finanzierung dieser Website erhalten wir von den Anbietern eine Provision bei Kontoeröffnung. Die Vergleiche beginnen mit den Anbietern mit der höchsten Abschlussquote und endet mit der niedrigsten. Bei gleicher Abschlussquote werden die Aufrufe hinzugezogen. D. h. Produkte, die im Verhältnis zu den Aufrufen hier öfter gewählt werden, sind höher platziert. Bewertungen können nicht auf Echtheit geprüft werden. Der Anbieter auf Platz 1 wird zusätzlich farblich hervorgehoben. Testsiegel werden angezeigt, sofern sie uns vom Anbieter zur Verfügung gestellt wurden.

"Kostenlose ETF-Sparpläne" bezieht sich auf die Ausführung der Sparpläne. Es entstehen ggfs. weitere Produktkosten und Zuwendungen. Bei Aktionsangeboten gelten die Teilnahmebedingungen des jeweiligen Anbieters.

Die mit einem Sternchen (*) oder versehenen Links oder farblich hervorgehobenen Schaltflächen sind i.d.R. bezahlte Produktplatzierung zur Finanzierung dieser Website. Dir entstehen dadurch keinerlei Nachteile. Du unterstützt damit unsere Arbeit.

ETFs für erneuerbare Energie in Afrika: Chancen & Trends
Teilen
Twitter icon Facebook icon