N26 Broker: Kosten, Funktionen & Erfahrungen

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N26 startete den Aktien- und ETF-Handel gebührenfrei, führt ab September 2026 aber wieder 0,90 Euro je Order ein (Sparpläne bleiben kostenlos). Was das Depot wirklich bietet, kostet und für wen es sich lohnt.

N26 Broker: Kosten, Funktionen & Erfahrungen

Stand: Juli 2026. Dieser Artikel wurde vollständig auf den aktuellen Stand gebracht. Keine Anlageberatung.

Was kostet der N26 Broker 2026 wirklich?

N26 hat den Wertpapierhandel im Januar 2025 zunächst komplett gebührenfrei gestartet. Damit ist ab dem 2. September 2026 weitgehend Schluss: N26 führt für Einzelorders von Aktien und ETFs wieder eine Gebühr ein. Pro Trade fallen dann 0,90 € an. Wichtig ist, dass die neue Gebühr erst greift, wenn du den aktualisierten Bedingungen aktiv zustimmst.

Je nach N26-Konto gibt es ein Kontingent kostenloser Trades pro Monat:

  • N26 Standard und Smart: keine kostenlosen Trades, jede Einzelorder kostet 0,90 €.
  • N26 Go: 3 kostenlose Trades pro Monat, danach 0,90 € je Order.
  • N26 Metal: 10 kostenlose Trades pro Monat, danach 0,90 € je Order.

Der entscheidende Vorteil bleibt an anderer Stelle: ETF- und Aktien-Sparpläne führt N26 weiterhin ohne Ausführungsgebühr aus. Wer vor allem regelmäßig kleine Beträge investiert, ist von der Gebührenumstellung also kaum betroffen. Das Halten von Aktien und ETFs im Depot ist ebenfalls kostenlos, es gibt keine Depot- oder Inaktivitätsgebühren.

Ein Wort zum Hintergrund: In der EU gilt ab dem 1. Juli 2026 ein Verbot des sogenannten Payment for Order Flow (PFOF). Viele Neobroker haben ihre "kostenlosen" Trades bislang unter anderem über solche Rückvergütungen der Handelsplätze quersubventioniert. Der Wegfall dieser Einnahmequelle ist einer der Gründe, warum reine Gratismodelle branchenweit unter Druck geraten, auch bei N26.

Indirekte Kosten: der Blick unter die Oberfläche

Auch ohne Ordergebühr ist Handeln nie ganz gratis. Diese indirekten Kosten solltest du kennen:

  • Spread: der Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufskurs am Handelsplatz.
  • Produktkosten: jeder ETF hat eine jährliche Gesamtkostenquote (TER), die je nach Produkt variiert.
  • Währungseffekte: bei in Fremdwährung notierten Werten kann der Umrechnungskurs eine Rolle spielen.

Handelsplatz und Infrastruktur

Der gesamte Wertpapierhandel bei N26 läuft über den Handelsplatz Tradegate. Die technische Abwicklung, Ausführung und Verwahrung übernimmt der Partner Upvest (Upvest Securities GmbH), während N26 als Bank die Orders entgegennimmt und weiterleitet. Dieser Single-Venue-Ansatz hat zwei Seiten:

  • Vorteil: einfache, einheitliche Ausführung, alles über einen Handelsplatz.
  • Nachteil: keine Auswahl zwischen mehreren Börsen. Wer gezielt den besten Preis über verschiedene Handelsplätze sucht, hat bei einem Multi-Venue-Broker mehr Spielraum.

Für Einsteiger und Buy-and-hold-Anleger ist das in der Praxis meist unkritisch, zumal die App klar auf mobile Nutzung ausgerichtet ist.

Produktpalette: Aktien, ETFs und Bruchstücke

Aktuell bietet N26 in Deutschland und Österreich über 2.300 Aktien und über 1.700 ETFs. Damit ist die Auswahl solide, aber spürbar kleiner als bei spezialisierten Neobrokern wie Trade Republic oder Scalable Capital, die jeweils mehrere Tausend Wertpapiere und ein deutlich größeres Sparplan-Universum abdecken. Wer exotischere Einzelwerte, Anleihen oder Derivate sucht, wird bei N26 nicht fündig.

Praktisch für den Einstieg: Du kannst Aktien und ETFs auch als Bruchstücke (Fractional Shares) kaufen. Die Mindestanlage liegt bei 1 €, sodass auch teure Aktien in kleinen Portionen ins Depot passen.

Ein gängiger, breit gestreuter Basis-ETF ist der iShares Core MSCI World UCITS ETF (ISIN IE00B4L5Y983, thesaurierend). Er bildet den MSCI World mit rund 1.400 Aktien aus 23 Industrieländern ab, hat eine TER von 0,20 % p.a. und gehört mit einem Fondsvolumen von über 120 Mrd. Euro zu den größten Welt-ETFs. Als Einzelkauf im Rahmen des Trade-Kontingents oder als Sparplan ist er ohne Ausführungsgebühr handelbar.

ETF-Sparpläne: gebührenfreie Vermögensbildung

Sparpläne sind das Herzstück des N26-Angebots für langfristige Anleger. Sie lassen sich ab einer Rate von 1 € einrichten und werden ohne Ausführungsgebühr ausgeführt, auch nach der Gebührenumstellung im September 2026. Sparplanfähig ist ein großer Teil des ETF-Angebots. Wer also einen Dauerauftrag auf einen Welt-ETF einrichtet, zahlt weiterhin nur die Produktkosten (TER) des ETF, keine Ordergebühr.

Krypto über Bitpanda

Krypto-Handel bietet N26 nicht selbst an, sondern über den Partner Bitpanda Asset Management GmbH. Verfügbar sind über 400 Coins direkt in der App. Die Gebühren legt Bitpanda fest, nicht N26:

  • 1,5 % pro Trade bei Bitcoin,
  • 2,5 % bei den meisten anderen Coins,
  • 3,5 % bei besonders illiquiden Coins.

N26-Metal-Kunden zahlen reduziert (1 % auf Bitcoin, 2 % auf andere Coins), allerdings nur bis zu einem Handelsvolumen von 5.000 € pro Kalendermonat. Oberhalb dieser Grenze gelten wieder die regulären Sätze. Wer viel oder günstig mit Kryptowährungen handeln will, fährt mit einem spezialisierten Anbieter in der Regel besser als über die N26-App.

Sofort-Fonds: gemanagte Alternative

Neben dem Selbst-Handel bietet N26 mit den Sofort-Fonds aktiv verwaltete Fondsportfolios an (in Zusammenarbeit mit BlackRock). Dafür fällt eine jährliche Verwaltungs- bzw. Plattformgebühr an, die vom N26-Abo abhängt und je nach Kontomodell etwa zwischen 0,29 % und 0,59 % p.a. liegt (Metal am günstigsten, Standard am teuersten). Für Metal-Kunden gibt es zusätzlich einen Flexible Cash Fund. Diese Bequemlichkeit hat ihren Preis: Ein eigener ETF-Sparplan ist bei vergleichbarer Streuung meist deutlich günstiger.

Orderfunktionen: was geht, was nicht

Der N26 Broker unterstützt die gängigen Ordertypen wie Market, Limit und Stop. Änderungen oder Stornierungen offener Orders sind ohne Zusatzkosten möglich. Bewusst nicht im Angebot sind Margin- und Hebelhandel, Optionen, Futures und andere Derivate. Das Produkt richtet sich klar an das Buy-and-hold-Prinzip und an Einsteiger, nicht an aktive Trader.

Steuern und Regulierung

In Deutschland ist das Angebot steuereinfach: N26 und die Partner führen die Kapitalertragsteuer automatisch ab und übernehmen die nötigen Meldungen. In Österreich fehlt diese Steuereinfachheit, dort müssen Anleger ihre Erträge selbst in der Steuererklärung angeben. Das ist ein praktischer Nachteil für österreichische Kunden gegenüber steuereinfachen Brokern.

N26 ist eine vollregulierte deutsche Bank (N26 Bank SE). Die Depot- und Ausführungsinfrastruktur läuft über den BaFin-lizenzierten Partner Upvest. Wertpapiere im Depot sind Sondervermögen und damit von einer möglichen Insolvenz der Bank getrennt. Für Bargeldguthaben auf dem N26-Konto gilt die gesetzliche Einlagensicherung von bis zu 100.000 € je Kunde.

App und Nutzererfahrung

Die Stärke von N26 ist die Integration: Handel und Girokonto stecken in einer einzigen App, Geld lässt sich ohne separaten Login zwischen Konto und Depot bewegen. Nutzer beschreiben die Oberfläche als aufgeräumt und einsteigerfreundlich, und der Start mit sehr kleinen Beträgen senkt die Einstiegshürde. Der Support läuft überwiegend digital über Chat in der App.

Kritisch gesehen werden vor allem der einzelne Handelsplatz (Tradegate), die im Vergleich begrenzte Produktauswahl und die fehlende Steuereinfachheit in Österreich. Für aktive oder anspruchsvolle Anleger ist N26 daher eher Zweitdepot als Hauptbroker.

Wettbewerbsvergleich: wo N26 steht

Mit 0,90 € je Order (bzw. dem Freikontingent bei Go und Metal) liegt N26 preislich im Rahmen der günstigen Neobroker. Der eigentliche Unterschied ist nicht mehr der Preis, sondern das All-in-one-Konzept: Banking und Investieren in einer App. Wer bereits N26-Kunde ist und unkompliziert einen Sparplan starten will, findet hier einen bequemen Einstieg.

Wer dagegen die größte Wertpapierauswahl, viele Handelsplätze, Anleihen, Derivate oder besonders hohe Guthabenzinsen sucht, ist bei einem spezialisierten Anbieter besser aufgehoben. Einen strukturierten Überblick gibt unser Neobroker-Vergleich, und für konkrete Alternativen lohnt der Blick auf Trade Republic und Co.

Worauf du beim Vergleich achten solltest

  • Gesamtkosten: Ordergebühr, Spreads und ETF-TER zusammen betrachten, nicht nur die Werbebotschaft "kostenlos".
  • Sparplan-Konditionen: bei N26 gebührenfrei, das ist der stärkste Punkt für Einsteiger.
  • Handelsplatz: Tradegate-only kann für aktive Trader ein Nachteil sein.
  • Produktauswahl: keine Anleihen, keine Derivate, kleineres Aktien- und ETF-Universum als bei den Marktführern.
  • Steuer: in Deutschland einfach, in Österreich mit Mehraufwand.

Praktischer Tipp für den Einstieg

Wer neu anfängt, startet am einfachsten mit einem ETF-Sparplan. Ein breit gestreuter Welt-ETF wie der iShares Core MSCI World (ISIN IE00B4L5Y983) mit einer TER von 0,20 % ist ein solider Baustein. Schon 25 € pro Monat reichen, um vom Zinseszinseffekt zu profitieren, und der Sparplan bleibt bei N26 ohne Ausführungsgebühr. Einzelaktien oder Bruchstücke kannst du später jederzeit ergänzen.

Fazit

N26 bringt Banking und Investieren bequem in einer App zusammen und ist damit vor allem für Einsteiger attraktiv, die ohne Aufwand einen Sparplan starten wollen. Sparpläne bleiben gebührenfrei, der Einstieg gelingt schon ab 1 €. Auf der anderen Seite endet der komplett kostenlose Einzelhandel im September 2026 (dann 0,90 € je Order außerhalb des Freikontingents), die Auswahl ist begrenzt und nur ein Handelsplatz steht zur Verfügung. Für ambitionierte Anleger bleibt N26 eher Ergänzung als Hauptdepot. Wer die Bequemlichkeit schätzt, bekommt aber ein sauberes, transparentes Gesamtpaket.

Depot bei N26 ansehen. Wer eine größere Auswahl oder Anleihen sucht, findet mit Trade Republic eine bekannte Alternative.

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links (mit "sponsored" gekennzeichnet). Schließt du über einen dieser Links ein Produkt ab, erhalten wir ggf. eine Vergütung. Für dich entstehen keine Mehrkosten. Dies ist keine Anlageberatung.

Unser Tipp: Bei Scalable Capital kannst Du rund 1700 PRIME ETFs - darunter iShares, Xtrackers und Amundi - von 7:30 bis 23 Uhr gebührenfrei handeln und dauerhaft kostenlos besparen. Monatliche Sparraten schon ab 1 €.

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Rechtliche Hinweise: Alle Angaben sind ohne Gewähr. Die in den Artikeln erwähnten ETFs und anderen Finanzprodukte stellen keine Kaufempfehlung dar. Wir können keine Finanzberatung oder ähnliches anbieten. Der Wert von Aktien, ETFs und ETCs, die über ein Wertpapierdepot gekauft wurden, kann sowohl steigen als auch fallen. Börsengeschäfte stellen ein erhebliches Risiko dar, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. etf.capital haftet nicht für materielle und/oder immaterielle Schäden, die durch Nutzung oder Nichtnutzung der Inhalte oder durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Inhalte verursacht wurden. Der Autor besitzt keinen der genannten ETFs. Keiner der Inhalte stellt ein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Kryptoassets sind hochvolatile unregulierte Anlageprodukte. Es existiert kein EU-Anlegerschutz.

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"Kostenlose ETF-Sparpläne" bezieht sich auf die Ausführung der Sparpläne. Es entstehen ggfs. weitere Produktkosten und Zuwendungen. Bei Aktionsangeboten gelten die Teilnahmebedingungen des jeweiligen Anbieters.

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